Nie nie sagen. Ausnahmsweise. Prinzipiell. Schon vor Jahren kreisten meine Gedanken mal um diesen Duft. Aber auch der schöne Flakon ließ mich nicht schwach werden: Aquatische Noten sind wie ein Stoppzeichen in mein Dufthirnareal eingebrannt. Nein, no, non, nem, njet, lo, la - never. Selbst der Vorsatz "Aqua" - was ja nur Wasser heißt, lässt mich zumindest die Stirn runzeln.Und das als Meeresanwohnerin. Meerchen. Dann habe ich doch einen (Fast)blindkauf gewagt, auf Rückbestätigung einer Userin, deren Urteil ich vertraue, und auf die Kommentare hin. Dann war es nicht mehr so mutig. Und: Aquatisch, Grausen, Wehgeschrei? Ich habe festgestellt: Aquatisch geht auch anders als stichelnd-fruchtig oder plörrig. Nämlich eine kurze Episode einer ganz leicht salzigen Note, die mich auch an einen Hauch einer ebenfalls leichten baldrianähnlichen Note erinnert, die ich nicht näher definieren kann. Und: gar nicht nervend oder Widerwillen auslösend, nein. Eine Userin hier meinte treffend: Es erinnert an einen Salz-Sauna-Seewind-Holz-Aufguss, und das fand ich ziemlich treffend: Ein Aufguss mit einer nah-fernen Essenz, die etwas Exotisches und Bekanntes enthält. Rosenholz, also Palisander, ist mir nicht möglich zu identifizieren. Mir fehlen da natürlich die Vergleichsmöglichkeiten. Aber eine Holznote, die ich eben noch nicht vorher gerochen habe, wie ich auch bei dem wunderbaren "Oriental Flower by Kenzo" kennenlernen konnte, ist schon erkennbar. Vielleicht auch eine Spur Amber, jedenfalls eine schöne leichte Wärme, die sich hier ausbreitet. Semi-orientalisch passt vielleicht. Tann Rokka verkauft in seinem Londoner Shop eher britischen Chic: Lampen, Möbel - vieles mir zu verspielt oder behäbig,gar nicht traditionell-japanisch anmutend im Sinne des perfektionierten Minimalismus. Inwiefern Kisu ein japanischer Stempel aufzudrücken ist - ich kann es nicht beurteilen, alles nur angelesen, Hören-Sagen: Dass Japaner eher körpernahe Düfte mögen. Andererseits: Muss ich von jedem irgendwo lebenden Japaner unbedingt Japanisches erwarten?! Da muss ich doch meine möglicherweise falsche Erwartung korrigieren. Zumal es heute auch in Japan ziemlich viele Geschmacksverirrungen gibt, neben der Hochkultur der Tamagochi-Stil. Später wird der Duft holzig und deutlich moschushaltig, feiner, nicht körperlicher Moschus. Und immer wieder bricht die ungewöhnliche Blütennote durch, die mich an Baldrian erinnert. Wirklich besonders! Mein Urteil: semi-körpernah, also weder betont dicker Aufträger,noch ein ängstlich-unscheinbar-verhuschtes Lüftchen. Ich bin sehr froh, dass ich nun doch zu diesem Flakon gekommen bin. Dass das aquatische Warnschild ein überflüssiges Verkehrsschild war. Dass ich ein bisschen Mut und Beratung hatte. Dass ich in Puncto "Japanetikett" etwas gelernt habe. Dass ich einen neuen Duft in meiner Sammlung habe, der eine ganz neue Facette ist.
Als ich Kisu kennenlernte, kannte ich die Duftpyramide zum Glück nicht, sonst hätte ich auch einen Bogen gemacht.
Dieses Wasser hat nichts von der *Cool-Water-Chemikalie*
Schöner Duft - schöner Kommi
Dieses Wasser hat nichts von der *Cool-Water-Chemikalie*
Schöner Duft - schöner Kommi