Annenas
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Die Alltagshexe
Eau de Lierre ist linear, leise und elegant, tiefgrün und wunderschön mystisch. Auf den ersten Riecher fehlte mir die Tiefe. Das Efeuwasser ist nämlich genau das – ein Aufguss aus dunkelsten Efeublättern, oder so, als wenn man mit den Fingern über die wachsigen Blätter reibt und sie sich dann unter die Nase hält.
Der Duft hat diese kühle, klare Aura, die Efeu oft verströmt und lässt mich an viktorianische Architektur, überwucherte Marmorböden und dunkles Leinen denken. Auf meiner Haut entfaltet sich das Efeuwässerchen ganz ohne den zugehörigen Ausschlag und begleitet mich erstaunlich lange durch den Tag.
Die Silage bleibt hautnah – man muss sich schon ganz nah heranwagen. Aber ich werde bei jedem Schnüffeln mit dem wunderbar fotorealistischen Bild des Efeus belohnt, das sich irgendwann zu einer elegant kühlen, leicht holzigen Brise entwickelt.
Wannimmer ich Eau de Pierre trage fühle ich mich wie eine verkappte Hexe im Alltag. So als würde mir der Efeu im Vorbeilaufen die Blätter zuwenden, so als würde ich bei Regen tiefer atmen und mit einem leise wissenden Lächeln in der Bahn die Menschen um mich herum bezaubern.
Kurz: nicht alle Düfte müssen auf den ersten Riecher aufregend sein, um einen dauerhaften Platz in meiner feinen kleinen Sammlung zu finden.
Der Duft hat diese kühle, klare Aura, die Efeu oft verströmt und lässt mich an viktorianische Architektur, überwucherte Marmorböden und dunkles Leinen denken. Auf meiner Haut entfaltet sich das Efeuwässerchen ganz ohne den zugehörigen Ausschlag und begleitet mich erstaunlich lange durch den Tag.
Die Silage bleibt hautnah – man muss sich schon ganz nah heranwagen. Aber ich werde bei jedem Schnüffeln mit dem wunderbar fotorealistischen Bild des Efeus belohnt, das sich irgendwann zu einer elegant kühlen, leicht holzigen Brise entwickelt.
Wannimmer ich Eau de Pierre trage fühle ich mich wie eine verkappte Hexe im Alltag. So als würde mir der Efeu im Vorbeilaufen die Blätter zuwenden, so als würde ich bei Regen tiefer atmen und mit einem leise wissenden Lächeln in der Bahn die Menschen um mich herum bezaubern.
Kurz: nicht alle Düfte müssen auf den ersten Riecher aufregend sein, um einen dauerhaften Platz in meiner feinen kleinen Sammlung zu finden.
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Heimweh und Fernweh
In Forest Riot treffen sich meine Kindheit im Schwarzwald und meine liebsten Urlaube im skandinavischen Winter. Der Duft ist genau das, was draufsteht: Wald. Etwas weniger Riot als gedacht, eigentlich eher sanft vorbeiflüsternde Koniferen mit einem windig rauschenden Auftakt.
Wenn ich ihn trage, kommt mein Partner immer nur grinsend um die Ecke und schreit "Riotttt!"
Der laut grünr Part hält leider nur kurz an. Danach hat man einen sehr fotorealistisch nadeligen Skinscent, der etwa zwei Stunden hält. In Wollkleidung absolut umwerfend wunderschön.
Ich trage ihn immer, wenn es mich aus dem verregneten Hamburger Stadtleben rauszieht. Und interpretiere alle Nadelwälder der Welt in ihn.
Und ich finde, Forest Riot hat eine Rezension verdient. Denn auch wenn er sehr flüchtig ist, finde ich das für 40€ auf den (sehr hübschen!) Flakon okay, denn er ist der einzige Waldduft, der ganz ohne zusätzlich kratzigen Weihrauch diese ganz besondere Mischung aus ätherischer Perfektion und rhauer Natur einfängt.
Plädoyer beendet. Ich liebe ihn sehr und der neue Flakon ist schon bestellt.
Wenn ich ihn trage, kommt mein Partner immer nur grinsend um die Ecke und schreit "Riotttt!"
Der laut grünr Part hält leider nur kurz an. Danach hat man einen sehr fotorealistisch nadeligen Skinscent, der etwa zwei Stunden hält. In Wollkleidung absolut umwerfend wunderschön.
Ich trage ihn immer, wenn es mich aus dem verregneten Hamburger Stadtleben rauszieht. Und interpretiere alle Nadelwälder der Welt in ihn.
Und ich finde, Forest Riot hat eine Rezension verdient. Denn auch wenn er sehr flüchtig ist, finde ich das für 40€ auf den (sehr hübschen!) Flakon okay, denn er ist der einzige Waldduft, der ganz ohne zusätzlich kratzigen Weihrauch diese ganz besondere Mischung aus ätherischer Perfektion und rhauer Natur einfängt.
Plädoyer beendet. Ich liebe ihn sehr und der neue Flakon ist schon bestellt.
