Midnight Rendezvous with the Mobster von The Dua Brand / Dua Fragrances

Midnight Rendezvous with the Mobster

Smoetn
13.04.2021 - 05:36 Uhr
3
Hilfreiche Rezension
8.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
4
Flakon
Der Duft des Tony Soprano oder „Don‘t stop believing“
Dua Fragrances ist ein Parfümhaus, welches dafür bekannt ist, Duftklone von bekannten Parfüms nachzukreieren, bzw. zwei Duft-DNAs zu kombinieren. Dabei hat jeder Duft seinen eigenen kreativen Namen, wobei das Interessante dabei die Kombination derer ist.

So ist „Midnight Rendezvous“ der Duftklon zu „La Nuit de L’Homme“ und „An evening with the mobster“ die Entsprechung zu „Creation-E“ von Roja Parfums. Wenn man nun beide kombiniert, erhält man vorliegenden „Midnight rendezvous with the mobster“, also eine Kombination aus „La Nuit de L’Homme“ und „Creation-E“ bzw. „Enigma“.

Nun ist das Besonderes daran (laut Dua Fragrance), dass es sich hier um die Vintage-Formulierungen beider Duft-DNAs handelt und das beste beider Düfte kombiniert wurde. Der Clou an der Sache ist nun, dass dies auch noch zu einem erheblich kostengünstigeren Preis zu bekommen ist als das Original, zumindest gilt das für Roja Parfums. Wobei dies natürlich auch relativ zu sehen ist. So kostet ein 30ml Flakon auf der Dua Fragrances Seite von „Midnight rendezvous with the mobster“ 65$ also knapp 60 Euro. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die Flakons aus den USA kommen und entsprechend für Versand und ggfs. Zoll noch einmal entsprechende Kosten hinzukommen, liegt der Preis dann bald bei 80€ - 90€ für 30ml; das ist dann schon preisliches Tom Ford Territorium, aber immerhin handelt es sich ja auch um ein Extrait de Parfum.

Dennoch konnte ich mein Glück kaum fassen, als ich „Midnight rendezvous with the mobster“ zufällig beim Browsen auf der Dua Fragrances Seite sah, so galt er doch als eingestellt, wie hier auf dem Parfumo-Eintrag auch entsprechend zu lesen ist. Man sollte halt nie aufhören zu glauben (so mein zugegebenermaßen etwas weithergeholter Bezug zum Titel „Don‘t stop believing“, dem berühmten Song der letzten Folge der noch berühmteren Serie „The Sopranos“, mit der namensgebenden Hauptfigur Tony Soprano, dem Ober-Mobster).

Also habe ich auch gar nicht lange gefackelt (machen Mobster ja auch nicht) und zugeschlagen (im Gegensatz zum Mobster, aber nur im übertragenden Sinne), klang die Beschreibung doch zu verlockend, zumal ich beide Duft-Paten (The Fragrance Godfathers) auch kenne und mag.
Nun ist er endlich hier, nachdem das erste Paket wohl auch verloren gegangen ist. Freundlicherweise hat DUA hilfsbereit reagiert und, nachdem das Versandunternehmen nach knapp 2 Monaten den Verlust anerkannt hatte, den Duft ein zweites Mal versandt. Diesmal kam er innerhalb von einer Woche bei mir an. „Don’t stop believing“.
Nun also zum Duft…
„Midnight rendezvous with the mobster“ startet ganz klar mit „Enigma“, sprich mit einem wunderschönen Cola-Vibe. Es ist zwar schon etwas her, seit ich „Enigma“ getestet habe, aber so habe ich ihn in Erinnerung – boozy, blumig und etwas verraucht samt der Vanille-Cola. Ein wirklich tolles Opening und ganz dicht dran am Original. Eine gewisse Animalik scheint der Duft aber auch zu besitzen, so riecht meine Frau wohl etwas Katzenurin. Dies tue ich zwar nicht, aber ein Kompliment-Getter im Opening scheint der Duft nicht zu sein.

