
Puderperle
57 Rezensionen

Puderperle
11
Täter ermittelt
„Sie war die Schönste unter uns“ schluchzte die Frau des Bürgermeisters. „Und die Freundlichste“, weinte die beste Freundin.
Tränen rannen den Trauernden über die Wangen. Es war schwer zu ertragen. Das Unglück erschütterte die ganze Dorfgemeinde.
Ein gerahmtes Bild in Schwarz weiß mit Band ließ nur erahnen, wie bezaubernd die Verstorbene wirklich war. Jung und zart, das ganze Leben noch vor sich. Ihr seidiges Haar hatte stets nach Puder geduftet, die Haut war sanft und makellos gewesen.
„Weil sie in Rosenwasser gebadet und sich mit Heliotrop gepudert hat.“ wusste die Briefträgerin.
„Welche Blütencreme sie verwendet hat, wissen wir bis heute nicht“, grämte sich die Dorf-Pummelige, die trauriger darüber war, das ungelüftete Geheimnis beerdigen zu müssen. Etwas zu emotional pfefferte sie eine Handvoll Vanilleschoten ins Erdloch. „Benimm dich“, raunte ihr glatzköpfiger Ehegatte, der ihr dabei in die Seite puffte. Es fiel ihm schwer die aufrichtige Trauer zu verbergen, um den Hausfrieden nicht zu gefährden.
Vereint standen sie nun am Grab, warfen nach der Reihe ätherische Blättchen auf den heruntergelassenen Sarg. Keiner der Dörfler schien sich darüber zu wundern, denn die Puderpuppe war für ihre Hilfsbereitschaft und medizinisches Know How bekannt. Regelmäßig machte sie Hausbesuche und pflegte gebrochene Herzen mit Anis und Eukalyptus, die sie aus ihren lila Köfferlein hervorzauberte.
Am lautesten schniefte die Reihe der jungen Verehrer, denn niemand von ihnen hatte die Schöne retten können.
Weil die Augen bereits so angeschwollen waren, ließ der Dorfschönling versehentlich sein eingeschnäuztes Taschentuch ins Loch fallen, anstatt den Amberbrocken. Sie hatte den herbstlich-süßen Duft von Amber geliebt. Er ließ sie manchmal daran riechen, wenn er im Gegenzug mit ihr einen Walzer tanzen durfte.
Eine gute Nachricht gab es aber: Der Täter konnte noch am Tage der Beerdigung anhand von seinen dreckigen Fingernägeln ermittelt werden, die als erdige Spurenanhaftung auf dem Kleide des Opfers gesichert wurden. Wer hätte es gedacht? Es war der Totengräber Pat Schouli!
Oh weh, so eine traurige Geschichte. Leider fühlte sich mein Herz beim Testen genau so an. Eine unbeschreibliche Schönheit erscheint in den ersten zwei Sekunden. Feminin, zart, süß und hauptsächlich pudrig. Ja, genau so möchte ich duften. Kurz bevor man sie greifen und ans Herz drücken kann, erscheinen erdig, dreckige Grabschaufeln, die sie wegziehen wollen. Ein Kampf um die reine Seele beginnt. Im Hintergrund macht Anis auf sich aufmerksam und findet Gehör beim ätherischen Eukalyptus. Jedoch sind die Blüten zu weit entfernt, als dass sie das Spektakel wirklich mitbekommen. Vanille verteidigt sich, kommt gut zum Vorschein. Der Rest bleibt unbemerkt.
Den Seelenräuber, der mich zwangsläufig an Modriges oder feuchte Erde erinnert, kommt bei mir in der Regel nicht gut an.
Für manche mag die Kombination gut funktionieren, ich kann es leider nicht voneinander trennen, Patchouli stört mich einfach.
So legt sich ein Schleier von Trauer über mein Gemüt, denn erlösen kann ich meine Porzellanfee nicht mehr. Zu weit steckt sie schon im Erdloch. Traurig löse ich meinen Klammergriff und überlasse sie dem Herrn des Erdreichs.
Zum Abschied ritze ich „… leider wirst du niemals mein sein“, in das Holzkreuz. Ruhe in Frieden du Dorfschönheit.
Während ich schon davongelaufen bin, konnte sie sich mit einem Bein aus dem Grab befreien. Leider habe ich nicht die Geduld gehabt, so lange zu warten.
Danke liebe Pollita für die Testmöglichkeit.
