Aspasia0

Aspasia0

Rezensionen
1 - 5 von 57
Aspasia0 vor 4 Monaten 6 3
7
Sillage
7
Haltbarkeit
7
Duft
Aus der Zeit gefallen
Rezensionsstil: [Kurzrezension] [Duftbeschreibung]

Bevor ich mit dieser Rezension begann, habe ich ein bisschen recherchiert. Ich wollte das Erscheinungsjahr des Duftes herausfinden. Leider konnte ich keine genauen Angaben finden. Bei Amazon wird er seit 2016 gelistet, ich denke, dass er auch tatsächlich in dem Dreh herum erschienen ist. Doch das riecht man nicht.

Der Grund, warum ich mir überhaupt die Mühe machte, nach dem Release zu suchen, ist der, dass ich schon beim ersten Schnuppern das Gefühl hatte, dass dieser Duft aus der Zeit gefallen ist.
Es begrüßt einen gleich die Hyazinthe, aber nicht sanft und lieblich, sondern laut und imposant. Eine 80er-Königin, die den Raum betritt, und alle schauen auf. Unterstützt wird dieser Oldschool-Vibe dadurch, dass die Hyazinthe nicht allein ist. Sie ist eingehüllt in einen grünen Mantel, der an vielen Stellen schon kratzig und ausgefranst ist und ihr doch wunderbar steht, sofern man das denn mag. Ich könnte schwören, dass Galbanum hier der Hauptvertreter für dieses raue Grün ist, auch wenn es nicht gelistet ist.

Ist die grüne Hyazinthen-Königin anfangs noch unnahbar, taut sie im Verlauf des Duftes auf und wird sanfter und weicher, wenngleich das grün-herbe nie ganz verschwindet, denn es gehört einfach zu ihr und diesem Parfum. Der aufkommende Honig schmirgelt es aber ein bisschen glatter, und dessen süßer Aspekt wird dann noch vom ebenfalls aufkommenden Jasmin verstärkt, sodass man einen zwischen grün-rau-herb und honig-lieblich balancierenden Duft erhält, der dann auch in dieser Ausprägung langsam ausklingt.

3 Antworten
Aspasia0 vor 5 Monaten 1 1
6
Sillage
6
Haltbarkeit
8
Duft
Der Sanfte
Rezensionsstil: [Duftbeschreibung] [Bildhaft/Metaphernreich]

Honigdüfte hatte ich schon viele unter der Nase – und bekomme doch nie genug von ihnen. Es gibt sie ja auch in so vielen Facetten: blumig, gourmandig, würzig und und und.
Heute haben wir mit Nectar von Etro einen blumigen Vertreter.

Der Auftakt beginnt jedoch erstmal deutlich zitrisch, wobei die Bitterorange mit ihren angenehm herben Unternoten und einer schönen Natürlichkeit den Ton angibt.
Für den weiteren Duftverlauf stellen wir uns einen sonnigen Sonntag vor. Die Zitrusfrüchte laden zum entspannten Nachmittagstee. Zuerst schaut die Orangenblüte vorbei, ist aber am Anfang noch recht schüchtern. Sie wird später sicher ihren Platz finden, aber in den Mittelpunkt drängt sie sich nicht.
Auch der Honig, der zweite Gast, braucht ein bisschen, um mit der Runde warm zu werden – doch dann plaudert er fröhlich mit allen Gästen und bleibt bis zum Schluss, selbst dann noch, als die Zitrusfrüchte schon längst weg sind.
Der Moschus ist in dieser illustren Runde der Rüpel. Er platzt nach der ersten Stunde rein, posaunt ein bisschen rum und verschwindet dann genauso schnell wieder, wie er gekommen ist.
Da es nun wieder ruhig ist, entspannen sich alle anderen, und der Duft wird weich und sanft mit einer angenehmen blumigen Süße, die trotzdem stilvoll zurückhaltend bleibt.
Ambrox hat die Einladung gelesen, den Termin aber vergessen – das dürfte alle freuen, die auf diesen Riechstoff empfindlich reagieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Nectar ist kein Duft, der laut und schrill ist, sondern von der sanften Sorte. Er nimmt sich Zeit, baut langsam auf und ist zwar auch kein 'Umarmungsduft' bleibt aber trotzdem zurückhaltend. Wer zarte Orangenblüte mag, mit einem Schuss warmem Honig, bekommt hier einen sehr tragbaren, stimmungsvollen Duftbegleiter – besonders für Tage, an denen man nicht glänzen, sondern einfach nur gut riechen will.

