MrLawman
MrLawmans Blog
vor 4 Jahren - 05.07.2021
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Primärer und sekundärer Geruch

Wenn wir auf die Grundlagen unseres Geruchssystems zurückgehen, müssen wir unbedingt beachten, dass unser Geruchssinn grundsätzlich auf einem monotonen System und auf Einzelgerüchen basiert.Man riecht grundsätzlich 1 Geruch (den Geruch einer Blume, einer Frucht oder den einer Ledertasche zum Beispiel). Dadurch können wir Gerüche leicht in Einzelgerüche einordnen.

In der Parfümerie liegt die Herausforderung jedoch darin, mehrere Duftelemente zu einem Duft zu erkennen. Wenn wir ein Parfüm auftragen, riechen wir in Wirklichkeit nur einen Duft, nämlich den Duft des gewählten Parfüms. Allerdings ist es so, dass jedes Parfüm, genau wie ein gutes Gericht in einem feinen Restaurant, aus mehreren verschiedenen Bestandteilen und Komponenten besteht, die im Zusammenspiel eine Duftkomposition ergeben.

Was ich aus diesem Blog herausholen möchte, ist zu sagen, dass Düfte in 1) Primärgeruch, die natürliche Inhaltsstoffe beinhalten, wie z.B. Oud, Rose, Ambra, Patchouli usw. und 2) Sekundärgeruch, wie z.B. Seife, Shampoo und Duft, eingeteilt werden können.

Das Parfum-Hobby stellt also die Herausforderung, Primärdüfte in Sekundärdüften zu erkennen. Dann versuchen wir, unser Geruchserlebnis so genau wie möglich zu beschreiben, indem wir unter anderem Szenarien nennen, an die es uns erinnert hat.

Meine Frage an du lautet: bist du mit dieser Einteilung in primäre und sekundäre Gerüche einverstanden oder siehst du das anders? Ich würde gerne Ihre Meinung dazu hören und lesen

