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Alex2506

Alex2506

Rezensionen
1 - 5 von 6
Ein Duft, den man nicht jeden Tag trägt…
Ist Terroni wirklich tragbar oder eher ein Kunstwerk? Komischerweise denke ich jedes Mal anders darüber. An manchen Tagen frage ich mich: Wow, wo soll man das überhaupt tragen? Und an anderen denke ich nur, wie wunderschön rauchig und harzig er ist, mit dieser leichten roten Frucht im Hintergrund. Absolut nicht süß, eher trocken, vertrocknet, fast so, als würde sie in der Asche liegen.

Ich muss ehrlich sagen, die 10 Minuten sind schon sehr rauchig und aschig. Doch je länger der Duft auf der Haut bleibt, desto mehr rücken die harzigen Nuancen in den Vordergrund. Dazu kommt, wie schon erwähnt, diese feine Note einer getrockneten, leicht angekohlten roten Beere, die irgendwo in der Asche liegt. Und über allem liegt eine gewisse Eleganz und Dominanz, die dieser Duft einfach ausstrahlt.

2-3 Sprühstöße reichen vollkommen aus und man hat den ganzen Tag diese besondere Aura um sich herum. Man muss aber zu dem Duft stehen. Du musst ihn tragen, sonst trägt er dich. Ich kann nur empfehlen, ihn einmal selbst zu testen, am besten direkt auf der Haut und ihm mindestens eine halbe Stunde Zeit zu geben.

Für mich gehört Terroni ganz klar zu den besten Düften aus dem Haus.
2 Antworten
Komme ich langsam in das Alter?
Der Bart ist frisch rasiert, das Aftershave-Balsam aufgetragen , Haare liegen perfekt und eigentlich fehlt nur noch ein Duft, der das Ganze abrundet. Also greife ich zu Rive Gauche pour Homme (2011) und trage ihn auf.

Vor ein paar Jahren wäre er mir wahrscheinlich noch zu grün gewesen, vielleicht auch etwas zu herb. Heute fühlt er sich genau richtig an. Für mich strahlt er eine entspannte Eleganz aus, etwas Reifes, das nicht laut sein muss. Ein Duft für jemanden, der weiß, was er will, und niemandem etwas beweisen möchte.

Schon beim ersten Sprühen wirkt er auf mich beruhigend, fast aufgeräumt. Man merkt sofort, dass er kein typischer Mainstream-Duft von heute ist, gleichzeitig aber auch nicht altmodisch. Er trifft genau diesen Punkt dazwischen.

Anfangs dominiert Vetiver mit herben, seifigen Nuancen, später kommt eine leichte Blumigkeit dazu, vor allem Lavendel nehme ich wahr. Mit der Zeit wird er sanfter, wärmer, und am Ende bleiben schöne Holznoten und etwas Eichenmoos auf der Haut.

Die Haltbarkeit und Sillage sind angenehm und passen perfekt zu seinem Charakter. Am Ende ist es ein Duft, der mich erdet und mir genau die Ruhe gibt, die ich morgens brauche. Und vielleicht zeigt das auch einfach, dass sich der eigene Geschmack mit den Jahren verändert und man irgendwann erkennt, welche Düfte einen wirklich widerspiegeln…

6 Antworten
Das blaue Monster ein Chemieunfall???
Bevor ich den Duft überhaupt selbst testen konnte, hatte ich schon einiges darüber gelesen. Er soll unglaublich stark sein, für manche sogar unerträglich, angeblich fischig, algig, rostig. Jemand nannte ihn sogar einen kompletten Chemieunfall. Der stärkste Duft auf dem Markt, hieß es immer wieder.

All das hat mich natürlich neugierig gemacht. Also bin ich in die Parfümerie meines Vertrauens gegangen und habe mir Megamare auf die linke Hand gesprüht. Mein erster Gedanke war: Wow, das ist definitiv etwas anderes. Gleichzeitig fragte ich mich, ob das wirklich das blaue, salzige Biest sein soll, von dem alle reden.

Beim ersten Test fand ich den Duft erstaunlich angenehm, und je länger er auf der Haut blieb, desto besser wurde er. Jedes Mal, wenn ich ihn rieche, habe ich das Bild vor Augen, wie ich mit einem Boot aufs Meer hinausfahre und die mineralischen Noten des Wassers, das durch den Antrieb aufgewirbelt wird, in die Nase steigen.