1 Antwort
Aspasia0 vor 6 Monaten 3 2
6
Sillage
6
Haltbarkeit
7
Duft
Ein Bienchen summt auf Bali
Rezensionsstil: [Duftbeschreibung], [Kurzrezension]

Etoile de Bali startet mit einer sanften Freesie, begleitet von einem Hauch Zitrusfrische. Die Bergamotte und Mandarine sind da, aber sie drängen sich nicht in den Vordergrund – es bleibt insgesamt eher floral. Schon früh mischt sich eine leichte Honigsüße ein, die sich später immer weiter ausbreitet. Doch auch ein bisschen Grün ist darunter erahnbar, was einen angenehmen Kontrast bildet und wodurch mir das ganze nicht gleich zu süß wurde.

Im Herzen wird der Duft dann wärmer und cremiger. Die Zitrik verschwindet und gibt den Blick frei auf eine Blumenwiese, auf der die Bienen fröhlich summen. Der Honig ist jetzt voll da, hält aber mit den blumigen Noten gut die Waage. Wörter wie Blumennektar oder Ambrosia kommen mir in den Sinn, passend zum Markennamen. In anderen Momenten erinnert er mich mehr an Sonnencreme, was aber auch recht angenehm ist.

Einzig: Manchmal blitzt dezent, aber für mich wahrnehmbar eine Störnote auf, die ich nicht ganz benennen kann. Irgendwas Überreifes, nicht direkt fruchtig, aber trotzdem "zu lange in der Sonne gewesen". Diese Momente sind aber zum Glück recht kurz, sodass ich im Großen und Ganzen den Duft dennoch genießen konnte. Zum Ende hin klingt er dann ganz sanft honigsüß aus. Lecker.

Insgesamt ist er mir ein bisschen zu floral süß, als dass es ein Wunschlistenkandidat werden würde, aber alles in allem ein netter Honig-Blumen Duft.
2 Antworten
Aspasia0 vor 7 Monaten 2
6
Sillage
5
Haltbarkeit
8
Duft
Meine Valencia Urlaub Entdeckung
Rezensionsstil: [Anekdote], [Duftbeschreibung], [Kurzrezension]

Als Parfuma halte ich natürlich auch im Urlaub immer die Augen und Nase offen Ausschau nach neuen Düften. Und das überall, auch im lokalen Supermarkt.
In Valencia stolperte ich dann über diesen kleinen unscheinbaren Flakon. Aufgesprüht und direkt mitgenommen.

Für läppische 5€ bekommt man hier genau das, was drauf steht Orangenblüte mit noch all den Blättern dran, eben Petitgrain, das im Gegensatz zum Neroli nicht allein aus den Blüten, sondern auch den Blättern der Bitterorange gewonnen wird.

Der Duft ist sehr linear, eine Entwicklung gibt es nicht. Es riecht einfach von Beginn, bis zum Ende grün-zitrisch nach Orangenblüte, Orange und Grünzeug. Sehr frisch und belebend, das war in dem schwül-heißen Klima von Valencia genau das richtige, ich hab die ganze Woche nichts anderes mehr getragen und kurz vor der Abreise direkt noch einen zweiten Flakon gekauft. Aber bei dem Preis tut das ja null weh. Auch nicht, dass man als Freshie hier einmal mehr am Tag nachsprühen kann.

