Der zugeklebte Tester verströmt bereits einen derart intensiven Geruch, das ich mich kurzfristig irritiert auf die Suche nach der Geruchsquelle begebe, als ich die Wohnung betrete. In der Luft schwebt süffige, dichte Vanille. Aufgesprüht auf meine Haut jedoch: erst Ananas und dann direkt: Räucherharz, intensiv und nahezu schon beißend.
Längere Zeit bleibt der Duft in diesem Stadium, dann macht sich die Vanille bemerkbar. Das Räucherharz bleibt dabei aber präsent, der Weihrauch ist zwar auch zu vernehmen, aber wird von dem Rauch ein wenig in die Ecke gedrängt. Ich muss an Weihrauch-Steine denken, die man im Kupferkessel auf Holzkohle verbrennt, um von negativen Energien zu reinigen. Nur das der Kessel hier aus Leder ist.
Je länger der Duft auf meiner Haut ist, desto sanfter, einhüllender wird er. Bis dahin dauert es leider etwas, aber wenn es soweit ist, denke ich nur: wie schön er ist! Wie leicht, trotz der Schwere!
Selbst Safran und Ananas gehen hier für mich- das war im Vorfeld meine größte Sorge, denn bei Baccarat Rouge 540 roch ich Ananas und bis heute wird mir leicht übel, wenn ich Leute um mich habe, die den tragen- was aktuell erschreckenderweise furchtbar viele sind- ich fahre nämlich täglich Bus und Bahn.
Den Vergleich mit Babycat haben einige bereits gezogen, ich persönlich empfinde Vanagloria tatsächlich im Auftakt als lauter und wesentlich rauchiger. Babycat schmiegt sich bei mir schneller an, wird eher handzahm, wohingegen Vanagloria länger die Macht der Räucherharze beschwört. Schön sind beide, im Drydown liegt aber Babycat bisher knapp vorne.
Eine beißende Eröffnung mag ich gar nicht! Neben dichtem Harz ist dafür bei mir immer Safran ein Kandidat! Schön aber, wenn es dann doch noch angenehm wird und Vanagloria die Erwartungen erfüllt! Sehr schön!
Zu mächtig dürfte mir der Weihrauch auch irgendwann mal zu viel sein.