Nun ja,auch als Stadtkind bin ich mit Heu vertraut, und spontan fällt mir das Kindersprüchlein ein: "Wiederhole drei mal: getrocknetes Gras !"- Heu, Heu , Heu! Wohl keiner ist nicht darauf herein gefallen! Und diesen Geruch kann man bei der inflationären Grasschneidewut (mit Geräuschbelästigung)an den unmöglichsten und unnötigsten Orten schon oft schnuppern.Leider eher Gras als Heu.Ich frage mich, was die mit dem Zeug machen! Heu, ich weiß nicht, der stolze Massai kommt nach getanem Werk gebückt aus der Hütte -beschrieben in grottenschlechtschlecht geschriebenen Erlebnisbüchern -aber es war wohl ein schneller Quickie im Heu.Die Kopfnote ist irritierend,angenehm ungewöhnlich,von einer "echten" Heunote würde ich nicht sprechen wollen, eher von orangenfruchtig-grünlichem Vorspeisenteller, irritierend, aber gar nicht garstig-grasig!Und diese Phase verfliegt so schnell wie die Heuepisode. Sehr schnell drängen die sehr weichen, zart-süßen Noten nach vorn,vielleicht mit der Haselnuss und Gewürzen in Karamellkrönung,die aber schön gegeizt hat mit dem Zuckerstreuer. Und eben diese schottische Sparsamkeit bei der Süße ist sehr schön.Der Massai kehrt jetzt gar nicht den beeindruckenden stolzen Krieger hervor, sondern lässt nur noch balsamisch-rauchige Muskeln spielen und zeigt die glänzende, samtweiche Haut.Die Haselnuss tritt noch einmal hervor,trägt er wohl als originellen Perlenschmuck. Im weiteren Verlauf ist der Afrikaner sanft-orientalisch.Ein sehr schöner Duft ohne stürmisches Temperament. Szenenwechsel:Aomassai ist gar kein Krieger!Irreführung der Nasen!Wenn schon Afrika,dann könnte ich ihn mir sehr gut an einer zauberhaften Afrikanerin vorstellen, einer dunklen Schönheit mit herzförmigem Gesicht und großen Augen, vielen Zöpfchen- und in farbenprächtigen Kleidern, in denen viele Europäerinnen regelrecht verblassen würden. Die von vielen gescholtene Kopfnote hat mir imponiert und hätte durchaus im Verlauf durchziehen können.Doch die lustvoll-zärtliche Tänzelei der sanften, eher angedeuteten als schrillen Gourmandnoten bringen mich auch auf meine Kosten.Aomassai erinnert mich durch die Harze vor allem in der Basis an "Myrrhe Ardente" von Annick Goutal,ist aber etwas ausdrucksstärker. Auf einen "richtigen" Afrikaduft warte ich noch!
Nachtrag: Im Sommer hält der schöne Krieger fast 12 Stunden.