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Sehr hilfreiche Rezension
Tauer's Ode an die Wildnis
Der mit dem Steppenwolf tanzt? Ist das diese Tauer aus der Schweiz? Andy Tauer steht für autodidaktische Parfumkunst, hat seine eigene Nische innerhalb kürzester Zeit gefunden und bedient diese ohne Rücksicht auf Verluste. Mann kann Tauer vieles vorwerfen, aber nicht das er den einfachen Weg für seine Düfte wählt. Hier riecht nichts kommerziell und auf große Zielgruppen getrimmt. Und gerade das macht diesen "Dufttüftler" sympathisch.
Um Lonestar Memories bin ich schon viele Monate geschlichen. Angefixt durch die Rezension vom Lederhäuptling "Chizza" wurde dann die Probe zusammen mit 3 anderen Düften von Tauer bestellt. Ich mag meine Lederdüfte gerne etwas schroff, mit Kante und wenn möglich ohne viel Brimborium (Himbeeren, Zucker usw). Und ich mag Rauch in Düften. Kalte Asche, dicke Nebelschwaden. All das vereint Lonestar Memories zu einem bunten Potpourri aus vielen Gewürzen und Zutaten. Im Opening springt mir direkt eine leichte Zimtnote in die Nase (auch wenn Zimt nicht als Note gelistet wird). Danach beginnt der Tanz um das Lagerfeuer. Hier raucht es wirklich gewaltig. Neben den bekannten Rauchbomben von Beaufort London ist das für mich die bisher deutlichste "Rauchnote" die mir untergekommen ist. Ich für meinen Teil kann z.B. in einem Interlude Man nur sehr schwer eine typische Rauchnote herausriechen. Hier aber bekommt man die volle Breitseite am Feuer. Qualm, kurz vorm beißend und stechend in den Nasenhöhlen. Dann kommt das derbe Leder dazu. Alt, verwaschen aber nicht dreckig oder stinkend. Ein gepflegter Pferdesattel, der nach jedem Ausritt entsprechend gereinigt wurde. Die Zeichen der Zeit trägt er trotzdem in sich. Tauer zeichnet hier ein äußerst authentisches Leder. Im späten Drydown verliert Lonestar Memories etwas von seiner derben Art und wird handzahmer. Tonkabohne und Sandelholz nehmen dem Leder etwas von seiner Schroffheit, ergänzen es um wärmende Momente und lassen den Tag am Lagerfeuer ausklingen.
Flakon: typischer Tauer, blau, etwas rustikal aber sympatisch
Sprüher: üblicher Standard
Haltbarkeit: 10+ Stunden mit einem Sprühstoß
Sillage: die ersten Stunden absolut raumfüllend und einnehmend. Ich würde nicht mehr als 2 Sprühstöße verwenden
Preis: ~ 2€/ml ist im Nischenbereich kein Beinbruch und somit als relativ fair einzuordnen
Lonestar Memories ist eine Momentaufnahme der Wildnis in ihrer kargen und verwundbaren Schönheit. Rauch und Leder werden zusammen mit Gewürzen perfekt umwoben und lassen einen in diese Welt eintauchen. Mehr kann man sich von einem Duft nicht wünschen.
Um Lonestar Memories bin ich schon viele Monate geschlichen. Angefixt durch die Rezension vom Lederhäuptling "Chizza" wurde dann die Probe zusammen mit 3 anderen Düften von Tauer bestellt. Ich mag meine Lederdüfte gerne etwas schroff, mit Kante und wenn möglich ohne viel Brimborium (Himbeeren, Zucker usw). Und ich mag Rauch in Düften. Kalte Asche, dicke Nebelschwaden. All das vereint Lonestar Memories zu einem bunten Potpourri aus vielen Gewürzen und Zutaten. Im Opening springt mir direkt eine leichte Zimtnote in die Nase (auch wenn Zimt nicht als Note gelistet wird). Danach beginnt der Tanz um das Lagerfeuer. Hier raucht es wirklich gewaltig. Neben den bekannten Rauchbomben von Beaufort London ist das für mich die bisher deutlichste "Rauchnote" die mir untergekommen ist. Ich für meinen Teil kann z.B. in einem Interlude Man nur sehr schwer eine typische Rauchnote herausriechen. Hier aber bekommt man die volle Breitseite am Feuer. Qualm, kurz vorm beißend und stechend in den Nasenhöhlen. Dann kommt das derbe Leder dazu. Alt, verwaschen aber nicht dreckig oder stinkend. Ein gepflegter Pferdesattel, der nach jedem Ausritt entsprechend gereinigt wurde. Die Zeichen der Zeit trägt er trotzdem in sich. Tauer zeichnet hier ein äußerst authentisches Leder. Im späten Drydown verliert Lonestar Memories etwas von seiner derben Art und wird handzahmer. Tonkabohne und Sandelholz nehmen dem Leder etwas von seiner Schroffheit, ergänzen es um wärmende Momente und lassen den Tag am Lagerfeuer ausklingen.
Flakon: typischer Tauer, blau, etwas rustikal aber sympatisch
Sprüher: üblicher Standard
Haltbarkeit: 10+ Stunden mit einem Sprühstoß
Sillage: die ersten Stunden absolut raumfüllend und einnehmend. Ich würde nicht mehr als 2 Sprühstöße verwenden
Preis: ~ 2€/ml ist im Nischenbereich kein Beinbruch und somit als relativ fair einzuordnen
Lonestar Memories ist eine Momentaufnahme der Wildnis in ihrer kargen und verwundbaren Schönheit. Rauch und Leder werden zusammen mit Gewürzen perfekt umwoben und lassen einen in diese Welt eintauchen. Mehr kann man sich von einem Duft nicht wünschen.
5 Antworten


Deine Vergleiche in Richtung Beaufort sind richtig, wobei ich Beaufort nicht heftiger finde aber der besitzt eine sehr spezielle Note. :)
Auch wenn das langsam zum Standardsatz wird!
Fein, dass er - der Duft - Dir gefällt!