Es war wohl ein sehr heisser Sommer 1977, in dem sowohl Oscar, der damals noch Oscar de la Renta hiess, als auch ich zur Welt kamen. Und mein Vater, der meiner Mutter diesen Duft anlässlich der Geburt seines vierten und letzten Kindes schenkte, mochte dieses Parfum von den vielen, die meine Mutter besaß, immer am liebsten.
Und so sind meine ersten Erinnerungen an meine Mutter von Oscar de la Renta eingefärbt, blumig sanft, mit einer zarten Würze und dem unbestimmten Aroma einiger Küchenkräuter. Meine Mutter trug ihn oft und gerne. Vor allem im Sommer, in den Ferien. Er ist für mich immer ein wenig Süd-Frankreich, mit seiner Würze und dem Lavendel, ein wenig Nantucket, dank Gardenie und Orangenblüte.
Nachdem meine Mutter vor ein paar Jahren starb, behielt mein Vater den leeren Flakon des ersten Oscar de la Renta und ich kaufte später die Neuauflage. Ich weiß nicht, ob der Duft als Oscar reformuliert wurde, er scheint nicht mehr so tief und seine Akkorde sind zu wohlklingend, als dass ich sie mit der sonnigen Würze meiner Kindertage in Verbindung bringen könnte. Aber er bleibt eine schöne Erinnerung an meine Mutter, die ich liebte und an die zärtliche Ehe, die meine Eltern führten.
Ich selbst trage den Duft nicht. Er passt nicht zu mir, aber das ist für meine Zuneigung kein Hinderungsgrund.