Eine terrasse mit blick in eine südliche, von der sonne aufgewärmte landschaft. es ist früher abend. das licht wird allmählich weicher und streichelt die pinienwälder, vogelstimmen sind zu hören, ein paar erste grillen sind wahrnehmbar. es duftet nach wärme, reifen früchten, bäumen. ein sinnliches timbre liegt in der luft, von irgendwoher klingt leise klaviermusik.
um die untergehende sonne zu betrachten, setze ich mich in den korbsessel. vor mir steht ein cocktail, die eiswürfel schmelzen langsam im glas und vermischen sich mit dem sahnigen topping. der zuckerrand am glas ist mit zitronensirup getränkt, riecht süßlich und doch recht frisch. die kristallenen körnchen kribbeln auf der zunge. gewürfelte orangenstückchen schwimmen in etwas köstlich kandiertem, vanillig, umwerfend lecker....
dieser cocktail ist ein olfaktorisches feuerwerk. ich kann ihn unmöglich trinken, kann nur in winzigen schlückchen davon naschen. lehne mich zurück, irgendwo muss da noch ein rosenstrauch sein, dessen aroma ich aufsauge, und so wird es langsam abend.
die sonne zeigt ihr schönstes orange, in der abendluft verschmilzt der duft der bäume mit der schwere des vergangenen, heißen tages und legt sich wie eine duftende decke auf die beginnende nacht. eine leise ahnung von süßem räucherwerk zieht herüber. eine wundervolle, reichhaltige stille breitet sich aus. es gibt nichts, dass an diesem moment anders sein sollte.
danke liebe hasi für diese schönen momente. chantilly ist ein wahres kunstwerk.