Wer auf die Orangenblüte/Neroli/Petitgrain in Reinform und allgemein grün-zitrische Düfte steht, findet hier ein echtes Schnäppchen.
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Aspasia0 vor 1 Jahr 16 8
9
Sillage
8
Haltbarkeit
8.5
Duft
Vanille, wie sie sein soll
Tja, der Shalimar, wie bei vielen Klassikern stellt sich die Frage, was soll man hier noch sagen, was nicht schon gesagt worden ist? Obendrein, wo ich mich mit noch nicht mal einem Jahr Parfumleidenschaft immer noch als Duftneuling betrachte. Welchen Input, welchen Mehrwert kann ich euch mit meiner Rezension liefern? Diese Frage haben mich erst davon abgehalten, eine Rezension zu diesem Parfüm schreiben zu wollen, aber dann erschien mir nur ein Statement auch nicht recht angemessen, um meinen Eindruck zu beschreiben

Daher seht es mir nach, wenn diese Rezension vielleicht etwas weniger erkenntnisreich oder on Point sein wird, als andere, mir fällt nämlich auch keine lustige Anekdote oder interessanter Funfact ein, ihr werdet euch also mit meinem ganz banalen Dufteindruck begnügen müssen.

Vorweg: Ich weiß zwar nicht, aus welchen Jahren die Shalimars stammen, die ich zusammen in einem wunderbaren WB testen durfte, aber ich hatte zumindest die Gelegenheit alle Konzentrationen vom Cologne bis zum Extrait zu testen (zum direkten Vergleich alle auf einmal auf beide Arme verteilt, das waren wohl die vanillisten Arme von ganz Deutschland )
Bei diesem Vergleich bin ich zum Schluss gekommen, dass mir das Parfum von allen Konzentrationen am besten gefällt.

Doch warum? Kurz gesagt, hält es für mich am besten das Gleichgewicht zwischen sinnlich, herb und spritzig.
Die Bergamotte am Anfang kitzelt in der Nase, wird aber auch schon von grün-herben Noten begleitet, die man sicherlich mögen muss. Ich tu's. Nach ca. 20 Minuten machen sich dann zunehmend die balsamischen Noten und die Vanille bemerkbar, verschmelzen zu einem verführerischen Duft aus fernen Welten. DAS ist für mich Vanille, wie sie sein sollten. Nicht diese übelkeitseregenden Duftkerzen Varianten und der rosarote Zuckerfluff, der einem in heutige Kreationen leider oft zugemutet wird, nein Vanille, hat süß und voll, aber nicht quietschig zu sein. Es soll die Sinne auf die Reise schicken und einen nicht schneller als Muhammad Ali zu seinen besten Zeiten K. O. hauen. Die Vanille in Shalimar zwinkert dir aufreizend zu und verliert sich dann in einem Tanz mit den balsamischen und rauchigen Noten. Sie ist da, fordert deine Aufmerksamkeit und entzieht sich doch immer wieder.

Dieses Spiel mit den Noten, der Wechsel zwischen süßer Vanille, hypnotisierendem Balsam, den immer wieder kurzen Aufleuchten heller spritziger Noten von Bergamotte und Rose und die herb-grün fast schon kratzigen Noten (woher auch immer, hier fehlt mir die Erfahrung, um zu sagen, was genau das ist), dazwischen, machen Shalimar für mich so einnehmend.

Der Duft hat keinen direkten Verlauf, es ist eher ein Wirbel und ich denke, je nachdem, wer in trägt, nimmt das Umfeld ihn anders wahr. Bei ruhigen, sanften Personen ist die Vanille vielleicht stärker, bei stolzen Menschen kommt der Divacharakter des Duftes mehr heraus, bei flirtfeudigen Menschen die Sinnlichkeit des Balsams und bei Individualisten fallen die kratzigen Unternoten vielleicht mehr auf. Das macht den Duft vielseitig und je nachdem, wer ihn sich zu eigen macht, immer wieder aufs neue anders erfahrbar.
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