Sloppydelta

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Rezensionen
Sloppydelta vor 5 Tagen 2
Von 40 Knots und Ambre Nuit schließlich hier gelandet
Amber Room ist für mich ein Duft, bei dem ich sofort wusste: jetzt bin ich angekommen. Ich hatte schon länger ein Faible für Düfte in dieser Richtung. Mein Einstieg war 40 Knots, der mir anfangs sehr gefallen hat, später aber ein wenig zu kühl und maritim wirkte. Danach kam Ambre Nuit, ein wunderschöner Duft, den ich bis heute gerne rieche, aber irgendetwas hat mir dort immer ein kleines bisschen gefehlt.

Über eine Empfehlung von Marc Gebauer bin ich dann schließlich bei Amber Room gelandet – und ich muss sagen, das war genau die richtige Entscheidung. Von allen drei Düften ist er für mich der kompletteste. Die warme, ambrierte Basis, die gleichzeitig elegant und kraftvoll wirkt, kombiniert mit einer leicht würzigen Frische am Anfang: das macht ihn spannend und tragbar zugleich. Er hat dieses luxuriöse Gefühl, ohne übertrieben zu sein.

Was mir besonders gefällt, ist die Balance. Er ist präsent, aber nicht zu laut, elegant, aber nicht distanziert. Man spürt eine gewisse Tiefe, aber eben auch Leichtigkeit. Für mich funktioniert er tagsüber genauso wie abends, und ich habe immer das Gefühl, dass er perfekt sitzt – wie ein Kleidungsstück, das genau auf Maß geschneidert ist.

Die Haltbarkeit ist wirklich stark. Ich bekomme locker acht bis zehn Stunden, oft sogar noch länger, und selbst nach vielen Stunden bleibt dieser warme, leicht holzige Amber-Ton auf der Haut zurück. Die Sillage ist anfangs ziemlich deutlich, legt sich dann aber zu einer angenehmen Aura.

Alles in allem bin ich froh, den Weg über 40 Knots und Ambre Nuit gegangen zu sein, weil ich dadurch genau weiß, warum Amber Room für mich die beste Wahl ist. Er vereint das, was mir bei den anderen gefallen hat, und fügt noch das gewisse Extra hinzu. Deshalb ist er für mich momentan einer der stärksten Düfte in meiner Sammlung – und einer, der sicher noch lange bleiben wird.
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Sloppydelta vor 5 Tagen 2
9
Flakon
8
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
White on White – unterschätzt und raffiniert
White on White habe ich eher ohne große Erwartungen getestet – und genau das war vielleicht der Grund, warum er mich so überrascht hat. Schon beim ersten Riechen musste ich spontan an Raffaello denken: diese Mischung aus cremiger Süße, Kokos-Anklängen und etwas Weichem, Hellem im Hintergrund. Nicht zu schwer, nicht zu süß, eher wie ein dezenter Hauch, der sofort ein Gefühl von Sauberkeit und Leichtigkeit vermittelt.

Im Verlauf wird er weicher und fast schon pudrig, gleichzeitig bleibt diese helle Cremigkeit erhalten, die für mich den Charakter des Duftes ausmacht. Es ist ein eher ruhiger Duft, der nicht schreit, sondern subtil wirkt – und genau dadurch sehr elegant rüberkommt. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich zwischendurch wieder an meinem Handgelenk rieche, einfach weil dieses „Raffaello-Gefühl“ so angenehm ist.

Die Haltbarkeit finde ich für so eine leichte Duftstruktur ziemlich gut: etwa sechs bis sieben Stunden hält er bei mir, ohne dass ich nachlegen muss. Die Projektion bleibt eher dezent, was ich aber gar nicht schlimm finde, da es zum Charakter passt. White on White ist kein Duft, um einen Raum zu füllen, sondern einer, den man eher für sich selbst trägt – oder für Menschen, die einem sehr nah kommen.

