Als Kind liebte ich die bunten Brausestäbchen die es auf Volksfesten und dem Christkindlesmarkt gibt. Ich nahm mir vor, wenn ich erwachsen bin, dann esse ich davon sie viel, wie ich möchte. Na ich war zwar noch nicht erwachsen, aber hatte wohl zu viel Taschengeld, jedenfalls habe ich mir so mit 13 oder 14 ein ganzes Pfund gekauft und innerhalb ein paar Tagen aufgefuttert. Seitdem kann ich Brausestäbchen nicht mehr sehen, geschweige denn essen.
So ähnlich geht es mir mit dem Duft von Donna Karan. Als er heraus kam, war ich begeistert. Blumig-elegant, strahlend-hell und von solch einer Brillanz, dass es blendet. Die Blütenpracht explodiert geradezu, die Gewürznelke hält sich gerade so im Hintergrund und gibt dem Duft Wärme. Robinienholz kenne ich dufttechnisch nicht, aber es muss einen sehr hellen, zarten Duft haben, denn holzig wirkte auch die Basis von "Gold" nicht.
Ein paar Wochen war das mein Duft, ich trug nichts anderes und dann - von einem Tag auf den anderen - konnte ich dieses laute, aufdringliche, gleißende vordergründige Zeug nicht mehr ertragen. Das ist mir bisher noch bei keinem Parfum passiert. Entweder es gefiel mir, oder eben nicht, aber dass sich mein Empfinden so drastisch ändert, das war mir neu.
Wenn ich heute an "Gold" denke, dann mit einem "Puuuhhh" und einem ganz unwillkürlichen Wedeln mit der Hand vor der Nase.
Ich hab so eine Umkehr meiner Präferenzen auch schon erlebt - gerade synthetische Sandelholznoten fand ich anfangs angenehm, doch dann ist es total gekippt und mir wird inzwischen richtig übel davon.
Seltsam, bei mir ist er im Auftakt gänzlich unauffällig, blumig sanft und unsüß. Im weiteren verlauf wird er holziger und bettet sich sehr schnell in eine holzig-trockene Veilchenbasis ein. Zart, trocken und typisch Veilchenwurzelholzig... Laut? Nein!
Wie Robinienholz riecht, weiß ich auch nicht, aber die Wurzeln riechen nach überfälligem Katzenklo. Richtig bäh. "Gold" kenn ich nicht, dazu kann ich also nix sagen.