Lalique

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Wissenswertes

Das erste Parfum dieser Marke brachte Marie-Claude Lalique im Jahre 1992 auf den Markt - aber genau genommen begann die legendäre Verbindung zwischen Lalique und Parfum schon viel früher, nämlich mit der Findigkeit ihres Großvaters René.

Dabei wollte René Lalique eigentlich Schmuckdesigner werden. Darum machte der 1860 geborene Nordfranzose erst einmal eine Ausbildung bei einem Juwelier und danach als Grafiker, um als freischaffender Künstler seine Entwürfe zu verkaufen. Doch offensichtlich reichte dies dem jungen Mann nicht, er übernahm eine Juwelierswerkstatt, in der er fortan seine Ideen mit eigener Hand umsetzte. René Laliques Schmuck war gefragt: er verschmolz seine Themen, Flora, Fauna und das Weibliche mit dem damaligen Geschmack des Art Nouveau und setzte dies mit nichtedlen Materialien um, was dem damals neu aufkommenden Bedarf an schönen Dingen für die breite Masse entgegenkam.

Aber auch dieser Erfolg im Schmuckbereich war nicht genug für René Lalique. Er suchte nach weiteren Möglichkeiten, die Wohnkultur der Menschen mit seinen von ihm entworfenen Gegenständen zu verschönern. Und er wurde fündig: 1907 lernte er den Parfümeur und Geschäftsmann François Coty kennen, für dessen Düfte er nicht nur zum ersten Mal Flakons entwarf und produzierte, sondern nebenbei die Ware ’Parfum’ auch noch revolutionierte, denn fortan wurde der Verpackung ebenso viel Wert wie dem Inhalt beigemessen. Die Flakons sollten die Düfte, die sie bargen, widerspiegeln und gleichzeitig als optisches Merkmal der jeweiligen Firmen dienen. Zuerst produzierte René Lalique ausschließlich für François Coty, doch schon bald belieferte er auch andere Parfumhersteller wie Roger & Gallet, D’Orsay oder Molinard mit seinen kleinen gläsernen Kunstwerken.

Und René Laliques Schaffensdrang ging weiter. Inzwischen ganz von dem Material Glas eingenommen, erweiterte er das Portfolio seines Unternehmens mit Monumentalglaskunst, Sakralkunst und Tafelglaskunst. Dabei achtete René Lalique stets darauf, Qualität mit Quantität zu verbinden. Er verstand wie kaum ein anderer, dass in der Serienproduktion die Zukunft lag und schützte seine Innovationen mit diversen Patenten, denn Laliques Kreationen wurden schon zu seiner Zeit gern kopiert.

Nach René Laliques Tod im Jahre 1945 übernahm sein Sohn Marc ein florierendes Unternehmen, das dieser wiederum neu ausrichtete. Diesmal wurde die höhere Lichtbrechung des Materials Kristallglas ausgenutzt, weswegen Marc Lalique die Produktion auf diesen Werkstoff spezialisierte, ohne jedoch die Parfumflakons zu vernachlässigen.
So war es der Sohn des Gründers, der wohl den berühmtesten Flakon aus dem Hause Lalique entwarf: “L’Air du Temps”, dessen sanft geschwungener Flakon mit den zwei Tauben als Flakonverschluss den Frieden nach dem zweiten Weltkrieg darstellte, der nun endgültig in der Luft lag.

1977 übernahm nach Marc Laliques Tod seine Tochter Marie-Claude das Unternehmen und auch sie setzte auf Erneuerungen und Diversifikation, um dem Massengeschmack entgegen zu kommen. Und unter ihrer Führung steht zum ersten Mal der Name Lalique nicht nur als Produzent für die Verpackung, sondern auch als Produzent des Inhaltes. Ganz einfach “Lalique” wird das Parfum genannt, das erste, dem viele weitere folgen werden.

Selbst nachdem das Familienunternehmen 1994 an Pochet und wiederum 2008 an Lalique Group SA verkauft wird, erfährt das Portfolio von Lalique sowohl im Glas- als auch im Parfumbereich stets Erneuerungen und wird immer wieder neu erfunden, so wie es schon der Gründungsvater René Lalique vorgemacht hat. Und so wie René Lalique mit jener Strategie Erfolg hatte, so gelingt es auch dem heutigen Unternehmen, weiterhin zielsicher mit ihren erlesenen Produkten den Geschmack der Gegenwart zu treffen.
Recherchiert und verfasst von BirdeeBirdee