Tränen rannen den Trauernden über die Wangen. Es war schwer zu ertragen. Das Unglück erschütterte die ganze Dorfgemeinde.
Ein gerahmtes Bild in Schwarz weiß mit Band ließ nur erahnen, wie bezaubernd die Verstorbene wirklich war. Jung und zart, das ganze Leben noch vor sich. Ihr seidiges Haar hatte stets nach Puder geduftet, die Haut war sanft und makellos gewesen.
„Weil sie in Rosenwasser gebadet und sich mit Heliotrop gepudert hat.“ wusste die Briefträgerin.
„Welche Blütencreme sie verwendet hat, wissen wir bis heute nicht“, grämte sich die Dorf-Pummelige, die trauriger darüber war, das ungelüftete Geheimnis beerdigen zu müssen. Etwas zu emotional pfefferte sie eine Handvoll Vanilleschoten ins Erdloch. „Benimm dich“, raunte ihr glatzköpfiger Ehegatte, der ihr dabei in die Seite puffte. Es fiel ihm schwer die aufrichtige Trauer zu verbergen, um den Hausfrieden nicht zu gefährden.
Vereint standen sie nun am Grab, warfen nach der Reihe ätherische Blättchen auf den heruntergelassenen Sarg. Keiner der Dörfler schien sich darüber zu wundern, denn die Puderpuppe war für ihre Hilfsbereitschaft und medizinisches Know How bekannt. Regelmäßig machte sie Hausbesuche und pflegte gebrochene Herzen mit Anis und Eukalyptus, die sie aus ihren lila Köfferlein hervorzauberte.
Am lautesten schniefte die Reihe der jungen Verehrer, denn niemand von ihnen hatte die Schöne retten können.
Weil die Augen bereits so angeschwollen waren, ließ der Dorfschönling versehentlich sein eingeschnäuztes Taschentuch ins Loch fallen, anstatt den Amberbrocken. Sie hatte den herbstlich-süßen Duft von Amber geliebt. Er ließ sie manchmal daran riechen, wenn er im Gegenzug mit ihr einen Walzer tanzen durfte.
Eine gute Nachricht gab es aber: Der Täter konnte noch am Tage der Beerdigung anhand von seinen dreckigen Fingernägeln ermittelt werden, die als erdige Spurenanhaftung auf dem Kleide des Opfers gesichert wurden. Wer hätte es gedacht? Es war der Totengräber Pat Schouli!
Oh weh, so eine traurige Geschichte. Leider fühlte sich mein Herz beim Testen genau so an. Eine unbeschreibliche Schönheit erscheint in den ersten zwei Sekunden. Feminin, zart, süß und hauptsächlich pudrig. Ja, genau so möchte ich duften. Kurz bevor man sie greifen und ans Herz drücken kann, erscheinen erdig, dreckige Grabschaufeln, die sie wegziehen wollen. Ein Kampf um die reine Seele beginnt. Im Hintergrund macht Anis auf sich aufmerksam und findet Gehör beim ätherischen Eukalyptus. Jedoch sind die Blüten zu weit entfernt, als dass sie das Spektakel wirklich mitbekommen. Vanille verteidigt sich, kommt gut zum Vorschein. Der Rest bleibt unbemerkt.
Den Seelenräuber, der mich zwangsläufig an Modriges oder feuchte Erde erinnert, kommt bei mir in der Regel nicht gut an.
Für manche mag die Kombination gut funktionieren, ich kann es leider nicht voneinander trennen, Patchouli stört mich einfach.
So legt sich ein Schleier von Trauer über mein Gemüt, denn erlösen kann ich meine Porzellanfee nicht mehr. Zu weit steckt sie schon im Erdloch. Traurig löse ich meinen Klammergriff und überlasse sie dem Herrn des Erdreichs.
Zum Abschied ritze ich „… leider wirst du niemals mein sein“, in das Holzkreuz. Ruhe in Frieden du Dorfschönheit.
Während ich schon davongelaufen bin, konnte sie sich mit einem Bein aus dem Grab befreien. Leider habe ich nicht die Geduld gehabt, so lange zu warten.
Danke liebe Pollita für die Testmöglichkeit.
21 Antworten



Kopfnote
Anis
Eukalyptus
Jasmin
Neroli
Herznote
Heliotrop
weiße Blüten
Amber
Rose
Basisnote
Patchouli
Vanille
Myrrhe
Zedernholz
Pollita
Puderperle
Senses
Blom50
Schruppen


















