Login

Konto erstellen Passwort vergessen?
Encre Noire à L'Extrême von Lalique

Encre Noire à L'Extrême 2015

FabianO
18.02.2017 - 05:41 Uhr
14
Top Rezension
7Duft 7Haltbarkeit 7Sillage 8Flakon

Weichere, durch Weihrauch und Patchouli komplexierte Variation des Ur-"Encre"

"Encre Noire" ist ja bei mir so eine Geschichte (mich würde interessieren, bei wem noch): Anfangs war ich fasziniert von einer kleinen Abfüllung, weil er so außergewöhnlich düster, waldig, anders roch. Flakon gekauft und dann aber nach wenigen Wochen gemerkt, dass ich kaum Lust und Gelegenheit sah, ihn zu benutzen.

Der Sache auf den Grund gegangen - es war am Ende diese überbordend ausgeprägte Zentralnote synthetischen Vetivers (Vetiverylacetat), die über lange Stunden immer gleich drängend und letztlich unnatürlich im Zentrum steht. Ein Vergleich mit Guerlains "Vetiver" bestätigte mich darin, dass Lalique hier mit ganz anderen (unschöneren) Rohstoffen arbeitet.

"Encre Noire à L´Extrême" nun präsentiert sich grundsätzlich von durchaus vergleichbarem Zuschnitt wie das Original, allerdings kommt mir diese Variante - auch wenn der Name anderes vermuten lässt - etwas zugänglicher vor. Das Vetiver ist etwas gedimmter, nicht ganz so offensiv erdig und packend grasig-krautig.

Ein milder Weihrauchton ergänzt leicht rauchig-holzige Nuancen, das (im Original nicht eingesetzte) Patchouli bettet nach rund einer halben Stunde das zentrale Vetiver in etwas süßlich-erdige Aromen ein, die der Komposition eigentlich gut zu Gesicht stehen, weil sie das Kühl-Düstere, leider auch sehr Voluminös-Planare (Vetiverylacetat!) des Originals etwas auffächern (manch einer würde wohl behaupten, es verflache dabei) und für mein Empfinden komplexieren.

Es bleibt dabei - ich fühle mich mit der Grundstilistik der synthetischen, quasi entwicklungsbefreiten Vetivermachart (ebenso wie in z.B. Malles "Vetiver Extraordinaire", welches ich anfangs vergötterte und mittlerweile nur noch schwer aushalte) nicht wohl und greife bei Vetiverdurst eher auf Guerlains Prachtstücke zurück, aber verglichen mit dem Original behagt mir diese weichere und mehrschichtige Komponente eher.
4 Antworten
CouchlockCouchlock vor 8 Jahren
2
vetiveracetat ist kein synthetischer duftstoff, sondern mit essigsäure behandeltes vetiveröl. es ist teurer als das relativ günstige unbehandelte vetiver und der duftstoff, den die meisten olfaktorisch mit vetiver verbinden.
Zauber600Zauber600 vor 9 Jahren
Gurlain? Malle? Ich mag den Le Vetiver von Lubin gerne als Alternative!
FabianOFabianO vor 9 Jahren
Der Guerlain IST auch deutlich mehr oldschool. Aber gerade daran kranken für mich die modernen Vetiver ja alle, dass sie 'minderwertig'-artifiziellen Vetiver verwenden.
MrWhiteMrWhite vor 9 Jahren
Witzig, der Malle ist mein einziger Vetiver und sicherlich mir der liebste, aber in letzter Zeit mag ich ihn trotzdem rgendwie nicht mehr so. Der Guerlain wirkt mir aber noch altmodischer, vielleicht ist Sycomore die Lösung, aber der ist mir eigentlich schon zu dunkel...hmm, vorerst bleibt also der Malle :-)