Fleur du Mâle von Jean Paul Gaultier
Kommentar von Chriswald
01.05.2013 12:40 Uhr
Duft 2.0
Im Reagenzglas gezüchtete Blumen des Bösen
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei mir wird die Neugierde auf einen Duft oft zuerst durch die Printkampagne bei der Markteinführung geweckt. Leider klaffen aber Realität und Assoziation durch die PR vorgegebenen Bilder oft weit auseinander. Für mich am allermeisten bei Fleur du Mâle.

Die Printkampagne ist an positiver Ausstrahlung kaum zu übertreffen mit seinem hellen Layout und einem, dem Betrachter entgegenstrahlendem Topmodel (und späteren Kylie-Minogue-Boyfriend) Andrés Velencoso. Bei der guten Laune, die dieses Motiv verströmt, musste ich unbedingt das Poster dazu besitzen. Das veranlasste mich durch eine Tour durch die Münchner City, wo ich in sämtlichen Parfümerien und Parfümabteilungen danach abgraste. Aber das ist eine Geschichte für sich... ;-)

Jedenfalls steht der Inhalt des todschicken Flakons im krassen Gegensatz zu der sympathischen Werbekampagne. Fleur du Mâle ist eine stechend riechende Plörre. Wo hier Blüten enthalten sein sollen, frage ich mich noch heute. Für mich riecht er eher so, als ob man verschiedenste, möglichst ätzende, Reiniger zusammengeschüttet und in Flaschen abgefüllt hat. Die positivste Assoziation, die ich dazu habe, ist bestenfalls Kernseife. Im Gegensatz zu einem anderen "männlichen" Blütenduft, dem hervorragenden Insensé, ist hier nichts Natürliches zu erschnuppern, sondern reine Chemie. Aber wie schon bei Le Mâle scheint hier die Form über den Inhalt zu siegen, denn der "Duft" hält sich ja nun doch schon seit ein paar Jahren, während Insensé eingestellt wurde. Schade eigentlich...
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