In den 50ern hatten wir noch keine Waschmaschine. Montag war damals Waschtag und meine Mutter war im Morgengrauen schon aufgestanden, um den riesigen Waschbottisch anzufeuern in dem die Wäsche gekocht wurde. Sie hantierte mit großen Holzzangen und überdimensionalen Kochlöffeln in der blubbernden Lauge. Wie schwer diese Arbeit war, konnte ich erst später richtig einschätzen. Vor allem das Spülen und Wringen der Bettlaken und Bezüge war wirklich Schwerstarbeit. Vorbereitet wurde die Wäschen indem sie mittels Kernseife auf einem Waschbrett gerubbelt wurde.
Und damit komme ich zu Uzu Ab Irato, denn an diesen heißen Seifengeruch erinnert mich der Duft und sofort sehe ich die roten, aufgequollenen und strapazierten Hände meiner Mutter vor mir. Damit versetzt mich dieser Duft in eine wehmütig-freundliche Stimmung, aber als Parfum kann ich ihn mir nicht vorstellen. Ja ich warte immer darauf, dass in der Herznote noch ein paar Küchenkräuter oder Karotten zum Vorschein kommen, denn an Waschtagen gab es der Einfachheit halber meist Gemüseeintopf zu essen. Damit wäre die Kulisse perfekt.
Vielleicht hätte der Duft ohne diese Assoziation bei mir mehr Chancen, auch würde ich mir wünschen, Zitrone und Minze wären ausgeprägter und das blumige Herz würde länger andauern. So aber ist Yuzu Ab Irato für mich nicht tragbar.