Wenn ich es mir so Recht überlege, reise ich nicht gern.
Ich hatte schon als Kind gern meine Möbel um mich herum, und schlief am liebsten in meinem verschnörkelten, quietschenden Messingbett.
Da hatte ich meine Plüschis, meine Bücher und mein Klavier stets zur Hand.
Aber ich wurde in eine reiselustige Familie hinein geboren.
Mein Vater musste auch noch beruflich viel reisen, und kam manchmal nur nach Hause, um die Lufthansa Köfferchen zu wechseln, und wieder zum Flughafen zu eilen.
Natürlich brachte er mir schon im zarten Teenie Alter die schönsten Düfte aus dem Flieger mit - dennoch hätte ich mit ihm nicht tauschen mögen.
Wenn ich mich über seine Aushäusigkeit beschwerte, meinte er nur lakonisch : Reisen bildet.
Würde er noch leben, ich würde ihm augenzwinkernd Voyageur schenken.
Und er würde schmunzeln.
Dieser pudrige Duft hat etwas von " über den Wolken " - ein Gefühl, das mir auch als Reiseskeptikerin gefällt.
Man sitzt in dem brummenden Flieger, und schaut in die Wattewolken.
Was wird einen am Ziel erwarten?
Doch auch der Weg ist das Ziel.
Das Bergamotte - Kardamom Gemisch ist edel und macht neugierig.
Papyrus und Vetiver lassen an den fernen Osten denken.
Die Vanille und das Moos sind weich, und versprechen einen heimeligen Aufenthalt.
Dafür würde ich auch die Unbequemlichkeit des Reisens auf mich nehmen.
Ich lasse die Augen schläfrig über den endlosen Horizont gleiten, und denke - wie weit und doch wie klein die Welt ist.
Wegen verkokelten, zuvor mit Balsam getränkten Papyrus/Papier d' Armenie hätte ich auch und anderes z. B. aromatisch Rauchiges und/oder Lederanklänge erwartet, Moos ist mir immer schroff bis bäh, muss nicht.