
ElAttarine
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ElAttarine
Top Rezension
45
Karamellschatten abwesender Körper im Sommer
Warmes Sonnenlicht scheint in helle dreieckige leere Räume ohne Türen, kein künstliches Licht, Karamellschatten auf weißen Wänden. Erdige Trockenheit, sonnengewärmter Staub auf Beton, die darunterliegende Holzkonstruktion, die der Tageshitze ausgesetzt war.
Sind die menschlichen Körper noch anwesend oder schon gegangen? Ihre Wärme ist noch da. Lass uns ruhig werden schauen wahrnehmen: Die ruhige Präsenz der Materialien, fließende Grenzen, die Atmosphäre des Raums, lass uns die unsichtbaren Spannungen der Konstruktion mit unseren Leibern spüren. Die warmen, taktilen Harze. Mehr Labdanum- und Patchoulischatten gleiten noch an den Wänden entlang, obwohl doch alle schon wieder gegangen sind.
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Ein meditativer Duft, der bei mir mit deutlichem Karamell startet, süß und herb zugleich. Später lässt die Süße nach, dann entwickeln sich sehr viel Harz (vor allem Labdanum) und starkes Guajakholz mit seinen leicht lösungsmittelartigen Facetten, das mag ich ja immer gerne. Noch später entfaltet sich eine weiche Animalik (wieder Labdanum, Patchouli, leicht salzige Ambra, Muskatellersalbei), minimal schwitzig wie die Schatten der Körper, die sich durch die Installation bewegt haben, und ihre Resonanz… Es gibt keine klare Aufteilung in Kopf/Herz/Basis, sondern in Wellen entwickeln sich immer weitere Facetten. Dadurch ist für mich der Eindruck der Licht- und Schatteneffekte und von Sonne auf Architekturmaterialien (Beton und verkleidetes Holz) wunderbar getroffen. Vielleicht wurde beim letzten Empfang auch milder Whisky ausgeschenkt, der in der Sonne golden funkelte, es scheint auch davon noch ein kleiner Hauch in der Luft zu hängen…
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Der Name des Duftes bezieht sich auf Michael Ashers (1943-2012) Installation ohne Titel von 1970 im Pomona College Museum of Art. Dafür baute Asher zwei dreieckige, leere Räume ins Museum hinein. Die beiden aneinandergrenzenden Räume hatten weder Türen noch künstliche Beleuchtung und führten direkt auf die Straße hinaus. Sie waren rund um die Uhr geöffnet. Der Grundriss dieser beiden Räume ist in der Zeichnung von Asher auf dem Etikett des Flakons abgebildet.
Michael Asher war einer der bedeutendsten Vertreter der „Institutional Critique“, einer künstlerischen Bewegung, der es darum zu tun war, dass Museums- und Ausstellungsräume nie politisch oder gesellschaftlich neutral sind, sondern immer durch Machtstrukturen, kommerzielle Interessen und implizite Vorurteile (mit)bestimmt sind. Ashers Interventionen waren minimalistisch oder manchmal sogar kaum wahrnehmbar. Ausgangspunkt für seine Arbeiten war immer ein gegebener Ort, den Asher entweder genau so beließ, wie er ihn vorfand, oder an dem er nur geringfügige Veränderungen vornahm, indem er Objekte, Wände, Fassaden usw. neu positionierte oder entfernte. Dabei ging es darum, die unsichtbaren Konventionen und Codes sichtbar zu machen, die die Präsentation und Rezeption von Kunst steuern. Der Duft nimmt für mein Verständnis diese Idee auf, indem er gar nicht plakativ vorgeht oder "etwas" Bestimmtes darstellt, sondern zu einer genauen, fast meditativen Wahrnehmung einlädt. Bestimmt passt es hier besobders gut, auf unterschiedliche Trageanlässe und -bedingungen aufmerksam zu sein, und wie sich der Duft dann jeweils entfaltet.
