Gestern hatte ich die grandiose Idee, dass ich Cozé ja vorm Schlafengehen aufsprühen könnte, um so keine Zeit zu verschwenden mit einem Duft, den Lolle ja total abartig findet und der noch dazu Kotze heißt. Gesagt, getan. Meine Freundin rümpft die Nase. Ok, ich muss ja ohnehin früh raus. Im Bett liege ich wach und schnupper noch ein paar Mal. So richtig will sich eine Meinung nicht einstellen, zu verwirrend ist der Cocktail. Irgendwann dämmre ich in den Schlaf.
Kurze Zeit später stehe ich im muffigen Unterholz eines zu groß geratenen Waldes. Irgendwie ist alles lila, was mich nicht stört, ich mag lila. Neben mir fragt eine Ameise: „Was geht, Mann?“ Dann zieht sie wieder an ihrer ... äh Zigarette. Ich will schon was antworten, als eine kleine Gruppe Pfefferkuchenmänner auf uns zukommt und wissen will, „wo es hier lang geht“. Es werden immer mehr, und der lila Himmel dreht langsam ins Orange. Die Ameise lacht hysterisch über die Kuchenmänner. Das geht nicht lange gut, alles wird ein wenig hektisch, und die Gebäckkerle ziehen Knarren, um dann mit Nelken und Pfeffer auf uns zu schießen, dass es in den Augen brennt und ich niesen muss. Gemeinsam renne ich mit meinem Freund der Ameise davon, der immer noch die ganze Zeit kichert und gar nicht daran denkt, seinen Joint zu entsorgen.
Nach ein paar Stunden wilder Verfolgungsjagd sind die Gewürzbanditen verschwunden, und wir erreichen eine von großen Kokaobäumen umstandene Lichtung mit einer Kaffeemaschine. „Gott sei dank“, sage ich, aber Ameise nickt nur grinsend. Ich brühe mir eine große Tasse heißen Kaffees (Zucker und Milch gibt’s nicht), während mein Kumpel sich noch ’ne Tüte baut. Über uns hängen die Kokaofrüchte, und während der Himmel langsam ins Gelbliche verläuft, schauen wir ganz entspannt dem Zug der Flugkrokodile nach Süden zu. Die Nelke hab ich bestimmt noch wochenlang in den Klamotten, ärgere ich mich ein wenig. Aber so richtig stören kann jetzt wohl nichts – ich hab schließlich Kaffee.
Falsch gedacht! Auf einmal beginnt die Erde zu beben, dass ich fast das wertvolle Getränk verschütte. Selbst Ameise sieht jetzt etwas verunsichert aus. Alles dröhnt und wackelt. Vor uns zittern die Bäume, als plötzlich Tausende von nackten schwangeren Frauen aus dem Wald stürmen, die alle „Paprika!“ schreien. Da bin ich dann lieber aufgewacht.
Einen besseren Trip hatte ich das letzte Mal mit vier, und da hatten sie mir ein Zäpfchen für Erwachsene gegeben.
Den muß ich probieren!