Meine erste Begegnung mit dem neuen John Varvatos war vergangenen November bei einem Wochenendtrip zum Frankfurter Weihnachtsmarkt in Birmingham. Kein Witz, gibt´s wirklich! ;-) Sonntag Vormittag war noch Zeit für einen ausgiebigen Shoppingbummel durch das Bullring Center. Dort bei Selfridges & Co. gibt es ein tolles Duftsortiment inkl. Nische zu testen. Neben den üblichen (und weniger üblichen) Verdächtigen stand da auch als "Exclusive" ein bauchiger Flakon der typischen Varvatos-Form in unschuldigem creme-weiß.
Die Artisan-Reihe hat mir eigentlich schon immer gut gefallen. Die Düfte sind gefällig, aber nicht langweilig. Nur die Performance war eher mau, weshalb bislang noch keiner bei mir einziehen durfte. Den neuen Artisan Pure habe ich dann natürlich sofort probieren müssen und meinen ersten Eindruck auch hier kommentiert. Ihr kennt das sicher: Drei Stunden später im Flugzeug habe ich mich schwarz geärgert, dass ich ihn nicht gleich mitgenommen habe. Zumal es jetzt doch eine ganze Weile gedauert hat, bis man ihn jetzt auch bei uns zu kaufen bekommt. Anyway, jetzt ist er da und das rechtzeitig bevor es zum Duft passend frühlingshaft wird.
Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt keine Parallelen zu Allure Homme Édition Blanche. Und das ist auch gut so. Warum dann "Artisan Édition Blanche" und damit der Querverweis zum Allure Homme-Flanker? Dazu muss ich etwas ausholen. Einer der ersten Kommentare, die ich hier auf Parfumo gelesen habe, war zu AHEB. Dort und in vielen weiteren Berichten wurde er als cremiger Zitronenduft oder Zitronencreme beschrieben. Als großer Fan von zitronigen und cremigen Düften klang das für mich natürlich ad hoc nach Jackpot. Die Ernüchterung folgte aber leider prompt: zitronig und cremig ja, aber das Ganze für meinen Geschmack viel zu aggressiv aufbereitet. Natürlich kommt das der Performance sehr zugute. Aber SO hatte ich mir das nun wirklich nicht vorgestellt!
Nun also stattdessen Artisan Pure, der für mich genau so riecht, wie Allure Homme Édition Blanche in meinen Erwartungen hätte duften sollen. :-) Ein Zitrus-Potpourri aus fruchtigen Noten aber auch aus Blüten und dem frischem Holz auf einer cremigen Basis, die mit leichtem Kräutereinschlag gewürzt wurde. Mit ein wenig Iris überpudert und serviert- voilà! Dabei changiert der Duft leicht aber beständig zwischen frisch, cremig und leicht krautig. Darüberhinaus gibt es keine nennenswerte Entwicklung. Der Schwerpunkt verlagert sich im Verlauf nur leicht ins süßlich-würzig-cremige. Die Frische bleibt aber erstaunlicherweise sehr lange bei der Stange. Sehr erfreulich: Bei diesem Artisan stimmt sogar mal die Ausdauer: Nicht vergleichbar mit den Haltbarkeitsbomben, aber mehr als solide für einen Duft mit Zitrus-Thema.
Noch ein kleiner Hinweis: Artisan Pure braucht Wärme um zu wirken. Auf den Teststreifen gesprüht, passiert bei mir nichts bis gar nichts. Der Duft kommt erst auf warmer Haut richtig zur Geltung- dann ist alles da: frisch, cremig, würzig, angenehm süß. Die warmen Frühlingstage können jetzt also bitte kommen. Wir sind bereit!
der Acqua dell'Elba Sport geht ja auch in die Richtung AHEB aber weniger Creme, dafür mehr Meeresbrise. Nun denke ich das der Artisan pure kein must sonder nur noch nice to have Duft wird.
Genau die Problematik, die du schilderst zum AHEB kommt mir nur zu bekannt vor. Die Kopfnote ist zu aggressiv, erst Herz und Basis eröffnen sich wirklich warm und schmeichelnd. Pokal!
Na das hört sich genau nach meinem Geschmack an..ich bekomme meinen Flakon bereits morgen..bin sehr gespannt! Nur woher soll ich "warme Haut" bei diesen Minusgraden herbekommen;-)!?!
Der war zwar eh schon auf der Merkliste,aber
jetzt erst recht! ;-) Pokal 4 u