
ElAttarine
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ElAttarine
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37
Die Reise des Windes - Vuela, vuela, vuela, volá con nosotros…
Wind, der du aus den Bergen kommst, bring uns Klarheit.
Wind, der du vom Meer kommst, bring uns Freiheit.
Wind, der du aus dem Wald kommst, bring uns die Erinnerung.
Flieg, flieg, flieg, flieg mit uns…
Flieg auch zu denen, bei denen wir jetzt gerade nicht sein können, und flüstere ihnen von Klarheit, von Freiheit, von Erinnerung, von Transformation, von Liebe.
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Der Puelche ist ein warmer Föhnwind, der von Argentinien durch die Cordilleren, die südchilenischen Anden, nach Chile zieht. Auf seiner transformativen Reise weht er über Felder, Seen und Wälder, bis er schließlich auf den Pazifik trifft. Auch in diesem Duft kommt der Wind aus den Bergen, aus den Wäldern, streicht übers Meer, kommt wieder zurück und bringt von allen diesen Orten Aromen und Eindrücke mit:
Ozonisch-ätherisch atmend, holzig mit zitrischen Anteilen von der Zypresse, dazu kommt bald auch etwas Anisig-Lakritziges. Die Tepa, die laut 432-Homepage das Herz des Duftes bestimmt, ist ein immergrüner Baum aus dem Süden Chiles. Als Wasserliebhaber wächst er an feuchten Hängen. Sein Aroma wird als leuchtend beschrieben, grün, rein und sehr frisch, mit leicht süßen Zitrusnoten und sanften holzigen Untertönen. Das lässt sich hier gut wiederfinden. Copal und Weihrauch sind in gewisser Spannung dazu hier sehr dunkel (insofern empfinde ich zusammen mit dem Holzigen eine Verwandtschaft zu Chopards Aigle Imperial). Ganz am Ende habe ich fast teerartige Noten, vermutlich durch den dunklen Copal zusammen mit dem leicht rauchigen Holz. Und von weitem auch etwas Ambra.
Ich würde das Gesamtergebnis eher als ozonisch-ätherisch denn aquatisch bezeichnen. Das Thema der Luft, die über die Küste streicht, ist hier richtig gut umgesetzt. Die Reise des Windes dauert hier einige Stunden. Gefällt mir noch besser als gedacht, ich kann ihn mir für den Sommer sehr gut vorstellen.
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„Perfumería Mestiza“ hat sich das chilenische Haus 432 auf ihrer Homepage als Überschrift gewählt. Sie erläutern dort, dass das Wort „mestizo“ von miscere: mischen kommt und eine gemeinsame Wurzel mit „promiskuitiv“, mit „gemischt“, mit „sich einmischen“ hat. Das ist eine positive Wiederaneignung des sonst rassistisch und diskriminierend gebrauchten Wortes. Ja, Mischen ist immer gut, gegen die all die unseligen Trennnungs- und Entmischungsversuche.
„Wir Mestizen rebellierten durch Aromen“, heißt es weiter: „Sie wollten uns den Geruchssinn nehmen, das wilde Tier in uns. Sie haben Pflanzen, Karneval und Wissen zensiert. Sie haben die Vernunft in die Kiste gesteckt und die Tür zur Intuition geschlossen. In 432 mixen und mischen wir, wir mischen und mischen Aromen, als Brücken der intimen Verbindung mit der wilden Natur, als Einladung, uns selbst zu erforschen, uns selbst zu riechen, uns selbst zu atmen: rebellisch, intuitiv und wollüstig.“
So nehme ich auch diesen Duft wahr, sehr passend für die vierte Duftreise aus der Reihe der angekündigten „7 Mestizos“ (bin auf weitere schon sehr gespannt). Diesmal deutlich erkennbar nicht nur pflanzlich, sondern mit gut eingebundenen ozonischen Noten, auf den ersten Riecher für mich weniger rebellisch oder aufsässig, sondern eher sehnsuchtsvoll-präsent. Das Rebellische ist hier eher das der weichen Hartnäckigkeit des Windes, der keine menschengezogenen Grenzen akzeptiert.
Zum ätherischen Öl der Tepa (Laureliopsis philippiana):
https://brumanativa.cl/en/products/aceite-esencial-tepa
Die Musik dazu von Danit: Cuatro Vientos
https://www.youtube.com/watch?v=Pclv31cDTTc
Wind, der du vom Meer kommst, bring uns Freiheit.
