Der Bart ist frisch rasiert, das Aftershave-Balsam aufgetragen , Haare liegen perfekt und eigentlich fehlt nur noch ein Duft, der das Ganze abrundet. Also greife ich zu
Rive Gauche pour Homme (2011) und trage ihn auf.
Vor ein paar Jahren wäre er mir wahrscheinlich noch zu grün gewesen, vielleicht auch etwas zu herb. Heute fühlt er sich genau richtig an. Für mich strahlt er eine entspannte Eleganz aus, etwas Reifes, das nicht laut sein muss. Ein Duft für jemanden, der weiß, was er will, und niemandem etwas beweisen möchte.
Schon beim ersten Sprühen wirkt er auf mich beruhigend, fast aufgeräumt. Man merkt sofort, dass er kein typischer Mainstream-Duft von heute ist, gleichzeitig aber auch nicht altmodisch. Er trifft genau diesen Punkt dazwischen.
Anfangs dominiert Vetiver mit herben, seifigen Nuancen, später kommt eine leichte Blumigkeit dazu, vor allem Lavendel nehme ich wahr. Mit der Zeit wird er sanfter, wärmer, und am Ende bleiben schöne Holznoten und etwas Eichenmoos auf der Haut.
Die Haltbarkeit und Sillage sind angenehm und passen perfekt zu seinem Charakter. Am Ende ist es ein Duft, der mich erdet und mir genau die Ruhe gibt, die ich morgens brauche. Und vielleicht zeigt das auch einfach, dass sich der eigene Geschmack mit den Jahren verändert und man irgendwann erkennt, welche Düfte einen wirklich widerspiegeln…