Wenn wir nicht aufhören, pupsende Rindviecher zu essen, mit 3,5-Tonnern zur Arbeit zu düsen oder aus Argentinien eingeflogene Äpfel zu kaufen, dann können wir im Jahr 2060 im Winter in der Ostsee nackt baden. Schweden züchtet dann seine eigenen Bananen und in Russland herrscht äquatoriales Tageszeitenklima.
Und London ist die Hauptstadt des Jasmins.
Jaahaa, „Burberry London“ scheint mir ein ganz zukunftsweisendes, ja prophetisches Wässerchen zu sein. Es steht für die kühlste und regenreichste Stadt Europas und wählt als Hauptthema süßen, üppigen, klassischen Jasmin. Aha--
Klar ist der Jasmin schön „cool“ umrahmt. In der Kopfnote sorgt das Geißblatt mit seiner nahezu sauren Frische für eine gewisse Strenge. Die Patchouli-Basis prägt den gesamten Verlauf des Duftes in einer Art und Weise, dass man schwören könnte, dass da noch irgendwo herb-kühles Eichenmoos mit von der Partie ist. Im Herzen ist es der deutliche hesperidische Touch, der den Jasmin zähmt.
Und trotzdem: „Burberry London“ ist ein ausgesprochen klassischer Jasmin-Duft mit leicht herb-frischen Reminiszenzen an einige einschlägige Klassiker der Neunziger. Aber eben durch und durch ein Jasmin-Duft. Und was sollte uns Burberry damit sagen?
Egal: Alles in allem sehr feminin, sehr tragbar, sehr angenehm, sehr weich. Nicht sonderlich markant und auch völlig am Thema vorbei („Setzen, Sechs!“), aber sehr gelungen. Danke Holly für die leckere Probe!
Wird mir wahrscheinlich zu kühl und blumig sein, wo ich doch eher den süssen "Burberry Woman" so liebe...Ach, ich probiere den mal aus. Die Tester stehen ja überall rum.