Für mich zeigt Xerjoff hier eine andere Seite: weniger opulent, mehr minimalistisch, aber auf eine sehr raffinierte Weise. Ich nutze ihn gerne an ruhigen Tagen, im Büro oder wenn ich einfach etwas Unaufdringliches und trotzdem Besonderes tragen will. White on White ist inzwischen einer meiner Favoriten, gerade weil er so unterschätzt wirkt.
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Sloppydelta vor 9 Tagen 5
Der Duft, mit dem alles begann
Uden war tatsächlich mein erster Nischenduft überhaupt und damit auch der Startpunkt einer ziemlich langen Duftreise für mich. Ich weiß noch, wie unsicher ich damals war – so viel Auswahl, so viele Namen, und dann kam dieser Flakon bei mir an. Schon der erste Sprühstoß war etwas Besonderes: frisch und gleichzeitig tief, irgendwie vertraut und doch neu. Ich konnte sofort merken, dass es kein typischer Mainstreamduft ist.

Die Eröffnung ist für mich spritzig, fast zitrisch, mit einer leichten Seefrische, die sofort gute Laune macht. Nach kurzer Zeit kommt eine würzige Wärme dazu, die den Duft rund und erwachsener wirken lässt. Und genau dieses Wechselspiel zwischen heller Frische und warmer Tiefe ist das, was mich bis heute fasziniert. Er ist nie langweilig, er trägt sich wie ein Maßanzug, den man nicht mehr ausziehen will.

Was die Haltbarkeit angeht: absolut top. Ich habe Uden oft morgens aufgetragen und konnte ihn am Abend noch deutlich wahrnehmen, ohne dass er jemals zu schwer wurde. Die Sillage ist für mich eher moderat bis präsent – man hinterlässt eine schöne Spur, aber ohne den Raum zu dominieren.

Vielleicht liegt es daran, dass Uden mein Einstieg in die Nische war, aber er hat bis heute einen besonderen Platz in meiner Sammlung. Auch wenn ich inzwischen viele andere spannende Düfte kenne, greife ich immer wieder gerne zu ihm. Für mich verkörpert er eine perfekte Mischung aus Eleganz, Frische und einem gewissen Wohlfühlfaktor.

Kurz gesagt: Uden ist nicht nur ein Duft, sondern ein persönliches Kapitel. Mein erster Schritt in eine Welt, die seitdem nicht mehr aufgehört hat, mich zu begeistern. Und wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum ich bis heute mit so viel Leidenschaft nach neuen Düften suche.
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Sloppydelta vor 9 Tagen
Patchouli in seiner schönsten Form
Ich habe Tuxedo vor ein paar Monaten getestet und er hat mich von Anfang an beeindruckt. Ich hatte vorher zwar Kontakt mit dem Moustache von Rochas, der Tuxedo spielt allerdings in einer anderen Liga.
Der erste Eindruck ist ziemlich würzig, pfeffrig, fast ein bisschen scharf – aber nicht unangenehm, eher spannend. Nach einer halben Stunde wird er ruhiger und man merkt dieses cremige Patchouli, das irgendwie warm und elegant wirkt. Ab und zu blitzt auch eine leichte Süße durch, die für mich das Ganze abrundet, ohne dass er jemals in die Richtung von Dessertdüften geht.

Die Haltbarkeit ist bei mir ordentlich, so um die acht Stunden, wobei er nach drei, vier Stunden näher an der Haut bleibt. Gefällt mir eigentlich ganz gut, weil er nie aufdringlich wirkt. Für mich ist das ein Duft für Abende, für besondere Momente oder auch einfach, wenn man sich selbst ein bisschen schicker fühlen will. Der Name „Tuxedo“ passt wirklich: elegant, aber nicht steif, eher lässig-elegant.

Fazit: Einer der besten modernen YSL-Düfte, besonders wenn man Patchouli mag oder neu entdecken will.
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