
Mairuwa
76 Rezensionen

Mairuwa
Hilfreiche Rezension
7
Im Zweifel für den Mockingbird
Im weitläufigen Duftsortiment von Organic Perfume Girl bin ich schon über so manchen schönen Waldduft gestolpert (zuletzt beispielsweise über Primal Forest ) und so dachte ich angesichts des Namens zunächst, dass mich hier ähnliches erwartet. Schließlich kann „Ancient Woods“ ebenso für jahrelang unberührte, natürliche Wälder stehen und es wäre nicht das erste Mal, dass Dawn Stewart in dieser Richtung ein echter Wurf gelungen wäre. Beim ersten Riechen allerdings wird schnell klar, dass hier wohl eine andere Bedeutung impliziert sein muss. Eine lösungsmittelartige Note lässt in Verbindung mit den Hölzern unweigerlich eine Assoziation von Möbelpolitur aufkommen. Und das ist nicht abwertend gemeint, sondern gefällt mir im Gegenteil sehr gut. Schweres, frisch poliertes Holz, dunkles Wurzelfurnier, ehrwürdige Antiquitäten. „Ancient Woods“ meint hier wohl nicht Urwälder, sondern exquisite alte Hölzer in der Kunstschreinerei.
Schon bald wird der Holzduft sanfter, nicht zuletzt dank der Amber-Vanille, die sich zunehmend durchsetzt und eine leichte, stets unaufdringliche Süße verbreitet. Die Betonung liegt hier auf Amber. Die Vanille macht das Ganze weicher, ohne sich jedoch zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Überhaupt will hier nichts dominieren oder heischt um ungeteilte Aufmerksamkeit: Das Zedernholz macht sich dezent bemerkbar, ohne dass der Bleistiftcharakter je zu dominant würde. Der Amber wärmt, ohne zu schwer zu sein. Das Sandelholz gibt eine cremige Note. Insgesamt aber vermittelt sich am ehesten ein Gefühl von distinguierter Gediegenheit. Ja, ich würde sagen, der Duft hat etwas Seriöses, was der Name ja ebenso verkörpert.
ElAtterine weist in ihrem Statement zu dem Duft ganz korrekt darauf hin, dass Dawn Stewart auf der Verkaufsseite ihres Webshops zur Entstehungsgeschichte des Duftes schreibt, er sei ursprünglich 2012 als Sonderanfertigung für eine Kundin entstanden, die sich für ihren Mann ein Parfum wünschte, mit dem er so rieche wie Atticus Finch, eine Figur aus dem Roman „To Kill a Mockingbird“ von Harper Lee. Das ist natürlich eine wunderschöne Geschichte und man beginnt sofort, sich Gregory Peck in der Verfilmung des Romans als olfaktorisches Bild vorzustellen. Die Gediegenheit passt natürlich tatsächlich sehr gut zu dem engagierten Anwalt, die frisch polierten antiken Holzmöbel gut in sein Büro. Ja selbst die Pomade in seinem Haar könnte den Duft verkörpern und stünde ihm gut zu Gesicht.
Und doch vermute ich, dass die Sache viel banaler ist: der gleiche Verweis auf den Bespoke-Duft für eine Kundin mit einer Schwäche für Atticus Finch findet sich nämlich auch auf der Verkaufsseite zu dem gleichnamigen Duft Atticus Finch und natürlich wird das Ganze hier viel schlüssiger. Nicht, dass es etwa plausibler wäre, dass Atticus nach Earl Grey Tee riecht, statt nach antiken Holzmöbeln. Doch hier erklärt der Verweis direkt den Namen des Duftes. Und dass der Verweis auf beiden Seiten im exakt gleichen Wortlaut erscheint, lässt vermuten, dass es sich schlicht um unsauberes Copy-Paste handelt, denn auch andere Details, etwa Generelles zur Herstellungsweise oder zur Auswahl der Inhaltsstoffe, finden sich immer wieder auf den Seiten zu den unterschiedlichsten Düften.
