...ist meine Alternativname für diesen interessanten, für mich schwierigen Duft: Iris verborgen in Putzmittel. Die Duftachse Bergamotte - Kraut - Rose ist es, die bei mir fatale Assoziationen an Domol Haushaltsreiniger u.ä. weckt. Wie es eben so geht bei Gerüchen, die soziobiographische Prägung ist ausschlaggebend für ihre Bewertung, Einordnung und die Emotionen, die sie freisetzen. Glücklicherweise kann ich mich von diesem Bezug doch mittelfristig freischwimmen, oder besser riechen, und halte die Verknüpfung des typischen rauhen MH Zitrusakkords mit floralen elementen eigentlich für ganz (positiv) reizvoll. Allerdings spielt die Iris für ein so benanntes Parfüm hier gar keine so überragende Rolle, eher den pudrig-weichen Mediator zwischen Zitrus, Kraut und Rüben, äh, Rosen, und Neroli. Manchen TrägerInnen kippt der Duft ob letzterer Noten auch ins unangenehm Süße - ich kann nachvollziehen, dass gerade die Frisson zwischen den süß-floralen und zitrischen Noten plus Puder für manche Nasen penetrant statt komplex wirkt - keinesfalls ist dies ein Blindkauf. Letztlich halte ich Terre d'Iris auch nicht für feminin, sondern eher für unisex mit leichter maskuliner Tendenz - aber auch da kommt es denke ich sehr viel mehr auf die individuelle Wahrnehmung an, als bei vielen gradlinigeren Düften. Alles in allem ein interessantes Experiment, aber gewiß nicht die erste oder auch zweite oder dritte Wahl für Sucher eines Iris-Duftes - da wäre alles von The Different Company und Lutens bis dior homme und Prada vorzuziehen.