Nach dem begeisternden "Bandit" sieht es ja so aus, dass der "Visa" auch ein kontostrapazierender Kandidat werden könnte: Die Duftpyramide liest sich himmlisch. Jedoch, der kompottlastige Auftakt kann mich schon mal nicht begeistern: Die hervorstechende Birne nervt. Stechapfel kenne ich, das hier muss eine Mutation sein. Nicht die saftige, vollreife Birne - nein quietsch-widerborstiges Birnen-Pfirsich-Mus , ein bisschen vergoren schon, was auch der Bergamotte nicht mehr zu überdecken gelingt. Das erinnert mich an den Originalfilm "Mord im Orientexpress" - nicht das unnötige Langeweile-Remake. Hercule Poiret fragt einen Butler nach der Herkunft einer Narbe im Gesicht. Der Befragte antwortet mit einem Satz der Art , die ich sehr liebe: " Die Narbe entstand anlässlich einer Meinungsverschiedenheit bezüglich eines Puddings, dessen Qualität nicht völlig makellos zu sein schien." - Auch die Orangenblüte hat sich hier gegen mich verschworen, mit jenem Hauch penetranter Öligkeit, den ich auch in manchen Orangenblütenwässerchen schon verspürt hatte und dann immer sehr schade fand. Wenigstens kommt mir hier die Rose nicht in die Quere, wogegen Ylang Ylang sein Bestes tut, um mich zu versöhnen. Dennoch ist der aufopferungsvolle Widerpart nur partiell erfolgreich. Es dauert, bis die Störenfriede sich geschlagen geben. Und es dauert mir einfach zu lange, bis die Basis hervortritt, die ich zwar letztlich ganz schön, aber so spektakulär nun auch nicht finde. Ein bisschen unentschlossen wirkt alles: bisschen holzig, mini-minimal ledrig, wenig moosig. Ich aber bin entschlossen: Hier bleibt die Visacard stecken. Konto und Schrankkapazität geschont.
Wo ist der Stechapfel: Datura? Oder kapiere ich was nicht? Scheint so.
Auf alle Fälle: hilreich beschrieben: Mit dem Duft brauche ich mich nicht zu beschäftigen.
Auf alle Fälle: hilreich beschrieben: Mit dem Duft brauche ich mich nicht zu beschäftigen.