Mal wieder ein Kind der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Man riecht sofort die Ähnlichkeit zu Macassar, ebenfalls von Rochas und ebenfalls von Nicolas Mamounas. Dass ich ein Fan von Macassar bin, kann ich nicht verschweigen. Diesem Duft weine ich schon lange nach. Aber Globe füllt diese Lücke in meinem Herzen ein wenig aus. Globe startet kräftig, aber ein bisschen leiser, ist etwas seifiger und gefälliger. Es kündigt sich das nächste Jahrzehnt an. Globe startet mit einer grünen, leicht zitronigen Würze. Die scheinbar unvermeidliche Bergamotte ist wohl auch dabei.
Der würzige, grüne Zusammenhang wird mit der Zeit immer gefälliger. Ich empfinde das harmonisch, gut komponiert. Es entsteht ein einheitlicher Duft, ohne dass einzelne Komponente besonders hervorstechen. Mit der Zeit wird der Duft ein bisschen waldiger, holziger, ein herbstlicher, lichter deutscher Mischwald tut sich auf. Letzte warme Tag im Herbst, wenn die Blätter an den Bäumen tatsächlich golden, wie die Farbe des Parfums, scheinen. Der Duft bleibt hell, nichts ist muffig oder modrig. Mir kommt ein Lauf durch einen Buchenwald, kurz nach einem Regenguss, in den Kopf. Die Blätter an den Bäumen bilden ein goldenes Dach, durch dass die Sonne gerade wieder scheint. Auf dem Boden weben die herabgefallenen Blätter einen goldenen, feuchten Teppich. Und dazwischen steigen die durch den Regen schwarz gefärbten, glatten Stämme der Buchen auf. Ein toller Blick, soweit man sieht. Und es duftet.
Diesen Duft den ganzen Tag immer wieder zu riechen macht richtig Spaß, hellt die Stimmung auf.
Globe ist kein Hammer (wie Macassar), viel tragbarer für viele Gelegenheiten, etwas weltmännischer, passt überall und war auch schon überall. Der Name Globe passt in diese Vorstellung. Ich habe das Glück, einen silbernen Metallflakon mit geschliffenem Glaseinsatz zu besitzen. Der sieht tatsächlich sehr gut aus.
Globe hat, besonders im Start, sehr viel Ähnlichkeit mit Macassar, ist insgesamt aber weicher, gefälliger. Das macht den Duft sicher auch etwas moderner und tragbarer in unserer Zeit. Je mehr ich bewußt über diesen Duft nachdenke, desto mehr merke ich, wie gerne ich ihn um mich habe. Diesen lichten goldenen Herbstwald. So duftet es in Lothlorien.