Aber das tut der Sache natürlich keinen Abbruch und natürlich wäre es auch denkbar, dass Dawn Stewart zunächst verschiedene Entwürfe für den Bespoke-Duft gemacht hat, von denen dann einer den Namen der Romanfigur erhalten haben könnte, während die übrigen unter anderen Namen ins Programm des Hauses übernommen wurden. Im Zweifel für den Mockingbird.
Mein Dank für die Probe geht an BeJot.
Schon bald wird der Holzduft sanfter, nicht zuletzt dank der Amber-Vanille, die sich zunehmend durchsetzt und eine leichte, stets unaufdringliche Süße verbreitet. Die Betonung liegt hier auf Amber. Die Vanille macht das Ganze weicher, ohne sich jedoch zu sehr in den Mittelpunkt zu stellen. Überhaupt will hier nichts dominieren oder heischt um ungeteilte Aufmerksamkeit: Das Zedernholz macht sich dezent bemerkbar, ohne dass der Bleistiftcharakter je zu dominant würde. Der Amber wärmt, ohne zu schwer zu sein. Das Sandelholz gibt eine cremige Note. Insgesamt aber vermittelt sich am ehesten ein Gefühl von distinguierter Gediegenheit. Ja, ich würde sagen, der Duft hat etwas Seriöses, was der Name ja ebenso verkörpert.
ElAtterine weist in ihrem Statement zu dem Duft ganz korrekt darauf hin, dass Dawn Stewart auf der Verkaufsseite ihres Webshops zur Entstehungsgeschichte des Duftes schreibt, er sei ursprünglich 2012 als Sonderanfertigung für eine Kundin entstanden, die sich für ihren Mann ein Parfum wünschte, mit dem er so rieche wie Atticus Finch, eine Figur aus dem Roman „To Kill a Mockingbird“ von Harper Lee. Das ist natürlich eine wunderschöne Geschichte und man beginnt sofort, sich Gregory Peck in der Verfilmung des Romans als olfaktorisches Bild vorzustellen. Die Gediegenheit passt natürlich tatsächlich sehr gut zu dem engagierten Anwalt, die frisch polierten antiken Holzmöbel gut in sein Büro. Ja selbst die Pomade in seinem Haar könnte den Duft verkörpern und stünde ihm gut zu Gesicht.
Und doch vermute ich, dass die Sache viel banaler ist: der gleiche Verweis auf den Bespoke-Duft für eine Kundin mit einer Schwäche für Atticus Finch findet sich nämlich auch auf der Verkaufsseite zu dem gleichnamigen Duft Atticus Finch und natürlich wird das Ganze hier viel schlüssiger. Nicht, dass es etwa plausibler wäre, dass Atticus nach Earl Grey Tee riecht, statt nach antiken Holzmöbeln. Doch hier erklärt der Verweis direkt den Namen des Duftes. Und dass der Verweis auf beiden Seiten im exakt gleichen Wortlaut erscheint, lässt vermuten, dass es sich schlicht um unsauberes Copy-Paste handelt, denn auch andere Details, etwa Generelles zur Herstellungsweise oder zur Auswahl der Inhaltsstoffe, finden sich immer wieder auf den Seiten zu den unterschiedlichsten Düften.
Aber das tut der Sache natürlich keinen Abbruch und natürlich wäre es auch denkbar, dass Dawn Stewart zunächst verschiedene Entwürfe für den Bespoke-Duft gemacht hat, von denen dann einer den Namen der Romanfigur erhalten haben könnte, während die übrigen unter anderen Namen ins Programm des Hauses übernommen wurden. Im Zweifel für den Mockingbird.
Mein Dank für die Probe geht an BeJot.
Aktualisiert am 12.12.2025 - 11:06 Uhr
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Amber
Sandelholz
Vanille
Zedernholz
ElAttarine
Dorabella


























