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Hilfreiche Rezension
Wie ich mich freute. Und wie nichts davon blieb.
Er saß einsam auf der Bank am Rand des Parks, den Blick auf einen Punkt irgendwo zwischen grauen Pflastersteinen gerichtet.
Der Kaffee neben ihm war längst kalt geworden.
Vorhin hatte er geglaubt, etwas Besonderes finden zu können – einen Duft, der ein Versprechen einlöste, das schon beim Namen begann. Ein Wort wie eine Tür zu einer neuen Welt. Doch als er mit dem ersten Sprühstoß seine Haut benetzte, war da nichts als ein maues Echo enttäuschter Erwartung, eine blasse Erinnerung an bessere Zeiten.
Jetzt starrte er in die Leere vor sich, während Menschen an ihm vorbeigingen, lachend, redend, ohne zu wissen, dass er gerade dabei war, eine persönliche Enttäuschung zu betrauern.
Nicht die zu schnell vergangene große Liebe, nicht der Verlust des Arbeitsplatzes – nur ein Duft, der nichts sagte.
Und doch wog diese Bedeutungslosigkeit schwer.
Er seufzte, hob kurz den Blick, als könnte die Ferne ihm eine Antwort geben. Aber sie schwieg.
*************
Manchmal verspricht die frohe Erwartung mehr, als die Realität dann halten kann.
Ein neuer Prada kündigte sich an. Der Name war höchst vielversprechend und der Flakon erinnerte zum einen an bessere Zeiten anderer Marken und erschien in seiner klaren, grünen Einfachheit schlicht wunderschön und verstärkte die Vorfreude noch maßgeblich.
Nun verhält es sich aber mit Flakons und Düften ganz ähnlich wie mit Erwartungen und Realitäten.
Was hatte ich erwartet? Einen olfaktorischen Paradigmenwechsel? Nicht unbedingt. Zumindest aber einen neuen Prada.
Was habe ich bekommen? Einen neuen MYSLF-Klon mit dem aktuellen Paco-Rabanne-Charme. Nicht dem von früher, als Flakons noch grün und einfach waren und Pour Homme hießen. ( Paco Rabanne pour Homme Eau de Toilette )
Dem von heute mit Roboterspielzeugfigürchen als Flakons. ( Phantom )
Die Eröffnung flackert, wenn überhaupt, nur kurz zitrisch auf, bevor sie bedeutungslos erlischt wie eine Kerze, der der Sauerstoff jede Liebe entzogen hat.
Duftnoten, die sich vorab schön haben lesen lassen werden ignoriert wie Kunden im Baumarkt.
Die wässrig-seifige-Orangenblüten-Mittelachse verdient es ob mangelnder Eigenständigkeit gar nicht, im Rahmen eines neuen Dufts rezensiert zu werden, da wir hier eigentlich keinen neuen Duft haben, sondern den kleinsten gemeinsamen Nenner der allgemeinen Designer-Uninspiriertheit der letzten Monate und Jahre.
Der sog. Drydown schafft hier eher finale Distanz, als dass er wärmend versöhnt.
Paradigme hätte meine Duftwelt erweitern können. Stattdessen erinnert es mich nur an etwas, das ich schon lange kenne und versuche, hinter mir zu lassen: Belanglosigkeit.
Der Kaffee neben ihm war längst kalt geworden.
Vorhin hatte er geglaubt, etwas Besonderes finden zu können – einen Duft, der ein Versprechen einlöste, das schon beim Namen begann. Ein Wort wie eine Tür zu einer neuen Welt. Doch als er mit dem ersten Sprühstoß seine Haut benetzte, war da nichts als ein maues Echo enttäuschter Erwartung, eine blasse Erinnerung an bessere Zeiten.
Jetzt starrte er in die Leere vor sich, während Menschen an ihm vorbeigingen, lachend, redend, ohne zu wissen, dass er gerade dabei war, eine persönliche Enttäuschung zu betrauern.
Nicht die zu schnell vergangene große Liebe, nicht der Verlust des Arbeitsplatzes – nur ein Duft, der nichts sagte.
Und doch wog diese Bedeutungslosigkeit schwer.
Er seufzte, hob kurz den Blick, als könnte die Ferne ihm eine Antwort geben. Aber sie schwieg.
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Manchmal verspricht die frohe Erwartung mehr, als die Realität dann halten kann.
Ein neuer Prada kündigte sich an. Der Name war höchst vielversprechend und der Flakon erinnerte zum einen an bessere Zeiten anderer Marken und erschien in seiner klaren, grünen Einfachheit schlicht wunderschön und verstärkte die Vorfreude noch maßgeblich.
Nun verhält es sich aber mit Flakons und Düften ganz ähnlich wie mit Erwartungen und Realitäten.
Was hatte ich erwartet? Einen olfaktorischen Paradigmenwechsel? Nicht unbedingt. Zumindest aber einen neuen Prada.
Was habe ich bekommen? Einen neuen MYSLF-Klon mit dem aktuellen Paco-Rabanne-Charme. Nicht dem von früher, als Flakons noch grün und einfach waren und Pour Homme hießen. ( Paco Rabanne pour Homme Eau de Toilette )
Dem von heute mit Roboterspielzeugfigürchen als Flakons. ( Phantom )
Die Eröffnung flackert, wenn überhaupt, nur kurz zitrisch auf, bevor sie bedeutungslos erlischt wie eine Kerze, der der Sauerstoff jede Liebe entzogen hat.
Duftnoten, die sich vorab schön haben lesen lassen werden ignoriert wie Kunden im Baumarkt.
Die wässrig-seifige-Orangenblüten-Mittelachse verdient es ob mangelnder Eigenständigkeit gar nicht, im Rahmen eines neuen Dufts rezensiert zu werden, da wir hier eigentlich keinen neuen Duft haben, sondern den kleinsten gemeinsamen Nenner der allgemeinen Designer-Uninspiriertheit der letzten Monate und Jahre.
Der sog. Drydown schafft hier eher finale Distanz, als dass er wärmend versöhnt.
Paradigme hätte meine Duftwelt erweitern können. Stattdessen erinnert es mich nur an etwas, das ich schon lange kenne und versuche, hinter mir zu lassen: Belanglosigkeit.
10 Antworten
Als ich zuerst las dass der neue Prada Herrenduft von L‘Oreal vermarktet wird wusste ich aber bereits, dass er es nie wert sein wird ihn zu tragen.
Mainstream. Und du beschreibst es, wie man es nicht besser hätte beschreiben können. Wann erleben wir mal wieder etwas neues, anders duftend, besonders… ich glaube die Zeiten sind dahin.
Oh schade. Nicht schon wieder. Paradoxe war auch so einfallslos mit einem brachialen Marketing, sodass man dem nicht entkommen konnte.
Es ist und bleibt ein Rätsel, wie so eine nichts sagende Richtung - Austauschbarkeit - für Absatz sorgen kann.
Im Baumarkt ist man getrost besser aufgehoben!
😂