24.08.2025 - 16:00 Uhr

Can777
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Can777
Top Rezension
19
The Cemetery of Flowers…!
Keiner kannte ihn genau. Und niemand wusste genau wer er war oder woher er kam. Er kam immer zum Wochenende auf den sehr alten Friedhof am Stadtrand. Meistens Sonntags. Sein dunkler Anzug wirkte zerschlissen und abgewetzt . Aber man merkte dass er versuchte gepflegt zu erscheinen. Sein Blick war leer und seine wässrig-grünen Augen waren nach innen gerichtet. Sein weißes Haar umspielte sein hageres Gesicht wie ein Gespinst. Und jeder Schritt wirkte wie der Letzte. Zielstrebig ging er im dorthin wo keiner gerne war. Er ging zum Komposthaufen des Friedhofs. Dort wo der Friedhof aller Blumen war. Genau dort waren die Blumen die niemand mehr haben wollte. Dort wurde alles entsorgt was welkte,was nicht mehr frisch war,was nicht mehr ansehnlich und voller Schönheit war. Der Anblick des Komposthaufens war ebenso skurril wie wunderschön…!
Auf dem modernden Haufen lag alles. Die Kränze der gerade Verstorbenen und die Gebinde der Vermählten. Die Kirche war doch gleich nebenan. Hier lag der Tod direkt neben der Liebe. Man musste sehr bei sich sein wenn man vor diesen Komposthaufen stand. Zu mächtig und laut waren alle Emotionen die dort abgelegt wurden. Es tat weh. Egal in welche Richtung. Und genau dorthin ging der alte Mann. So unglaublich stark und selbstsicher!
Das Chlorophyll der welken Pflanzen und des Todes umschloss den alten Mann fast schon wie eine Aura aus Grün. Leicht narkotisch wie welke Hyazinthen. Er erwählte fast zielstrebig seine Blumen aus den Haufen. Selbst den erdig-schmutzigen Rettich aus dem Gemüse-Beet der Kirche nebenan nahm er oftmals. Die herbe-würzigen Chrysanthemen. Die ledrig-pudrigen Veilchen. Etwas Moos von verwitterten Grabsteinen. Die fleischig-zarten Levkoje. Seine Hände waren voller Erde. Patchouli gleich und voller Schmutz. Fast wahllos und doch instinktiv griff er zu. Er formte eine Strauß daraus. Morbide anzusehen und doch so unglaublich hübsch und wunderschön. Er gab den Tod selbst ein wunderschönes Kostüm. Die Vergänglichkeit schien zu leben!
Dann setze er sich verträumt auf eine der alten und kalten Granitbänke. Sein Blick war leer wie immer. Aber manchmal wurde er hell. Dann sprach er zu dem Strauß den er gebunden hatte mit einen verwitterten Lederband. Er hielt den Strauß wie einen Säugling im Arm. Oder auch wie den Kopf eines geliebten Menschen den er was zu erzählen hatte. Er streichelte auch oftmals den Strauß. So zärtlich,so sanft,so friedlich,so empfindsam und voller Liebe. Manchmal bewegten sich seine Lippen wenn er zu dem Strauß flüsterte. Aber man verstand nie ein Wort. In diesen Momenten wirkte er sehr,sehr glücklich…!
Stunden saß er da bevor er aufstand und mit dem welken Strauß in den Händen in den ältesten Teil des Friedhofs ging,der verwildert war und nicht mehr gepflegt wurde. Dort war eine Stelle ganz weit im Inneren die umgeben war von blühenden Unkraut. Sie wirkte aus der Distanz fast wie ein kleiner Komposthaufen. Es war bloß keiner! In der Mitte war ein zierlich-kleiner und verwitterter Grabstein. Er war umgeben von verwelkten Sträußen. Man konnte sie kaum noch zählen. Es waren unendlich viele. Dort legte der alte Mann den Strauß ab. Dieser Ort war so still,dass man noch nicht mal die Vögel zwitschern hörte. Aber was man hören konnte war sein weinen. Nie lange,…ganz kurz nur…!
Wenn man sich den Grabstein näherte und ein paar der Sträuße beiseite schob konnte man noch erkennen was auf ihm stand……
HIER RUHT ANNI…
DU WARST DIE GÄRTNERIN MEINES HERZENS.
IN EWIGER LIEBE….
WILLI
Ende
https://www.youtube.com/watch?v=iytUp61zsUo
Auf dem modernden Haufen lag alles. Die Kränze der gerade Verstorbenen und die Gebinde der Vermählten. Die Kirche war doch gleich nebenan. Hier lag der Tod direkt neben der Liebe. Man musste sehr bei sich sein wenn man vor diesen Komposthaufen stand. Zu mächtig und laut waren alle Emotionen die dort abgelegt wurden. Es tat weh. Egal in welche Richtung. Und genau dorthin ging der alte Mann. So unglaublich stark und selbstsicher!
Das Chlorophyll der welken Pflanzen und des Todes umschloss den alten Mann fast schon wie eine Aura aus Grün. Leicht narkotisch wie welke Hyazinthen. Er erwählte fast zielstrebig seine Blumen aus den Haufen. Selbst den erdig-schmutzigen Rettich aus dem Gemüse-Beet der Kirche nebenan nahm er oftmals. Die herbe-würzigen Chrysanthemen. Die ledrig-pudrigen Veilchen. Etwas Moos von verwitterten Grabsteinen. Die fleischig-zarten Levkoje. Seine Hände waren voller Erde. Patchouli gleich und voller Schmutz. Fast wahllos und doch instinktiv griff er zu. Er formte eine Strauß daraus. Morbide anzusehen und doch so unglaublich hübsch und wunderschön. Er gab den Tod selbst ein wunderschönes Kostüm. Die Vergänglichkeit schien zu leben!
Dann setze er sich verträumt auf eine der alten und kalten Granitbänke. Sein Blick war leer wie immer. Aber manchmal wurde er hell. Dann sprach er zu dem Strauß den er gebunden hatte mit einen verwitterten Lederband. Er hielt den Strauß wie einen Säugling im Arm. Oder auch wie den Kopf eines geliebten Menschen den er was zu erzählen hatte. Er streichelte auch oftmals den Strauß. So zärtlich,so sanft,so friedlich,so empfindsam und voller Liebe. Manchmal bewegten sich seine Lippen wenn er zu dem Strauß flüsterte. Aber man verstand nie ein Wort. In diesen Momenten wirkte er sehr,sehr glücklich…!
Stunden saß er da bevor er aufstand und mit dem welken Strauß in den Händen in den ältesten Teil des Friedhofs ging,der verwildert war und nicht mehr gepflegt wurde. Dort war eine Stelle ganz weit im Inneren die umgeben war von blühenden Unkraut. Sie wirkte aus der Distanz fast wie ein kleiner Komposthaufen. Es war bloß keiner! In der Mitte war ein zierlich-kleiner und verwitterter Grabstein. Er war umgeben von verwelkten Sträußen. Man konnte sie kaum noch zählen. Es waren unendlich viele. Dort legte der alte Mann den Strauß ab. Dieser Ort war so still,dass man noch nicht mal die Vögel zwitschern hörte. Aber was man hören konnte war sein weinen. Nie lange,…ganz kurz nur…!
Wenn man sich den Grabstein näherte und ein paar der Sträuße beiseite schob konnte man noch erkennen was auf ihm stand……
HIER RUHT ANNI…
DU WARST DIE GÄRTNERIN MEINES HERZENS.
IN EWIGER LIEBE….
WILLI
Ende
https://www.youtube.com/watch?v=iytUp61zsUo
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