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Eleganz im weißen Leinenhemd
Luftig leuchtend kommt der Duft daher - der Flakon aus hochwertigem Glas mit schlichtem Etikett ist dafür tonnenschwer. Alles zeugt von 'understated' Eleganz und frsnzösischem Chic.
Neroli Oranger legt sich weich und strahlend auf die Haut. Erst frisch, dann immer weicher, aber nie ganz ohne grünen Unterton.
Zu Beginn geben Ylang und Bergamotte dem Duft einen zitrischen Auftakt, doch Neroli ist immer präsent. Dabei aber eher in seiner sauberen, leichten Facette und nur ganz dezenter, ätherischer Süße.
Irgendwo liegt eine frische Grüne unter dem Duft, die ihn sehr elegant und modern wirken lässt. 'Klar' ist glaube ich das richtige Wort dafür.
Gegen ende umschmeichelt leichter, aber ausdauernder Moschus - eine Spezialität von Matiere Premiere. Bei mir hält sich der Duft mehrere Stunden bei erstaunlicher Sillage für so einen leichten Duft. Noch einen Tag später bekomme ich einen bezaubernden Hauch aus meinen Haaren.
Neroli Oranger riecht für mich nach Sonne auf der Haut und einem luftigen Leinenhemd, dessen Eleganz ganz einfach von der hohen Qualität des Stoffes herrürt. Der oder die Trägerin wirkt selbstbewusst und hat völlig unantastbar Stil.
Auf jeden Falk einen Test wert. Matiere Premiere bietet individuelle Proben à 5€ für alle Düfte an. Nicht ganz günstig, aber der Versand ist umsonst und der Einkauf wird teilweise für einen Flakon gutgeschrieben. Bei mir darf das gute Stück auf kurz oder lang einziehen.
Neroli Oranger legt sich weich und strahlend auf die Haut. Erst frisch, dann immer weicher, aber nie ganz ohne grünen Unterton.
Zu Beginn geben Ylang und Bergamotte dem Duft einen zitrischen Auftakt, doch Neroli ist immer präsent. Dabei aber eher in seiner sauberen, leichten Facette und nur ganz dezenter, ätherischer Süße.
Irgendwo liegt eine frische Grüne unter dem Duft, die ihn sehr elegant und modern wirken lässt. 'Klar' ist glaube ich das richtige Wort dafür.
Gegen ende umschmeichelt leichter, aber ausdauernder Moschus - eine Spezialität von Matiere Premiere. Bei mir hält sich der Duft mehrere Stunden bei erstaunlicher Sillage für so einen leichten Duft. Noch einen Tag später bekomme ich einen bezaubernden Hauch aus meinen Haaren.
Neroli Oranger riecht für mich nach Sonne auf der Haut und einem luftigen Leinenhemd, dessen Eleganz ganz einfach von der hohen Qualität des Stoffes herrürt. Der oder die Trägerin wirkt selbstbewusst und hat völlig unantastbar Stil.
Auf jeden Falk einen Test wert. Matiere Premiere bietet individuelle Proben à 5€ für alle Düfte an. Nicht ganz günstig, aber der Versand ist umsonst und der Einkauf wird teilweise für einen Flakon gutgeschrieben. Bei mir darf das gute Stück auf kurz oder lang einziehen.
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Laues Lüftchen mit Stil
Grün, schwer und hochwertig liegt der Duft in meiner Hand. Der venetianische Händler grinst mich an, sein Englisch kaum verständlich, gefärbt von seinem breiten Akzent. Ich verfluche meine Mangelnden Italienischkenntnisse einmal mehr, obwohl mich meine exzessive Brunettileserei gelehrt hat, dass Venezianisch und Schulitalienisch definitiv unterschiedliche Dinge sind. Ich streiche mit den Fingern über das Muster auf dem Flakon und betrachte die wabernden Reflektionen der Sonne. Ich bin viel zu verliebt in den Moment, um ihn nicht mitzunehmen. Endlich raus aus dem doch gewöhnungsbedürftigen Geruch der Lagune in der Sonne stehe ich im Wind etwas weiter dir Küste entlang. Heute war unser letzter Tag in Venedig und ich hoffe, das Gefühl irgendwie einfangen zu können. Den Moment für schlechte Zeiten aufbewahren. Ich freue mich kurz über den unglaublich feinen Sprühnebel und atme tief ein.
Der erste Eindruck von Dalmatian Sage ist irre zitrisch und frisch. Herbe Grapefruitschale untermalt von grün bitteren Noten. Dann mehr und mehr Pfeffer, sogar der Muskat mischt mit. Der Duft wird immer grüner, etwas weicher. Mehr und mehr Hölzer gesellen sich dazu und der Hauch von falschem Eichenmoos, den jetzt so viele Männerdüfte haben. Sehr klassisch und edel, aber irgendwie... Wo ist da eigentlich der Salbei? Die Herbheit verfliegt, die Frische ist nur ein kurzer Begleiter. Mir wird wieder warm, der Wind klingt ab. Liebster Dalmatian Sage, du bist ein ohne Zweifel wundervoller Duft. Aber irgendwie hast du ein bisschen das Thema verfehlt. Du bist elegant und kühl, wohlhabend, definitiv ein altehrwürdiger Venezianischer Kaufmann. Oder eine Kauffrau. Aber nicht das, was ich suchte.
