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Top Rezension
So viele Nasen können doch nicht irren!
Der Luna Rossa-Flanker war meinerseits ein Blindkauf, hatten mich doch die Kommentare hier überzeugt und ich war der Meinung, so ein süß-würziger, pudriger Duft, der wäre eine gute Ergänzung für die Sammlung. Ich schätze ich hatte mir unter Pudrigkeit damals etwas wie Egoiste, mein Lieblingsduft, vorgestellt. War natürlich vollkommen falsch.
Tatsächlich ist er mittlerweile eines meiner Parfums, an welches ich häufiger denken muss respektive was häufiger benutzt wird. Nicht von mir zwingend, tatsächlich ist es die „Signature“ meines fünfjährigen Sohnes. Gelayert mit Journey Man von Amouage. Warum auch immer. Stand wohl nebeneinander und er fand die Flakons schick. Es riecht tatsächlich sogar sehr gut, jedenfalls sagt das seine Mutter/meine Frau. Muss sie auch, könnte man mit einem Augenzwinkern sagen. Muss sie im Umkehrschluss aber nicht wenn ich nur Journey Man trage, aber so ist das eben, ebenfalls augenzwinkernd.
Jedenfalls weiß ich noch, als ein Exemplar den Weg in mein Büro fand. Ich war auf Kundentermin, kam wieder, eines meiner Teammitglieder, welches neben mir sitzt (damals war das noch möglich), machte mich gespannt auf das Paket aufmerksam. Es war kein Geheimnis dass ich mir häufig Parfums ins Büro bestelle, die Kollegin hat selber eine gewisse Leidenschaft, zumindest was Kilians und Xerjoffs angeht. Also frisch ausgepackt und erstmal getestet. Auf Anhieb hat der Duft mich nicht bekommen. Sehr süß und künstlich, so empfand ich Luna Rossa Black anfangs. Meine Kollegin unkte bereits ob das ein Fall für das Dachgeschoss sei. Zur Erklärung: hier fristet alles, was nicht A- und B-Elf ist, ihr Parfumdasein.
So leicht wollte ich ihn nicht aufgeben. Was mich dazu bewogen hat, ist vermutlich die Zusammensetzung da sie letztlich auf Blumen respektive Pflanzen basiert, welche einen wohlriechenden Geruch von sich geben. Krautig-süß das Cumarin, was deutlich wahrnehmbar ist und den Duft definitiv trägt, ebenso die Angelika für die Würze und damit das nicht eskaliert, die leicht holzig-herbe Note des Patchoulis. Der Letztere kommt sehr sanft herüber, kein Kracher. Holziger Amber scheint das Ganze abzurunden, jedenfalls ist das Parfum von vorne bis hinten im Einklang, spult souverän sein Programm ab, unaufgeregt und gekonnt. Das ist es auch, was Luna Rossa Black jederzeit tragbar macht. Für mich passt der Duft zu jedem Anlass durch seine Ambivalenz.
Amüsanterweise erinnern mich einige Düfte manchmal an diesen Duft, wobei die anderen deutlich früher veröffentlicht worden sind. Midnight in Paris beispielsweise wobei der noch andere Noten besitzt und insgesamt pudriger ist. So blieb er dann doch im Parfumregal. Meine Frau, unser Sohn, meine Kollegin, alle konnten sich nicht irren und so habe ich den Duft ebenfalls schätzen gelernt und trage ihn mittlerweile als Abwechslung ganz gerne. Es muss ja nicht immer die Weihrauch- oder Lederkeule sein. Doch, ehrlich. Nein, das ist nicht Interl... was ich heute morgen aufgesprüht hatte. Bitte, Leute!
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Übrigens sehr lesenswerter Kommi. Natürlich einen Pokal von mir