Fischig oder algig empfinde ich ihn aber überhaupt nicht. Für mich wirkt er eher trocken, salzig und frisch mineralisch. Drei Sprüher reichen locker für den ganzen Tag, und gerade in dieser Menge zeigt er seine eigentliche Schönheit. Die Dosis macht hier ganz klar den Unterschied.

Ich bekomme fast jedes Mal positive Rückmeldungen, wenn ich ihn trage. Bei acht von zehn Menschen kommt er wirklich gut an. Der Duft funktioniert für mich im Winter genauso gut wie im Sommer.

Für mich ist er also kein Chemieunfall, kein rostiges Wrack und schon gar kein Fischgeruch. Eher außergewöhnlich frisch, salzig, mineralisch trocken, maskulin und edel.
1 Antwort
Du hast mich Oud-jungfert…
…äh, bitte was?
Ja, richtig gelesen. Mit dir hatte ich vor 12 Jahren mein erstes Mal,mein erstes Mal Oud.

Ich war damals 20, gerade erst durch Creed Aventus frisch in die Nischenwelt eingetaucht. Ich testete mich neugierig durch die Regale, probierte alles, was anders, besonders oder spannend klang. Und dann stieß ich auf dich.

Noch nie zuvor hatte ich so einen Duft gerochen.
Ich war auf der Stelle verzaubert: holzig, tief, orientalisch, würzig.
Anders aber unfassbar zugänglich. Genau diese Mischung hat mich sofort erwischt.

Also musste ich einfach zuschlagen:
Mein erster Oud-Duft überhaupt „Oud Wood“ von Tom Ford.

Und Leute, die Haltbarkeit und Sillage damals? Wirklich stark.
Kein Beastmode, aber definitiv deutlich stärker als heute.

Für mich bleibt Oud Wood einer der besten und zugänglichsten Oud-Düfte überhaupt. Untrennbar verbunden mit schönen Erinnerungen und meinem persönlichen Einstieg in die Oud-Welt.

Danke, Tom Ford.
1 Antwort
Vor 13 Jahren habe ich meinen ersten Nischenduft gekauft…
und das warst du: Creed Aventus.
The King.
Warum „The King“?
Weil du da bin ich mir sicher unzähligen Duftverrückten die Tür zur Nischenwelt geöffnet hast.

Aber wie bin ich damals eigentlich auf dich gestoßen?
YouTube-Reviews? TikTok? Instagram? Jeremy Fragrance?
Nope. Vergesst es. Vor 13 Jahren gab es all das in dieser Form noch gar nicht. Also streichen wir das komplett.

Ich war 19, trug schon seit meiner frühen Teeniezeit Parfums wie One Million, Boss Bottled, Invictus eben die typische Designer-DNA, mit der viele von uns gestartet sind. Und dann kam dieser eine Tag.

Ich saß im Zug auf dem Weg zur Arbeit, als jemand an mir vorbeilief.
Und plötzlich traf mich dieser Duft.
Ich dachte nur: WTF was ist DAS?!
Ein richtiger „Wow“-Moment, wie ich ihn zuvor nie erlebt hatte.

Und dann musste ich das tun, was ich mich vorher nie getraut hatte:
Ich sprach einen völlig fremden Menschen im Zug an. Nur, um herauszufinden, welcher Duft mich da gerade so umgehauen hatte.

So lernte ich ihn kennen den King.

Als ich dann den Preis sah (ich meine, es waren damals ca. 125 €), dachte ich:
„Boah… das ist heftig.“
Aber ich habe ihn trotzdem gekauft. Zum Glück.

Die Sillage und Haltbarkeit waren damals einfach unglaublich.
Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: In all den Jahren wurde ich bestimmt 80-mal angesprochen oft von völlig fremden Menschen mit der Frage, was ich da trage.

Ich habe insgesamt bestimmt zwanzig Flakons Aventus gekauft.
Doch irgendwann, so um 2019 herum, merkte man, dass der Zauber langsam nachließ. Haltbarkeit, DNA… irgendwas hatte sich verändert.

Und trotzdem: Aventus bleibt ein wunderschöner Duft, fest verknüpft mit vielen Erinnerungen, Momenten und einer Zeit, die nicht zurückkommt.

Danke, King
für all die Jahre.
1 Antwort
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