Nach ca. 45 Minuten setzen die Anzeichen eines Wandels dann immer stärker ein und man vernimmt erste „La Nuit de L’Homme“ Duftnoten. Nach ca. 3 Stunden hat sich der Duft dann gewandelt und jetzt ist der YSL Duft gut erkennbar, auch wenn die Cola-Note stets im Hintergrund verbleibt. Ob es sich hierbei dann wirklich um die Vintage Version von 2010 handelt, kann ich nicht beurteilen, aber der Duft kommt satt und dicht daher. Der Kardamom ist einfach klasse und wer „La Nuit de L’Homme“ mag, wird diesen auf jeden Fall auch mögen. „An evening with the mobster“ kann ich übrigens auch Leuten empfehlen, welche „Midnight Rendevous“ von DUA ins Auge gefasst haben, diesen aber nicht bekommen, weil er ständig ausverkauft ist. Der vorliegende Duft bildet „La Nuit de L’Homme“ ebenfalls schön nach, nur eben mit dem 3 stündigen Vorspiel von „Enigma“.

Somit handelt es sich also wirklich um zwei Düfte in einem. Und das ist für mich das ganz besondere Highlight. So finde ich zwar Düfte mit einer langen Haltbarkeit toll und betrachte dies als Qualitätsmerkmal, doch ist es bei mir häufig so, dass ich nach 4 Stunden oder so gerne schon wieder einen anderen Duft auflegen würde, nur um mal wieder etwas anderes zu riechen. Ich scheine da sehr sprunghaft zu sein :) Jedenfalls bietet dieser Duft genau das! Anfangs klare „Enigma“ Vibes, zum Ende hin immer mehr „La Nuit de L’Homme“.

Die Sillage ist DUA typisch (obwohl es sich hierbei um meinen ersten DUA handelt) wirklich sehr gut und ich nehme den Duft an mir selbst durchaus konstant kräftig wahr. Der Duft verbleibt auf meiner Haut 8-9 Stunden und lässt somit keine Wünsche offen. Es ist aber nicht so ein H&S Mon(b)ster, wie ich vielleicht von anderen DUA Beschreibungen erwartet hätte.

Der Flakon ist im Übrigen wirklich so schlecht, wie er hier auf Parfumo wegkommt. Es handelt sich um einen einfachsten Glasflakon mit einem nicht mal gerade aufgebrachten Aufkleber auf der Vorderseite. Der Deckel besteht aus billigstem Plastik, sitzt dafür aber sicher auf dem Sprüher. Dieser verrichtet seinen Job aber recht anständig. So kann man natürlich als Unternehmen Kosten sparen, da nur eine Flakongröße und Form zu produzieren ist und einfach verschiedene Aufkleber auf diese gepatscht werden können. Dies soll mir aber egal sein, wenn die Kosteneinsparung an den Kunden weitergegeben wird; was ja augenscheinlich passiert, bei den doch relativ günstigen Preisen (Versand und Zoll mal außen vorgelassen).

Insgesamt also ein wirklich toller Duft, der 2 Top Düfte (Platz 16 und 17 respektive hier auf Parfumo) miteinander vereint und auf wundervolle Weise miteinander verwebt. Dabei ist Kopfnote dem einen Duft (Enigma) gewidmet und der Drydown („La Nuit de L’Homme“) dem anderen. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass auch im Drydown „Enigma“ ständig mitschwingt und den Duft die ganze Zeit über begleitet. Es ist also nicht so, dass der Duft sich komplett wandelt und erst der eine ist und dann zum zweiten wird. Insgesamt sehe ich „Enigma“ auch präsenter als „La Nuit de L’Homme“, wohl so im Verhältnis von 70% zu 30%.

Auf jeden Fall ein wirklich toll gemachter Duft, welcher jedem, der auch nur einen der beiden Originale mag, wärmsten zu empfehlen ist. Allerdings mit der kleinen Einschränkung, dass der Duft für einige weder Fisch noch Fleisch sein mag und deshalb gefühlt etwas fehlen kann, wenn man zu sehr das eine oder andere möchte.
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