Die mysteriöse Stunde ist ja bekanntlich ab Mitternacht. Geisterstunde, wie man sie in abergläubischen Zeiten gerne genannt hat. Gottseidank sind wir da heute etwas weiter und wir liegen nicht mehr zitternd und bebend im Bett, schrecken bei jedem kleinsten Geräusch hoch und gehen auf Geisterjagd. Mathilde Laurent hat sich aber wohl doch etwas von der Geisterstunde beim Schöpfen dieses Kunstwerkes inspirieren lassen, denn L´Heure Mysterieuse ist eine recht düstere Zeitspanne geworden.
Schon bei, Lesen der Duftbausteine war mir klar, dass ist ein Parfum für mich. Weihrauch, Elemi-Harz und Patchouli lassen auf was Schweres hoffen und meine Hoffnung wurde hier zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt.
Der Eröffnungsakkord ist dezent frisch und verhalten grünlich, lässt aber die üppige Würze von Herz und Basis schon durchscheinen.
Nach einer kleinen Weile kommt ein wundervoller Akkord aus Jasmin und Gewürzen dann voll zum Tragen. So weit, diesen Duft als schwermütig zu bezeichnen, würde ich zwar nicht gehen, aber Stimmungserhellend ist er auch nicht wirklich. Ich finde einfach kein passendes Wort, welches meinen Dufteindruck richtig beschreiben könnte.
Die Basis fügt der Herznote dann noch den harzig-rauchigen Akkord hinzu und rundet den Duft gekonnt ab.
L´Heure Mysteriuese wäre für mich ein wundervoller Begleiter für einen Konzertabend, oder eine Operngala. Jedoch sollte nichts Heiteres gespielt werden.
Ob ich mir diesen Cartier leisten werde, weiß ich noch nicht, da hier meine selbstauferlegte Schmerzgrenze deutlich überschritten wird, aber wer weiß!
ich hab mir vor ein paar Tagen die ganzen "Cartier Les Heures du Parfum" Proben bestellt und warte sehnsüchtig darauf. Jetzt hast du mir aber den Mund wässerig gemacht...