Ich habe heute Mistero di Roma (danke Orientpoison) von einem Tropffläschchen umgefüllt in einen Zerstäuber, um davon jedes Tröpfchen zu nutzen.
Mein Mann anwesend im Zimmer, vertieft in den Computer und kaum ansprechbar bemerkt ohne den Blick zu heben, fast wie nebenbei, getroffen von Duftmolekülen: „ Hier riecht’s auf einmal so gut!“
Ich entgegne: „ Das ist Mistero di Roma von Biagiotti!“, nutze die Gelegenheit, diese gestohlene Aufmerksamkeit zu genießen und wedele mit meinem Unterarm unter seiner Nase herum!
Er:“ Ich liebe es!“
Ich schwelge in Genugtuung und Bestätigung, wieder eine Dufteroberung gemacht zu haben, die würdig genug ist, um in meine Sammlung aufgenommen zu werden.
Rom ist in Italien und Italien ist ein Sonnenland. Das verbinde ich mit diesem Duft. Keine heiße Mittagssonne, sondern die lauen Abensstunden nach Sonnenuntergang gepaart mit dem geheimnisvollen Flair dieser einzigartigen Stadt, die niemals alles offenbart, so wie eine geheimnisvolle Frau.
Fruchtig-luftig eröffnet Mistero di Roma, erscheint sogleich warm, wenn auch eine Winzigkeit aquatisch im Hintergrund für Erfrischung sorgt, ein gegensätzlicher Duft.
Wie die laue Nachtluft in Rom läutet die Herznote ein, ein vanilliger Heliotropstrauch lullt ein, lässt einen nicht genug bekommen vom südlichen Flair, bis schließlich die Basis herb-süß-würzig alles abrundet.
Das einzige Mysterium an dem Duft ist die Haltbarkeit, die auch leider zu einem Prozentabzug führt. Da schwächelt die kleine Schwester vom großen, cremig-würzigen „Roma“, aber für einen lauen Sommerabend ist sie mir gerade genug. Wundervoll!