Winter.
Das Knirschen frischen Schnees unter den Füßen und das der Lederhandschuhe, als er in die Tasche seines langen Mantels nach dem Feuerzeug greift, durchbrechen die Stille der toten Jahreszeit.
Die Luft riecht nach Feuer, Tannen und Autos.
Er inhaliert den Qualm seiner Zigarette und nähert sich beim Ausatmen der Kirche.
Als er die schwere Tür aufdrückt und die Kippe zur Seite wegschnippt, ertönt ein ächzendes und knarrendes Geräusch, gefolgt von verschlingender Stille, die sich in der Einsamkeit zwischen den leeren Bänken ausbreitet.
Dumpf halt nun das Läuten der Glocken nach, die sich mit dem rhythmischen Klackern seiner Schritte in der Kirche vermengen und hypnotisierend durch den Saal wabbern.
Es riecht stechend nach Holzlasur auf alten Kirchenbänken, die sich im Laufe der Jahre mit Weihrauch vollsogen. Erloschene Kerzen, deren Dochte noch die letzten Spuren eines wärmenden Schimmers verbreiten, hängen tief in der Luft.
Er spürt nichts und doch alles, weil der Ort umfasst, was ihn zerfrisst.
Knarrend bewegen sich seine Lederboots langsam über den kalten feuchten Stein, sein Blick auf das goldene Kreuz über dem Altar gerichtet, das das sperrliche Licht ein paar weniger noch brennender Kerzen funkelnd reflektiert.
Je näher er dem Altar ist, desto schwerer werden seine Schritte, bis er schließlich an der untersten Stufe auf die Knie fällt und auf den Boden starrt. Er weiß nicht, wie lange er dort unten verweilt und es ist ihm auch egal.
Mit Wehmut greift er erneut in seine Tasche, ohne sich der Handschuhe zu entledigen, und holt ein goldenes Medaillon hervor mit einer kaum noch lesbaren Gravur.
Zitternd greifen seine Finger darum, etwas unbeholfen versucht er es zu öffnen. Ein leises Klicken ertönt - es ist offen. Scharf zieht er Luft ein, klappt das Medaillon schließlich auf und will es sich noch ein letztes Mal ansehen...
Doch alles, worauf sein Blick fällt, ist ein kleines schwarzes Bild, das langsam hinter einem Tränenschleier verschwimmt.
Kribbeln
Es gibt für mich noch keinen vergleichbaren Duft und es brach mir das Herz, als er aus dem Sortiment genommen wurde. Kein anderer Duft aus der Reihe kommt an ihn heran.
Der Absinth ganz spritzig an der Spitze, die Süße vom Lakritz bettet sich darunter, umspielt von Jasmin und alles untermalt von kräftigen Kaffee. Duftnoten, die augenscheinlich nicht zusammenpassen, aber so bezaubernd miteinander harmonieren. Ich weiß nicht ob ich mich reinlegen, damit einhüllen oder ihn essen möchte.
Der Duft erschafft auch keine Szenerie, kein Bild, in das ich entführt werde, es ist einfach ein Gefühl, das ich mit jedem Molekül inhalieren kann und nicht mehr ausatmen möchte.
Guten Tag, ich würde gern einen Blumenstrauß binden lassen…
Schließe ich die Augen, entführt mich der Duft in ein kleines uriges Blumengeschäft. Leicht süßlich-modrig wie Blumenerde und grün wie frische Schnittblumen. Ich sehe Holzbalken eines Fachwerks, zarte Lichtstrahlen, die durch das Fensterglas fallen und feinste Staubartikeln und Wassertropfen glitzern lassen wie pures Gold. Ein Duft, der meine Aufmerksamkeit auf sich zieht, mich verharren lässt und nach dem Ursprung suchend. Zu schade, um ihn oft selbst zu benutzen, um die Magie nicht so schnell verfliegen zu lassen. Und gleichzeitig auch zu „schwer“, um über Stunden von ihm umgeben zu sein. Ich liebe diesen Duft.
Cremig-Holzig-Seifig
Prinzipiell empfinde ich den Duft als sehr angenehm. Er hat eine gewisse Frische, Cremigkeit, Leichtigkeit, aber leider verursacht er schnell eine Übelkeit.
Ich finde ihn an anderen wunderschön, an mir selbst jedoch zu überwältigend.
Die Feigenmilch ist ein sehr angenehmer Start, wobei ich die zitrischen Noten eher unangenehm finde; der Duft wird dadurch ein wenig zu "seifig" für meinen Geschmack.
Auf der gourmandigen Basis von Tonkabohne bettet er sehr sich gut auf, was ihm eben diese angenehme und auch "kuschelige" Note verleiht.