Maggy4u
28.01.2019 - 02:40 Uhr
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Top Rezension
8.5Duft 8Haltbarkeit 7Sillage 9Flakon

Glenmorangie Signet

In den Northern Highlands liegt die Destille Glenmorangie. Genauer im nicht mal 4.000 Seelen zählenden Ort Tain. Dort wird seit 1843 Scotch hergestellt. Zumindest ist es seit diesem Zeitpunkt dokumentiert. Die Wurzeln am Ufer des Dornoch Firth gehen deutlich weiter zurück. Aber es waren immer "The 16 Men of Tain", die an den Kesseln verantwortlich für den unglaublich milden Whisky waren. Grund dafür waren unter anderem die höchsten Brennblasen, die mit über fünf Metern ihres Gleichen suchen. Hier wird vornehmlich leicht getorfte Gerste aus der Region vermaischt und so das besondere Aroma des Glenmorangie geschaffen.

Genau dieser besondere Umgang mit natürlichen Materialien führt z.B. im Glenmorangie Signet zu einem sanften Torfaroma, dass sich mit schokoladigen und roten Fruchtakkorden mischt.

Und genau so duftet Scotch Peat. Nach leicht malzigem Getreide. Der Maische. Alten Eichenfässern in denen die alten Jahrgänge Farbe und Geschmack (von Wein und Sherry) annehmen. Dem allgegenwärtigen Aroma von Whisky. In den Tassen der Men of Tain, wie sie in der Geschichte Glenmorangie immer Mittags gefüllt wurden. Und dabei ist es eher so, als ginge man an der Destille vorbei. Deren Türen offen stehen. Der Duft strömt hinaus in die kühle Luft des Morgens. Wärmt über die Nase den Spaziergänger. Brennt die Aromen tief in das Gedächtnis.

Ganz ohne alkoholische Noten.

Hinzu kommen warme Aromen von Schokolade und Früchten. Und wenn man bedenkt, dass Patchouli und Vanille gern mal ein Schoko-Aroma ergeben, so ist der hier beschriebene Torf-Akkord eher einer von frischer, schwarzer, feuchter Erde, der sich mit der karamellisierten Tonka zu einem leicht rauchigen Schokoladen-Akkord vermischt.

So, wie im Glenmorangie Signet.

Die inzwischen gut 400 Mitarbeitern im Unternehmen, rund um die "16 Men of Tain" an den Kesseln, produzieren mit über 9 Millionen Litern jährlich, den beliebtesten Whisky Schottlands. Die Destille gehört auch seit einiger Zeit zum LVMH Konzern. Es ist kaum eine solche Menge an Braugerste aus so einem kleinen Umland, wie um Tain, zu bestreiten. Aber es wird penibel darauf geachtet, dass die Gerste die typischen leichte Torfung hat, auch wenn Sie von weiter her kommt.

Für besondere Blends kommt immer noch die Original-Gerste vom Ufer des Dornoch Firth zum Einsatz.
5 Antworten
StrehliwoodStrehliwood vor 6 Jahren
Super interessanter Duft...
MorgainaMorgaina vor 6 Jahren
Mit Glenmorangie habe ich mich in die "bessere" Whiskeywelt ran getastet. So schön mild durch die Lagerung u.a. in Sherryfässern. In diesem Sinne "Sláinte"
SensualSensual vor 6 Jahren
Ich habe jetzt auch Appetit auf Whisky bekommen, obwohl ich so gut wie niemals trinke! :D
AquamonzaAquamonza vor 6 Jahren
Klingt nach Merkliste! Nicht, dass ich ein besonderer Speyside-Fan bin (und Glenmorangie ist ein besonders speysidiges Beispiel ;)), aber riechen tu ich sie alle gern - und danach riechen lieber als z. B. nach Rum allemal :)
M3000M3000 vor 6 Jahren
Trotz früher Uhrzeit habe ich jetzt Appetit auf Whisky... - und auf diesen Duft, das klingt äusserst vielversprechend für mich, danke für's Bekanntmachen!