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Sehr hilfreiche Rezension
Kreislauf des Lebens - ein schön verwobener Sandelholzduft (Vintage Formulierung)
Im Januar 2023 zog bei mir aus dem Nachlass meiner Mami ein Vintage Samsara Eau de Parfum, ca. aus dem Anfang der 90er Jahre, bei mir ein. Den neuen Samsara hatte ich mal probiert, und der gefiel mir irgendwie gar nicht (und nachdem ich ihn inzwischen nochmals probiert habe: davon wird mir fast schlecht, und es riecht sehr stechend). Diese Rezension bezieht sich auf die Vintage Variante.
Mich begrüßt Samsara Eau de Parfum kurz zitrisch-frisch (ich rieche hier aber nicht wirklich Bergamotte und Zitrone), dann kommen grüne Noten dazu, die schön in einen Pfirsich übergehen. Kurz danach erscheint Ylang Ylang, und es mutet mich sommerlich-asiatisch an. Irgendwie ist da aber immer noch etwas schön Grünes leicht im Hintergrund dabei.
Nach ca. 5 Minuten wird der Duft an mir dichter und bleibt süsslich. Den Jasmin kann ich „entziffern“. Ich würde fast schwören, ich rieche hier Lilie – zu viel davon macht bei mir immer etwas Übelkeit. Deshalb kann ich nur sagen: nur wenig aufsprühen … sonst wird es hier zu viel. Ich habe eine leicht pudrige Empfindung, und nach 10 Minuten glaube ich schwingt auch etwas Rose mit, sowie Veilchen.
Nach 20 Minuten ist er (mit nur einem Sprüher) sehr intensiv blumig, süßlich und hat etwas von betäubenden Blüten. Hier passiert etwas. Drama. Dann wird er runder, verschmilzt in sich. Und er hat so einen für die 90er typischen Duft. Die Herznote gibt mir Safari-Vibes – Safari Eau de Parfum in seiner Vintage-Version, aber nicht so blumig-betörend.
Nach einer Stunde rundet die Blumen ein weiches Sandelholz ab. So eines, wie ich es aus meiner ätherischen Öl-Sammlung kenne. Also kein so ein übles synthetisches, sondern so richtig weich-würzig. Die Blüten treten etwas in den Hintergrund, und der Duft wird blumig-sandelholzig. Hier gefällt er mir sehr gut. Er ist leiser; der große, betörende „Wumms“ ist weg.
Diese Phase hat etwas von Runterkommen. Ich assoziiere damit auch Räucherstäbchen, Tempel, und in diesem meditativen Seins-Zustand zu sein, der nach einiger Zeit in der Meditation kommt.
Dann entwickeln sich die Basisnoten weiter – am ehesten würde ich sagen, es kommt etwas leicht Balsamisches hinzu. Es wird hier leiser. Leicht. Ich kann die Duftnoten nach gut 2 Stunden aber nicht wirklich genauer auseinanderdröseln. Am ehesten würde ich sagen, er ist ein Sandelholz-Duft.
Und nachdem ich schon morgens an den späteren Test dachte: im Vergleich zu meinem Morgen Sprüher um 11h ist nach gut 4 Stunden um 16h nur noch leicht ein pudrig-cremiges-balsamisches Gemisch übrig, wo ich vielleicht Sandelholz-Vanille und etwas Tonka ähnliches erahnen kann.
Im Nachgang habe ich mich dann nochmals mit dem Wort Samsara beschäftigt. Bei Wikipedia finde ich dazu:
„Samsara (Sanskrit, n., संसार, saṃsāra; Pali: saṃsāra; wörtlich: „beständiges Wandern“) ist die Bezeichnung für den immerwährenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen oder den Kreislauf der Wiedergeburten in den indischen Religionen Buddhismus, Jainismus und Teilströmungen des Hinduismus u. Manichäismus.
Dieser Kreislauf wird in einigen indischen Religionen als leidvoll … gewertet. Der Ausbruch aus diesem unheilvollen Kreislauf geschieht auf dem Wege des Loslassens von allen Bindungen, Begierden und Wunschvorstellungen sowie durch Erkenntnis. Erreicht wird der Zustand der „Erlöstheit“…“ (Nirwana)“
Und ja, der Name passt zu dem Parfum. Samsara Eau de Parfum fängt für mich ganz wunderbar Gerüche und damit verbundene Zustände (wie z.B. Drama, Runterkommen, Staunen, berührt, und auch irgendwie überwältigt sein …) ein, welche ich von meinen Asienreisen kenne. In Indien (auch wenn ich genau dort noch nie war) dürfen böse Geister übrigens keinen Ort betreten, wo Sandelholz präsent ist!
Zum Abschluss: H/S sind ok. Mein ca. 30 Jahre altes Parfum schafft 6 Stunden. Insgesamt ist Samsara für mich kein alltäglich tragbares Parfum, aber eines für besondere Gelegenheiten.
Mich begrüßt Samsara Eau de Parfum kurz zitrisch-frisch (ich rieche hier aber nicht wirklich Bergamotte und Zitrone), dann kommen grüne Noten dazu, die schön in einen Pfirsich übergehen. Kurz danach erscheint Ylang Ylang, und es mutet mich sommerlich-asiatisch an. Irgendwie ist da aber immer noch etwas schön Grünes leicht im Hintergrund dabei.