Der erste Eindruck von Dalmatian Sage ist irre zitrisch und frisch. Herbe Grapefruitschale untermalt von grün bitteren Noten. Dann mehr und mehr Pfeffer, sogar der Muskat mischt mit. Der Duft wird immer grüner, etwas weicher. Mehr und mehr Hölzer gesellen sich dazu und der Hauch von falschem Eichenmoos, den jetzt so viele Männerdüfte haben. Sehr klassisch und edel, aber irgendwie... Wo ist da eigentlich der Salbei? Die Herbheit verfliegt, die Frische ist nur ein kurzer Begleiter. Mir wird wieder warm, der Wind klingt ab. Liebster Dalmatian Sage, du bist ein ohne Zweifel wundervoller Duft. Aber irgendwie hast du ein bisschen das Thema verfehlt. Du bist elegant und kühl, wohlhabend, definitiv ein altehrwürdiger Venezianischer Kaufmann. Oder eine Kauffrau. Aber nicht das, was ich suchte.
Wind in den Haaren
Ich lasse meinen Blick über den Horizont und das Meer unter mir schweifen. Neben mir wogen die Gräser im Wind, der an meinen Haaren zerrt, die Locken um meinen Kopf wirbelt und erste Schneeflocken über die Klippen hinaus treibt.
Irish Leather ist das Ende meiner Nasenblindheit, oder der Anfang von etwas Neuem. Ich habe länger keine Rezension mehr geschrieben, sehr viel weniger getestet und mitdiskutiert. Irgendwie hat mir der Aha Moment gefehlt, den meine liebsten Düfte bei mir auslösen, wenn Ich sie die ersten Male getragen habe. Irish Leather gibt mir dieses großartige Gefühl auch noch beim 30.Mal tragen.
An meiner Haut beginnt der Duft mit einer starken Brise würzigen Wacholders, der von Pfeffer und Salbei getragen wird. Irgendwie hat er etwas wildes, frisches und eine besondere Art von Klasse, die sich durch den ganzen Duft zieht. Ich schreibe sie dem Leder zu, das durch den Mate Tee wundervoll herb wird. Nach und nach offenbaren sich Iris und Leder, die um einen Wacholderzweig geflochten sind. Hier beginnt für mich die Magie des Duftes. Obwohl die Noten eher schwer sind, bleibt der Duft leicht und elegant. Ein Wind, der durch die Kleidung, Haare und über die Haut fegt, und dabei den Geruch von wilder Natur, Ruchgras Birke und Amber zurücklässt.
Irish Leather verleiht mir Selbstbewusstsein vom ersten Sprühstoß bis zum letzten Hauch Tonka auf meinem Mantel, dessen Kragen ich gegen den Schnee nach oben gestellt habe. Dieser Duft lässt mich an Weite denken, an den Blick über ein stürmisches Meer, Wanderungen auf schmalen Pfaden durch Wogende Dünen. Ich glaube das, ist es, was mich an diesem Duft jetzt gerade am meisten glücklich macht: Die Freiheit zu träumen.
Irish Leather ist das Ende meiner Nasenblindheit, oder der Anfang von etwas Neuem. Ich habe länger keine Rezension mehr geschrieben, sehr viel weniger getestet und mitdiskutiert. Irgendwie hat mir der Aha Moment gefehlt, den meine liebsten Düfte bei mir auslösen, wenn Ich sie die ersten Male getragen habe. Irish Leather gibt mir dieses großartige Gefühl auch noch beim 30.Mal tragen.
An meiner Haut beginnt der Duft mit einer starken Brise würzigen Wacholders, der von Pfeffer und Salbei getragen wird. Irgendwie hat er etwas wildes, frisches und eine besondere Art von Klasse, die sich durch den ganzen Duft zieht. Ich schreibe sie dem Leder zu, das durch den Mate Tee wundervoll herb wird. Nach und nach offenbaren sich Iris und Leder, die um einen Wacholderzweig geflochten sind. Hier beginnt für mich die Magie des Duftes. Obwohl die Noten eher schwer sind, bleibt der Duft leicht und elegant. Ein Wind, der durch die Kleidung, Haare und über die Haut fegt, und dabei den Geruch von wilder Natur, Ruchgras Birke und Amber zurücklässt.
Irish Leather verleiht mir Selbstbewusstsein vom ersten Sprühstoß bis zum letzten Hauch Tonka auf meinem Mantel, dessen Kragen ich gegen den Schnee nach oben gestellt habe. Dieser Duft lässt mich an Weite denken, an den Blick über ein stürmisches Meer, Wanderungen auf schmalen Pfaden durch Wogende Dünen. Ich glaube das, ist es, was mich an diesem Duft jetzt gerade am meisten glücklich macht: Die Freiheit zu träumen.
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