Musc Keiko Mecheri 2004
24
Top Rezension
Unisexy!
Moschus – dieser Duftstoff ist Legende. Ursprünglich aus dem Drüsensekret des seltenen Moschushirsches stammend, wurde später auch auf andere Tiere zurückgegriffen. Sogar einige Pflanzen mit moschusähnlichem Duft zog man heran. Moschus war und ist das Synonym für einen verwegenen, erotisierenden und geheimnisvollen Duft, und mit dieser Erwartungshaltung begegnen auch heute noch Kunden einem Parfum, wenn Moschus in der Pyramide ausgewiesen wird.
Die meisten der künstlich hergestellten Moschusnoten haben freilich nichts wild-animalisches mehr in sich, und ich frage mich, wie es zu einer solchen Entwicklung hat kommen können. Da das Drüsensekret des Moschushirsches heutzutage kaum zur Verfügung steht, weiß wohl niemand mehr so genau, wie Moschus eigentlich riechen sollte – ich auch nicht. Vielleicht rechtfertigt eine chemische Verwandschaft bei vielen Moschusvarianten die Bezeichnung als solche, doch geruchlich scheint sich das meiste sehr stark vom animalischen Ursprung entfernt zu haben.
Parfums mit ausgewiesener Moschusbasis enttäuschen meist mit fluffig-weichen, cremigen, oft seifigen und manchmal pudrigen Noten. Da wären wir dann bei der Erotik des Kleinkinds angelangt. Nur wenige ausgewiesene Moschusparfums bewahren sich einen animalischen Charakter: Musc von Keijo Mecheri gehört dazu.
Statt cremig-weicher Noten wurde dieser Moschus in eine dunkle, vibrierende Richtung hin interpretiert, woran vor allem Amber beteiligt sein dürfte. Ansonsten gibt es hier nicht mehr, aber auch nicht weniger als das, was der Name Musc verspricht. Dieser Moschus ist dunkel, erotisierend, aufregend. Nach dem Träger bzw. der Trägerin dieses Parfums wird man sich sicher umdrehen. Freilich sind 130 € für ein einfaches Parfum ohne nennenswerte Komplexität viel Geld. Hinzu kommt, dass man diese 75 ml auch noch ziemlich gestreckt hat. Hier darf und muss man kräftig sprühen, um einen deutlichen Effekt zu erzielen. Zudem ist die Haltbarkeit nicht sonderlich groß. Nach etwa zwei Stunden macht der schöne animalische Akkord etwas den weichen, cremigen Noten Platz, die wir aus den meisten Parfums mit ausgewiesenem Moschus kennen.
Musc ist ein Unisex-Duft, ausnahmsweise sexy für beide Geschlechter. Freilich – was immer man mit diesem Duft vorhaben mag – Männer müssen damit etwas schneller fertig werden als Frauen, denn der Drydown ins Cremig-Weiche gehört bei Männern auf jeden Fall abgeduscht!
Die Parfums der Marke Keiko Mecheri habe ich nach dem einen oder anderen Test als reinen „Frauenkram“ abgetan. Dass ich nun doch im Besitz dieses Musc bin, verdanke ich meiner Langeweile und einer jungen, engagierten Verkäuferin im KaDeWe. Ich merkte im Gespräch, dass sie selber diesen Duft unter den Keiko-Mecheri-Parfums favorisierte. Und normalerweise bieten Verkäuferinnen einem männlichen Kunden so etwas auch nicht an. Ich ließ mir also Zeit – im KaDeWe bekommt man einen guten Kaffee - und spürte diesem Moschus nach. Auf dem anderen Arm hatte ich Keiko Mecheris Oliban – eines jener lauten, abgedrehten und verstiegenen Parfums, mit dem Nischenmarken einander an Originalität zu überbieten suchen. Zwischen lauten Touristen und Feierabendstress tauchte die Frage auf: Haben wir das alles wirklich nötig?
Also zurück zu den einfachen, aber exzellent gemachten Dingen, und zu denen zählt Musc von Keiko Mecheri!
Die meisten der künstlich hergestellten Moschusnoten haben freilich nichts wild-animalisches mehr in sich, und ich frage mich, wie es zu einer solchen Entwicklung hat kommen können. Da das Drüsensekret des Moschushirsches heutzutage kaum zur Verfügung steht, weiß wohl niemand mehr so genau, wie Moschus eigentlich riechen sollte – ich auch nicht. Vielleicht rechtfertigt eine chemische Verwandschaft bei vielen Moschusvarianten die Bezeichnung als solche, doch geruchlich scheint sich das meiste sehr stark vom animalischen Ursprung entfernt zu haben.
Parfums mit ausgewiesener Moschusbasis enttäuschen meist mit fluffig-weichen, cremigen, oft seifigen und manchmal pudrigen Noten. Da wären wir dann bei der Erotik des Kleinkinds angelangt. Nur wenige ausgewiesene Moschusparfums bewahren sich einen animalischen Charakter: Musc von Keijo Mecheri gehört dazu.
Statt cremig-weicher Noten wurde dieser Moschus in eine dunkle, vibrierende Richtung hin interpretiert, woran vor allem Amber beteiligt sein dürfte. Ansonsten gibt es hier nicht mehr, aber auch nicht weniger als das, was der Name Musc verspricht. Dieser Moschus ist dunkel, erotisierend, aufregend. Nach dem Träger bzw. der Trägerin dieses Parfums wird man sich sicher umdrehen. Freilich sind 130 € für ein einfaches Parfum ohne nennenswerte Komplexität viel Geld. Hinzu kommt, dass man diese 75 ml auch noch ziemlich gestreckt hat. Hier darf und muss man kräftig sprühen, um einen deutlichen Effekt zu erzielen. Zudem ist die Haltbarkeit nicht sonderlich groß. Nach etwa zwei Stunden macht der schöne animalische Akkord etwas den weichen, cremigen Noten Platz, die wir aus den meisten Parfums mit ausgewiesenem Moschus kennen.
Musc ist ein Unisex-Duft, ausnahmsweise sexy für beide Geschlechter. Freilich – was immer man mit diesem Duft vorhaben mag – Männer müssen damit etwas schneller fertig werden als Frauen, denn der Drydown ins Cremig-Weiche gehört bei Männern auf jeden Fall abgeduscht!
Die Parfums der Marke Keiko Mecheri habe ich nach dem einen oder anderen Test als reinen „Frauenkram“ abgetan. Dass ich nun doch im Besitz dieses Musc bin, verdanke ich meiner Langeweile und einer jungen, engagierten Verkäuferin im KaDeWe. Ich merkte im Gespräch, dass sie selber diesen Duft unter den Keiko-Mecheri-Parfums favorisierte. Und normalerweise bieten Verkäuferinnen einem männlichen Kunden so etwas auch nicht an. Ich ließ mir also Zeit – im KaDeWe bekommt man einen guten Kaffee - und spürte diesem Moschus nach. Auf dem anderen Arm hatte ich Keiko Mecheris Oliban – eines jener lauten, abgedrehten und verstiegenen Parfums, mit dem Nischenmarken einander an Originalität zu überbieten suchen. Zwischen lauten Touristen und Feierabendstress tauchte die Frage auf: Haben wir das alles wirklich nötig?
Also zurück zu den einfachen, aber exzellent gemachten Dingen, und zu denen zählt Musc von Keiko Mecheri!
7 Antworten


(schätze mal an die 1000 Seiten kunstvolle Kritik hast Du bereits zusammen)