Duft Nummer drei aus dem Discovery Set ist der Masar . Ein Duft der von seinen Noten genau in die Kerbe schlägt die ich so liebe, vor allem weil mit Honig eine Note enthalten ist, die zu meinen Lieblingen in Düften gehört. Da war ich natürlich umso heißer auf den Test. Gerade eine Kombination aus Amber, Honig und Tabak deutet ja schon in die Richtung, die der Duft gehen wird und die nicht zu Unrecht sehr beliebt ist. Meist erwartet einen hier die Sinnlichkeit in einem Flakon, weich, warm und angenehm gewürzt. Also schnell drauf auf die Haut.
Was sich hier zeigte war selbst für mich überraschend. Denn selten, wirklich selten habe ich in dem Bereich eine bessere Balance von Würze, Süße und Komplexität erlebt. Da können sich sogar Highlights wie "Grand Soir | Maison Francis Kurkdjian" eine Schneibe abschneiden. Besser kann man die angegebenen Noten nicht in Szene setzen und ein wirklich stimmiges Bild erschaffen.
Los geht’s erstmal mit einem recht knalligen Opening aus spritzig-herber Yuzu. Diese verfliegt aber im nächsten Moment wieder, das sich die etwas orientalischeren Noten nicht bitten lassen und zum Tanz einladen. In meiner Nase sind es vor allem Ambra, Tabak und Honig, die sich hier in ihrer vollen Pracht präsentieren möchten und den Träger in ein wundervolles Gebilde der abendlichen Beschäftigung verführen.
Sex in a bottle könnte man meinen. Sehr sinnlich, verführerisch, lieblich und das Duftgefühl zweier nackter Körper, die sich bewegen und deren Haut aneinander reibt. Warm, zärtlich, süßlich und einem gewissen Unterbau aus körperlicher Begierde.
Nach der Yuzu kommt im ersten Moment der Honig zum Vorschein, welcher auf den ersten Schnüffler süß-klebrig daherkommt und den Nährboden für die folgenden Momente schafft. Würziger Amber und feuchte Tabakblätter stoßen hinzu und geben dem Ganzen den besonderen und bis dahin eingängigen Touch. Soweit kennt man den Verlauf eventuell in leicht abgewandelter Form auch aus anderen Düften dieser Kategorie. Nach und nach wird der Tabak allerdings trockener, etwas tiefer. Der Honig fließt der Haut entlang und verliert etwas an Süße, der Amber glänzt. Man merkt das Gebilde möchte einen Entwicklungsschritt gehen. Es kommen ozonische Noten hinzu, die dem Ganzen mehr Fluffigkeit verleihen, etwas Transparenz zeigen und generell Leichtigkeit injiziert. Ein Moment für die Sinne, denn so kommt der Duft aus seinem sehr intensiven Grundgedanken heraus und wirkt nochmal imposanter, edler und unvergleichbarer.
Die beiden Körper des intensiven Liebesspiels vergnügen sich nun also auch auf der Terasse, anders kann ich mir nicht erklären wie hier luftige Noten dazu kommen.
Man merkt im ganzen Verlauf wie sich die drei Hauptkomponenten schön entwickeln und sich verändern. Der Honig, der seine Süße verliert, der Amber der würziger wird und fast knistert, der Tabak der erst feucht daherkommt und dann immer trockener im Verlauf wird. Ein wirklich schöner Verlauf, der sehr nachvollziehbar ist. Im tiefen Hintergrund merkt man noch etwas. Es sind animalische Noten angegeben, die man aber nicht direkt wahrnimmt. Auf meiner Haut kann ich nicht definitiv sagen, welche Noten da verwendet werden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass geringe Anteile an Civet verwendet werden, da die gerne mal etwas hinter Amber gecovert werden können. Etwas was super hineinpasst und das Bild ergänzt.
Die Performance ist wie bei Tierra und Vitias sehr stark. Besonders die Haltbarkeit ist auf den Punkt und mehr als neun Stunden da. Vor allem am Anfang ist die Sillage auch wieder sehr präsent. Zwei bis drei Stunden riecht man die intensiven Noten der drei Hauptverdächtigen um sich herum.
Wieder mal ein richtig geiles Teil. Mit Tierra zusammen mein Highlight der Marke und eventuell sogar etwas vor diesem. Den sprüh ich mir so gerne auf.