Nach ca. 5 Minuten wird der Duft an mir dichter und bleibt süsslich. Den Jasmin kann ich „entziffern“. Ich würde fast schwören, ich rieche hier Lilie – zu viel davon macht bei mir immer etwas Übelkeit. Deshalb kann ich nur sagen: nur wenig aufsprühen … sonst wird es hier zu viel. Ich habe eine leicht pudrige Empfindung, und nach 10 Minuten glaube ich schwingt auch etwas Rose mit, sowie Veilchen.
Nach 20 Minuten ist er (mit nur einem Sprüher) sehr intensiv blumig, süßlich und hat etwas von betäubenden Blüten. Hier passiert etwas. Drama. Dann wird er runder, verschmilzt in sich. Und er hat so einen für die 90er typischen Duft. Die Herznote gibt mir Safari-Vibes – Safari Eau de Parfum in seiner Vintage-Version, aber nicht so blumig-betörend.
Nach einer Stunde rundet die Blumen ein weiches Sandelholz ab. So eines, wie ich es aus meiner ätherischen Öl-Sammlung kenne. Also kein so ein übles synthetisches, sondern so richtig weich-würzig. Die Blüten treten etwas in den Hintergrund, und der Duft wird blumig-sandelholzig. Hier gefällt er mir sehr gut. Er ist leiser; der große, betörende „Wumms“ ist weg.
Diese Phase hat etwas von Runterkommen. Ich assoziiere damit auch Räucherstäbchen, Tempel, und in diesem meditativen Seins-Zustand zu sein, der nach einiger Zeit in der Meditation kommt.
Dann entwickeln sich die Basisnoten weiter – am ehesten würde ich sagen, es kommt etwas leicht Balsamisches hinzu. Es wird hier leiser. Leicht. Ich kann die Duftnoten nach gut 2 Stunden aber nicht wirklich genauer auseinanderdröseln. Am ehesten würde ich sagen, er ist ein Sandelholz-Duft.
Und nachdem ich schon morgens an den späteren Test dachte: im Vergleich zu meinem Morgen Sprüher um 11h ist nach gut 4 Stunden um 16h nur noch leicht ein pudrig-cremiges-balsamisches Gemisch übrig, wo ich vielleicht Sandelholz-Vanille und etwas Tonka ähnliches erahnen kann.
Im Nachgang habe ich mich dann nochmals mit dem Wort Samsara beschäftigt. Bei Wikipedia finde ich dazu:
„Samsara (Sanskrit, n., संसार, saṃsāra; Pali: saṃsāra; wörtlich: „beständiges Wandern“) ist die Bezeichnung für den immerwährenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen oder den Kreislauf der Wiedergeburten in den indischen Religionen Buddhismus, Jainismus und Teilströmungen des Hinduismus u. Manichäismus.
Dieser Kreislauf wird in einigen indischen Religionen als leidvoll … gewertet. Der Ausbruch aus diesem unheilvollen Kreislauf geschieht auf dem Wege des Loslassens von allen Bindungen, Begierden und Wunschvorstellungen sowie durch Erkenntnis. Erreicht wird der Zustand der „Erlöstheit“…“ (Nirwana)“
Und ja, der Name passt zu dem Parfum. Samsara Eau de Parfum fängt für mich ganz wunderbar Gerüche und damit verbundene Zustände (wie z.B. Drama, Runterkommen, Staunen, berührt, und auch irgendwie überwältigt sein …) ein, welche ich von meinen Asienreisen kenne. In Indien (auch wenn ich genau dort noch nie war) dürfen böse Geister übrigens keinen Ort betreten, wo Sandelholz präsent ist!
Zum Abschluss: H/S sind ok. Mein ca. 30 Jahre altes Parfum schafft 6 Stunden. Insgesamt ist Samsara für mich kein alltäglich tragbares Parfum, aber eines für besondere Gelegenheiten.
Aktualisiert am 08.10.2024 - 14:58 Uhr
9 Antworten


Freut mich das er dir so sehr gefällt💞
Und @Seerose, ich hab mir für meine selbstgemachte Kosmetik extra ein richtig gutes Sandelholz ÄÖ vor einigen Jahren zugelegt. Das hält mir aber ewig (und ist tatsächlich noch gut). Spannend und cool, dass Du Dragonspice kennst! Da kauf ich die meisten meiner Rohstoffe ...
Die Extraitminis hatte ich von einer Miniverkäuferin im eBay gekauft. Die Verkäuferin gibts da nicht mehr. Und ab einem bestimmen Zeitpunkt kam, wenn man die kaufen wollte nach dem Button "kaufen" ein Sperrvermerk von Guerlain auf Französisch. Die Franzosen können, was Internet betrifft, restriktiv sein. Aber frag mal bei Guerlain Deutschland, die verkaufen auch an uns Private. Und fragen kostet nichts. Dort kann man es als kleinen Flakon kaufen. Jedoch ist es für mich zumindest gerade zu teuer.