Laut Homepage handelt es sich hier um einen Konzeptduft, den ich aber zugleich wundervoll tragbar finde – wenn Karamell und holzige Süße in Frage kommt. Habe ihn mit anderen Düften von Weston Adam auf der Wunschliste – demnächst ist mal wieder eine Phronema-Bestellung fällig…
https://www.noshowmuseum.com/en/1st-a/michael-asher#info
https://www.moma.org/collection/works/288842
Sind die menschlichen Körper noch anwesend oder schon gegangen? Ihre Wärme ist noch da. Lass uns ruhig werden schauen wahrnehmen: Die ruhige Präsenz der Materialien, fließende Grenzen, die Atmosphäre des Raums, lass uns die unsichtbaren Spannungen der Konstruktion mit unseren Leibern spüren. Die warmen, taktilen Harze. Mehr Labdanum- und Patchoulischatten gleiten noch an den Wänden entlang, obwohl doch alle schon wieder gegangen sind.
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Ein meditativer Duft, der bei mir mit deutlichem Karamell startet, süß und herb zugleich. Später lässt die Süße nach, dann entwickeln sich sehr viel Harz (vor allem Labdanum) und starkes Guajakholz mit seinen leicht lösungsmittelartigen Facetten, das mag ich ja immer gerne. Noch später entfaltet sich eine weiche Animalik (wieder Labdanum, Patchouli, leicht salzige Ambra, Muskatellersalbei), minimal schwitzig wie die Schatten der Körper, die sich durch die Installation bewegt haben, und ihre Resonanz… Es gibt keine klare Aufteilung in Kopf/Herz/Basis, sondern in Wellen entwickeln sich immer weitere Facetten. Dadurch ist für mich der Eindruck der Licht- und Schatteneffekte und von Sonne auf Architekturmaterialien (Beton und verkleidetes Holz) wunderbar getroffen. Vielleicht wurde beim letzten Empfang auch milder Whisky ausgeschenkt, der in der Sonne golden funkelte, es scheint auch davon noch ein kleiner Hauch in der Luft zu hängen…
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Der Name des Duftes bezieht sich auf Michael Ashers (1943-2012) Installation ohne Titel von 1970 im Pomona College Museum of Art. Dafür baute Asher zwei dreieckige, leere Räume ins Museum hinein. Die beiden aneinandergrenzenden Räume hatten weder Türen noch künstliche Beleuchtung und führten direkt auf die Straße hinaus. Sie waren rund um die Uhr geöffnet. Der Grundriss dieser beiden Räume ist in der Zeichnung von Asher auf dem Etikett des Flakons abgebildet.
Michael Asher war einer der bedeutendsten Vertreter der „Institutional Critique“, einer künstlerischen Bewegung, der es darum zu tun war, dass Museums- und Ausstellungsräume nie politisch oder gesellschaftlich neutral sind, sondern immer durch Machtstrukturen, kommerzielle Interessen und implizite Vorurteile (mit)bestimmt sind. Ashers Interventionen waren minimalistisch oder manchmal sogar kaum wahrnehmbar. Ausgangspunkt für seine Arbeiten war immer ein gegebener Ort, den Asher entweder genau so beließ, wie er ihn vorfand, oder an dem er nur geringfügige Veränderungen vornahm, indem er Objekte, Wände, Fassaden usw. neu positionierte oder entfernte. Dabei ging es darum, die unsichtbaren Konventionen und Codes sichtbar zu machen, die die Präsentation und Rezeption von Kunst steuern. Der Duft nimmt für mein Verständnis diese Idee auf, indem er gar nicht plakativ vorgeht oder "etwas" Bestimmtes darstellt, sondern zu einer genauen, fast meditativen Wahrnehmung einlädt. Bestimmt passt es hier besobders gut, auf unterschiedliche Trageanlässe und -bedingungen aufmerksam zu sein, und wie sich der Duft dann jeweils entfaltet.
Laut Homepage handelt es sich hier um einen Konzeptduft, den ich aber zugleich wundervoll tragbar finde – wenn Karamell und holzige Süße in Frage kommt. Habe ihn mit anderen Düften von Weston Adam auf der Wunschliste – demnächst ist mal wieder eine Phronema-Bestellung fällig…
https://www.noshowmuseum.com/en/1st-a/michael-asher#info
https://www.moma.org/collection/works/288842
Aktualisiert am 18.06.2026, 03:21 Uhr
45 Antworten



Karamell
Benzoe
Guajakholz
Ambra
Tolubalsam
Vanille Absolue
Eichenholz Absolue
Hirschmoschus
Perubalsam
Gewürznelke
Labdanum
Muskatellersalbei
Patchouli
Tonkabohne
Whisky
Bosworth
Floyd
KaiDerBecher






































