Eine zauberhafte, tropische Sommernacht: Der sternenbestickte Himmel spannt sich dunkel und weit, es duftet nach Blumen und reifen Früchten, die noch die Sonne und Wärme des Tages in sich tragen und die diese Aromen jetzt in die Nacht ausatmen.
Nicht balsamisch, eher lebendig!
Hörst Du die Musik; diese Musik einer Nacht, die zum Tanzen gemacht ist?
„Rumba“, eine Köstlichkeit aus dem Hause Balenciaga, verwöhnt mit diesen herrlich zu einem
feinen Ganzen komponierten Duftnoten, die durch die Luft tanzen.
Cristobál Balenciaga hat diese Marke einst in der baskischen Stadt San Sebastián gegründet: Damen- und Herrenmoden, Lederwaren und auch Parfüms eroberten schnell den Markt.
So auch „Rumba“, 1989 auf den Markt gebracht und u. a. deutlich die Handschrift von Jean-Claude Ellena tragend.
Hier wurde das Flair südlicher Nächte, von Gefühlen und Musik durchzogen, in einem Flacon eingefangen, der mit seiner "Figur" wunderbar rund in der Hand liegt.
2009 folgte Ted Lapidus seinen Spuren.
Ich habe die Möglichkeit und das Vergnügen beide Düfte kennenzulernen, mit ihnen zu leben und kann sie vergleichen, was ich eigentlich ja gar nicht gern mache.
Aber zuerst – und ganz typisch für mich – widme ich mich dem Duft-Klassiker.
Wie häufig bei Kreationen aus der „goldenen Zeit der Düfte“ (und öfter auch bei vielen Düften der Marke Roja) wird erst einmal großzügig in den Obstkorb gefasst.
Bei „Rumba“ bekommen wir gleich Lust auf leckere saftige Früchte, alles Mitglieder der Familie Prunus.
Pralle, reife, grünlich-gelbe Mirabellen, dunkelviolette Pflaumen mit zartem Silberschleier auf der Schale und samt-häutige Pfirsiche, die fruchtig und dennoch weich und schmeichelnd begrüßen und die Haut nach der ersten Berührung erst einmal sanft streicheln.
Zu ihnen gesellen sich, wie könnte es auch anders sein, Blüten: Eine Vielzahl herrlich anzusehender, duftender Blumen bereichert diese Komposition.
Natürlich treffen wir auch hier wieder große Bündel von weißblütigem Jasmin, deren vor "Blütenreife" bereits leise vorhandene Animalik verlockend die eigentlich schon durch die Früchte verschmusten Sinne erweckt.
Tuberosen entfalten ihre bekannte weiße Pracht und Orchideen geben einen edlen Vorgeschmack auf den Wohlgeruch der später voll erblühende Vanillewärme:
Als das umhüllt anschmiegsam und schleiergleich.
So entsteht mehr als nur eine wohlduftende Romanze, Erotik liegt in der Luft und wird durch den Tanz, seine Rhythmen und Gefühle noch verstärkt.
Die Nacht ist warm, weiches Leder streift die schon leicht feuchte Haut, die nun ein warmer, orientalisch-würziger und hier moschusartiger Amberduft umgibt.
Es entsteht ein faszinierendes Duftarrangement, das an den Reiz einer südlichen Sommernacht erinnert, die noch sehr viel Verlockendes verbirgt.
Natürlich gefällt mir etwas altmodischem Wesen die spanische Variante von „Rumba“, aber ich bin gespannt auf die Begegnung mit der modernen.
Aber warum sollte ich eigentlich enttäuscht werden? Habe ich bisher sehr gute und erfreuliche Erfahrungen mit den Kreationen von Ted Lapidus gemacht.
Also erwarte ich eher ein spannendes Duft-Erlebnis.
Also: Schauen wir mal!
Aber vorher wird erst einmal getanzt!
Klingt wirklich wieder einmal äußerst ansprechend und angenehm. Mein Rumba-Erlebnis war nur von kurzer Dauer, da sich in der Probe lediglich 1 Tröpfchen befand. Aber solche "alten" Düfte sind ja immer sehr intensiv und wunderbar.
Aus den Duftnoten und Deiner großartigen Beschreibung entnehme ich vor allem, wie gut hier Duft und Flakon zusammenpassen und auch der Name setzt mit seinem kubanischem Tanzfeuer noch einen drauf! Ein wunderbares Parfüm und eine meisterliche Rezension dazu!