12
Top Rezension
Zuckerpüppchen
Vorweg: An den Test von "Ma Dame" bin ich mit den ärgsten Befürchtungen herangegangen.
Zu einprägsam war "Gaultier Classique" gewesen, zu inflationär wurde um mich herum "Le Male" versprüht, als daß ich noch einigermaßen unbefangen reagieren könnte, wenn ein neuer Duft von Jean Paul Gaultier auf dem Markt erscheint.
"Negative Konditionierung" nennt sich das wohl und gefällt mir nicht sonderlich, ganz abgesehen davon, daß mir Schubladendenken eher unsympathisch ist.
Und "Ma Dame" klingt außerdem recht erwachsen, elegant, distinguiert – sollte Gaultier womöglich auch eine seriöse Ader haben?!
Der erste Eindruck überrascht: Säuerliche Frische knallt aus dem kleinen Plastiksprüher und schüttelt meine Geruchsnerven so wild durcheinander, daß mir neben dem Hören fast auch das Sehen vergeht.
Gar nicht schlecht – auf mich hat das die Wirkung dreier doppelter Espresso, schnell hintereinander getrunken.
Keine Chance mehr, noch ein wenig dösig in den Tag zu tapsen.
An Orangen erinnern mich diese Früchte allerdings nicht einmal entfernt – rosa Grapefruit käme hin, vielleicht auch der von Nuttendiesel vermutete Granatapfel, tatsächlich kann ich jedoch nur raten, denn mit der Authentizität nimmt man es hier nicht so genau.
Zum Grübeln bleibt mir allerdings wenig Zeit, denn schon werden die Früchte mit hochkonzentriertem Zuckerwasser getränkt – süßer geht kaum noch, aber dennoch ist der Gesamteindruck nicht klebrig, verursacht er mir keine Kopfschmerzen oder körperliches Unwohlsein, wie es sonst bei allzu süßen Düften oft der Fall ist.
Das mag zum einen daran liegen, daß die ihre Säuerlichkeit bewahrenden Früchte noch immer einen deutlichen Gegenpol bilden und damit das Werk in der olfaktorischen Balance halten, zum anderen aber auch daran, daß "Ma Dame" nicht übermäßig intensiv ist, entgegen mancher anderen Creation aus dem Hause Gaultier sogar recht zurückhaltend wirkt.
Das mag man als erwachsen gelten lassen - "Ma Dame" selbst ist noch eine sehr junge Mademoiselle, erfrischend und entzückend, den Kopf ein wenig in den Wolken und am liebsten Onkel Jean-Paul um den Finger wickelnd.
Ein Zuckerpüppchen par excellence, durchaus liebenswert und eine muntere Begleiterin im Eiscafé, zum Stadtbummel, im Zoo und wo nicht mehr ganz so kleine Mädchen sonst ihre Sommerferien verbringen.
Zum Erwachsen- und Elegantwerden jedoch braucht sie noch ein wenig Zeit...
Zu einprägsam war "Gaultier Classique" gewesen, zu inflationär wurde um mich herum "Le Male" versprüht, als daß ich noch einigermaßen unbefangen reagieren könnte, wenn ein neuer Duft von Jean Paul Gaultier auf dem Markt erscheint.
"Negative Konditionierung" nennt sich das wohl und gefällt mir nicht sonderlich, ganz abgesehen davon, daß mir Schubladendenken eher unsympathisch ist.
Und "Ma Dame" klingt außerdem recht erwachsen, elegant, distinguiert – sollte Gaultier womöglich auch eine seriöse Ader haben?!
Der erste Eindruck überrascht: Säuerliche Frische knallt aus dem kleinen Plastiksprüher und schüttelt meine Geruchsnerven so wild durcheinander, daß mir neben dem Hören fast auch das Sehen vergeht.
Gar nicht schlecht – auf mich hat das die Wirkung dreier doppelter Espresso, schnell hintereinander getrunken.
Keine Chance mehr, noch ein wenig dösig in den Tag zu tapsen.
An Orangen erinnern mich diese Früchte allerdings nicht einmal entfernt – rosa Grapefruit käme hin, vielleicht auch der von Nuttendiesel vermutete Granatapfel, tatsächlich kann ich jedoch nur raten, denn mit der Authentizität nimmt man es hier nicht so genau.
Zum Grübeln bleibt mir allerdings wenig Zeit, denn schon werden die Früchte mit hochkonzentriertem Zuckerwasser getränkt – süßer geht kaum noch, aber dennoch ist der Gesamteindruck nicht klebrig, verursacht er mir keine Kopfschmerzen oder körperliches Unwohlsein, wie es sonst bei allzu süßen Düften oft der Fall ist.
Das mag zum einen daran liegen, daß die ihre Säuerlichkeit bewahrenden Früchte noch immer einen deutlichen Gegenpol bilden und damit das Werk in der olfaktorischen Balance halten, zum anderen aber auch daran, daß "Ma Dame" nicht übermäßig intensiv ist, entgegen mancher anderen Creation aus dem Hause Gaultier sogar recht zurückhaltend wirkt.
Das mag man als erwachsen gelten lassen - "Ma Dame" selbst ist noch eine sehr junge Mademoiselle, erfrischend und entzückend, den Kopf ein wenig in den Wolken und am liebsten Onkel Jean-Paul um den Finger wickelnd.
Ein Zuckerpüppchen par excellence, durchaus liebenswert und eine muntere Begleiterin im Eiscafé, zum Stadtbummel, im Zoo und wo nicht mehr ganz so kleine Mädchen sonst ihre Sommerferien verbringen.
Zum Erwachsen- und Elegantwerden jedoch braucht sie noch ein wenig Zeit...
6 Antworten
Tivellon vor 11 Jahren
Auf deine Kommis zur Gewinnung eines guten Eindrucks über einen Duft, den man selbst noch gar nicht kennt, ist eben immer Verlass. Vielen Dank und liebe Grüße - Ti
Ergoproxy vor 13 Jahren
Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe vielleicht?;)
Cristalle vor 13 Jahren
*Schüttel* ;-) - Hört sich für mich wie eine Achterbahnfahrt an, Achterbahnen waren noch nie so recht meins
Aava vor 13 Jahren
Schließe mich medusa an, aber deine Kommis sind immer eine Wonne :-)
Florblanca vor 13 Jahren
Zuckerpüppchen erinnert mich an Hitchcocks Marnie.... Grenadine ist übrigens ein extrem süßer, roter Sirup aus Granatäpfeln. Man kann ihn pur wirklich nicht geniessen, so süß ist er.
Medusa00 vor 13 Jahren
der kommt ganz bestimmt nicht auf meine Merkliste,g