Wind, der du aus dem Wald kommst, bring uns die Erinnerung.
Flieg, flieg, flieg, flieg mit uns…
Flieg auch zu denen, bei denen wir jetzt gerade nicht sein können, und flüstere ihnen von Klarheit, von Freiheit, von Erinnerung, von Transformation, von Liebe.
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Der Puelche ist ein warmer Föhnwind, der von Argentinien durch die Cordilleren, die südchilenischen Anden, nach Chile zieht. Auf seiner transformativen Reise weht er über Felder, Seen und Wälder, bis er schließlich auf den Pazifik trifft. Auch in diesem Duft kommt der Wind aus den Bergen, aus den Wäldern, streicht übers Meer, kommt wieder zurück und bringt von allen diesen Orten Aromen und Eindrücke mit:
Ozonisch-ätherisch atmend, holzig mit zitrischen Anteilen von der Zypresse, dazu kommt bald auch etwas Anisig-Lakritziges. Die Tepa, die laut 432-Homepage das Herz des Duftes bestimmt, ist ein immergrüner Baum aus dem Süden Chiles. Als Wasserliebhaber wächst er an feuchten Hängen. Sein Aroma wird als leuchtend beschrieben, grün, rein und sehr frisch, mit leicht süßen Zitrusnoten und sanften holzigen Untertönen. Das lässt sich hier gut wiederfinden. Copal und Weihrauch sind in gewisser Spannung dazu hier sehr dunkel (insofern empfinde ich zusammen mit dem Holzigen eine Verwandtschaft zu Chopards Aigle Imperial). Ganz am Ende habe ich fast teerartige Noten, vermutlich durch den dunklen Copal zusammen mit dem leicht rauchigen Holz. Und von weitem auch etwas Ambra.
Ich würde das Gesamtergebnis eher als ozonisch-ätherisch denn aquatisch bezeichnen. Das Thema der Luft, die über die Küste streicht, ist hier richtig gut umgesetzt. Die Reise des Windes dauert hier einige Stunden. Gefällt mir noch besser als gedacht, ich kann ihn mir für den Sommer sehr gut vorstellen.
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„Perfumería Mestiza“ hat sich das chilenische Haus 432 auf ihrer Homepage als Überschrift gewählt. Sie erläutern dort, dass das Wort „mestizo“ von miscere: mischen kommt und eine gemeinsame Wurzel mit „promiskuitiv“, mit „gemischt“, mit „sich einmischen“ hat. Das ist eine positive Wiederaneignung des sonst rassistisch und diskriminierend gebrauchten Wortes. Ja, Mischen ist immer gut, gegen die all die unseligen Trennnungs- und Entmischungsversuche.
„Wir Mestizen rebellierten durch Aromen“, heißt es weiter: „Sie wollten uns den Geruchssinn nehmen, das wilde Tier in uns. Sie haben Pflanzen, Karneval und Wissen zensiert. Sie haben die Vernunft in die Kiste gesteckt und die Tür zur Intuition geschlossen. In 432 mixen und mischen wir, wir mischen und mischen Aromen, als Brücken der intimen Verbindung mit der wilden Natur, als Einladung, uns selbst zu erforschen, uns selbst zu riechen, uns selbst zu atmen: rebellisch, intuitiv und wollüstig.“
So nehme ich auch diesen Duft wahr, sehr passend für die vierte Duftreise aus der Reihe der angekündigten „7 Mestizos“ (bin auf weitere schon sehr gespannt). Diesmal deutlich erkennbar nicht nur pflanzlich, sondern mit gut eingebundenen ozonischen Noten, auf den ersten Riecher für mich weniger rebellisch oder aufsässig, sondern eher sehnsuchtsvoll-präsent. Das Rebellische ist hier eher das der weichen Hartnäckigkeit des Windes, der keine menschengezogenen Grenzen akzeptiert.
Zum ätherischen Öl der Tepa (Laureliopsis philippiana):
https://brumanativa.cl/en/products/aceite-esencial-tepa
Die Musik dazu von Danit: Cuatro Vientos
https://www.youtube.com/watch?v=Pclv31cDTTc
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Araukarienharz
ozonische Noten
schwarzes Kopalharz
Tepa
Wacholder
Weihrauch
Ambra
Chilenische Flusszeder
Yuzu
Cidre
Chefärztin
Märchenlilie
Sofiabld
Rosalie234










