Immer der Nase nach: Weihrauch
Weihrauch hat mich im Laufe meines Lebens begleitet und das, obwohl eher im Hintergrund, doch auf so vielfältige Weise, dass ich dem in einem mehrteiligen Blog nachgehen möchte. Hier ein erster Überblick über die zentralen Bereiche.
Als Kind in einem katholischen Elternhaus aufgewachsen, ist der Weihrauch in der neoromanischen Basilika meiner Kindheit der Geruch der Kirche gewesen. Ein eher kalter Rauch, der immer noch in der Kirche und in den Beichtstühlen mit ihren Vorhängen hing. Es roch dort anders als zu Hause, nicht besser oder schlechter, einfach anders.
Dann war da Weihnachten mit den Geschichten und Geschenken und das Jesuskind hat auch etwas bekommen, Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Bedeutung dieser Gaben und auch das sich dieser Teil der Weihnachtsgeschichte nur bei Matthäus findet, kannte und wusste ich damals natürlich nicht. Wichtig war, dass auch ich beschenkt wurde.
Viele Jahre später als Lehrerin hatte ich dann Lust Weihrauch zu kaufen und selbst zu verbrennen, es einfach mal auszuprobieren. Die Weihrauchtropfen werden auf glühenden Kohlenplättchen zu Asche verbrannt und verströhmen so ihren Duft. Doch das mögen nicht alle Schüler, manchen ist dies zu fremd und der Geruch unangenehm (während sie sich gleichzeitig mit den furchtbarsten Deos von oben bis unten einräuchern).
In der Schule lernen ja nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrenden. Ich lernte als ich über den Islam unterrichtet habe, das Mohammed, dessen Eltern früh starben und der sich schon als Kind seinen Lebensunterhalt selbst erarbeiten musste, ein sehr guter Karawanenführer war und Weihrauch mit hohem Gewinn durch die Wüste brachte. Seine Dienstherrin war Chadidscha und sie hat ihm mit ihren Karawanen eine Chance gegeben. Und sie hat ihn geheiratet und damit reich gemacht.
Ich finde sehr interessant, dass immer der alte Mohammed mit mehreren Frauen im Blick ist, aber der junge Mann, der in einer Einehe mit einer viel älteren Frau lebt, der Weihrauchhändler, ist außerhalb des patriarchalen Blickes.
Zu den Routen des Weihrauches an andere Stelle mehr.
Dann kam hier durch Parfumo die Lust an Weihrauchdüften hinzu und meine Nase konnte zeitweise gar nicht genug davon bekommen. Bis ich angefangen habe Weihrauchkapseln zu schlucken, die gut für die Gelenke sein sollen und offenbar entzündungshemmend wirken. Seitdem mag ich Weihrauch immer noch sehr gerne, aber meine Nase hat sich etwas beruhigt, denn ich gebe meinem Körper ja, was sie für richtig hält.




Wir dürfen bei uns in der Schule nicht räuchern, aber wie Weihrauch und Myrrhe riecht, wollten die Schülerinnen und Schüler gerne wissen, ich habe sie an Rakhba, Sakra und Mortel schnuppern lassen und das fanden sie spannend. In der Schule riecht es meistens nach verbrauchter Luft oder grausligem Parfüm, da könnte man im wahrsten Sinne des Wortes das Lernklima verbessern.
Danke für deinen schönen Beitrag.
Aber ixh kann nicht jammern,denn alle Düfte sind ja ohnehin eine Nachahmung der echten Düfte,die man ausserhalb Flakons findet
Ich habe es geschafft meinen Schreibtisch anzukokeln.
Matière Première erhalten, richtig schön!
Das es bei einigen Schülern nicht gut ankommt. kann ich mir vorstellen, da wie du selbst schreibst der Körper es nicht braucht bzw verträgt.
Als Alternative kann ich dir Mandarine rot für deine Schüler empfehlen. Das beruhigt, macht fröhlich und fördert die Konzentration. Bei meinen Kindern mache ich gute Erfahrungen damit.
Und man kann es bedenkenlos nutzen, weil ja ansonsten bei ätherischen Ölen Allergiegefahr besteht.
Weihrauch geräuchert habe ich noch nicht, wollte ich aber demnächst versuchen.
Den religiösen Aspekt finde ich sehr interessant. Ich persönlich nehme Weihrauch als richtigen Seelentröster wahr und es hat auch was spirituelles.
Freue mich auf weitere Beiträge von dir.