15 Antworten
Sleppy94Sleppy94 vor 4 Jahren
Im Endeffekt ist eh alles geheim und nur ein Parfümeur kann sagen ob der Seifegeruch ein Akkord ist oder aus einer einzigen Chemikalie zu gewinnen ist. Wir können lediglich spekulieren und hoffen uns mit halbwegs irgendwelchen Beschreibungen einig werden zu können
Sleppy94Sleppy94 vor 4 Jahren
Im Prinzip redest du ja von der Unterscheidung zwischen einzelnen Duftnoten und Akkorden, oder? Seife besteht aus irgendwelchen Chemikalien, die ich nie einzeln gerochen hab und deshalb nur als Seifenakkord benennen kann. Unter Umständen verändert der Herstellungsprozess auch den Geruch der Komponenten und ich glaube es hilft auch nicht wenn ich versuche das Glycerin etc. Rauszuriechen. Blumennoten sind soweit ich weiß auch meist Akkorde obwohl wir sie nicht als solche identifizieren.
PoesiefannyPoesiefanny vor 4 Jahren
Wenn man aus einer komplex komponierten Duftpyramide nur ein oder zwei Komponenten herausriecht, hat man einen eingeschränkten Geruchssinn...das macht nichts, und kann auch okay sein, wenn der Duft als schön wahrgenommen wird...oder er ist eben nicht komplex, sondern einfach und linear aufgebaut ? Ich finde, es hat alles seine Berechtigung & gleicht sich wieder aus... die besser riechen können, haben Pech, wenn es irgendwo schlecht duftet und die schlechter riechen können, wenn es gut duftet ;-)
Melisse2Melisse2 vor 4 Jahren
Ich verstehe Dein Bedürfnis nach Einteilung und Ordnung. Aber für mich gibt es unterschiedliche Rosen, unterschiedliche Seifen und unterschiedliche Arten Duschgel. Und damit meine ich nicht, dass Seifen und Duschgele unterschiedlich parfümiert sind.
Wenn man gerne in Primär- und Sekundär einteilen möchte, könnte man dann nicht z.B. auch sagen: Rose mit Oud, Rose mit Seife, Rose mit Duschgel, Rose mit Moschus, Rose mit Weihrauch, Rose mit Amber ...?
TerraTerra vor 4 Jahren
Da ist insofern ein Denk-, Formulierungs- oder Recherchefehler drinnen, als das die ganzen Naturstoffe ja auch aus vielen "Einzelgerüchen" bestehen. Wenn du eine Rose riechst, riecht du auch eine Mischung aus ganz vielen, einzeln riechbaren Stoffen - wie bei einem Parfum. Dort potentiert sich das nur. Dann gibt`s beim Menschen kaum ein "grundsätzlich". Es gibt Menschen mit einer "Wahrnehmungsstörung", die ultrahochfrequente Töne wie z.B. von Fledermäusen hören können.
KJVKJV vor 4 Jahren
Wie sich das "Duft" in der Aufzählung "Sekundärgeruch, wie z.B. Seife, Shampoo und Duft" erklärt verstehe ich auch nicht so wirklich. "Duft" ist ja auch nur ein Überbegriff (etwa: wohlriechend anstatt nur riechend wie bei "Geruch").
Also nein, ich bin mit dieser Einteilung nicht einverstanden - sie ist für mich nicht schlüssig.
KJVKJV vor 4 Jahren
Das mit dem "Sekundärgeruch, wie z.B. Seife, Shampoo und Duft" erschließt sich mir nicht.
Seife kenne ich als Duftnote - es gibt ja auch reine Seifen ohne beigefügten Duft, da steht die Seife für sich. Wenn ein Duft als "seifig" beschrieben wird, dann gehe ich davon aus dass dieser Geruch gemeint ist.
Shampoo kann nach allem möglichen riechen - eben je nachdem welcher Duft da zugefügt wurde, ob nun Rose, Kräuter, Pfirsich etc. - Shampoo ist (leider) fast immer parfümiert.
GreenGorillaGreenGorilla vor 4 Jahren
Jeder hat doch ein eigenes Duftempfinden, das mal besser oder schlechter ist. Eine strenge Einteilung erscheint mir schwierig.
PoesiefannyPoesiefanny vor 4 Jahren
Ich finde, es kommt auch immer auf die eigene Tagesform und Hautchemie an, wie man einen Duft wahrnimmt und welche Komponenten man dominant herausriecht. Aber ich gehe ohnehin unwissenschaftlich an die olfaktorischen Sinneswahrnehmungen heran, da ich durch diverse Nebenhöhleneingriffe wechselhaft gutes Riechvermögen habe - umso wertvoller wird dieser Sinn, wenn er funktioniert.
PolyanthaPolyantha vor 4 Jahren
zuzuordnen. Aber ein Rosenduft setzt sich z. B. auch aus verschiedenenen Komponenten zusammen, z. B. hat er eine zitrische Komponente, eine süsse und eine Frische, teilweise kommt auch etwas nelkenhaftes drin vor oder dieses muffige, was eine Rosengeranie hat. Also kann ich da keinen Primärduft sehen, sondern eher einen Wiedererkennungswert.
PolyanthaPolyantha vor 4 Jahren
Jeder Geruch verändert sich für mich ständig, ist für mich nichts statisches und ich empfinde ihn eigentlich immer irgendwie zusammengesetzt. Es gibt sehr synthetische Parfums, bei denen mir die Reinheit der Duftmoleküle fast weh tut und für mich sehr unangenehm ist. Ich brauche in jedem Duft oder Geruch die Nebengeräusche und Unreinheiten. Ich nehme das eher wie Wellenlängen wahr, wie Farben oder Töne, und ein Duft ist dann wie ein Klang oder ein gemischter Farbton. Klar versucht man da etwas
MrLawmanMrLawman vor 4 Jahren
@ErhanSaceros: Ja, das System ist monoton. Das ist der Grund, warum wir einen Duft auf eine bestimmte Art und Weise wahrnehmen, wenn wir ihn das erste Mal riechen. Es ist wie beim Fotografieren. Nur ein Moment in der Zeit.
Wenn wir einen Duft erneut probieren, kann es ein anderes Bild sein, also ein anderer Geruch.
Jetzt wird's philosophisch ;)
ErhanSacerosErhanSaceros vor 4 Jahren
Interessant, regt mich zum nachdenken an, aber ich bin dadurch auch verwirrt. :D
Aber das mit dem monotonen System könnte eventuell eine Erklärung dafür sein, warum man manchmal einen Duft anders wahrnimmt, als z.B. vor einem Jahr.
MrLawmanMrLawman vor 4 Jahren
@Polyantha: Ich verstehe dein Sichtweise.
Aber meinst du nicht, dass der Geruch von z.B. Seife, Shampoo oder Parfum ein eigenständiger Geruch ist? Ein Geruch, der durch die Verwendung vieler separater Geruchselemente konstruiert wird. Daher haben wir einen Geruch von ''Shampoo'', oder ''Duschgel'' und auch ''Parfüm''.
PolyanthaPolyantha vor 4 Jahren
Komplizierte Frage! Ich sehe das ganz anders: Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose.
Der Geruch einer Rose z. B. setzt sich aus verschiedenen Duftmolekülen zusammen und ist kein immer gleicher einheitlicher Duft. Er ist genauso "zusammengemischt" wie z. B. ein Duschgel. Von daher gibt es für mich keine primären oder sekundären Gerüche.