BeryllBerylls Parfumrezensionen

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Beryll vor 9 Jahren 5 1
7
Duft
kuscheliger Herbstduft
Man stelle sich einen Tag wie heute vor: Es ist kalt draussen, die Blätter färben sich, leichter Nieselregen, wenig Licht. Was gibt es da schöneres als sich zu Hause einzukuscheln mit einer Tasse Tee, Kerzen und einem schönen Duft.
Hier passt Natori ganz wunderbar ins Bild:

Er startet mit einer leicht aldehydigen Note, die stark an Düfte aus den 70ern/ 80ern erinnert. Natori von 2009 ist ja auch eine Neuauflage des aus dem Jahr 1980 stammenden Orginals (welches ich leider nicht kenne).
Bei dieser Neuauflage verschwindet die aldehydige Kopfnote sehr schnell, fast wie eine Art Hommage an die alten Zeiten. Es folgen ein kurzes Aufflackern von Rosen und Pflaumen gebettet in eine warme, sanfte Grundnote.

Mit der Zeit wird es tiefer und würziger. Vor allem Patchouli meine ich wahrzunehmen und auch der Jasmin kommt ins Spiel. Im Hintergrund schwingt aber immer noch die Rosen/ Pflaumenote mit.
So ausgebreitet auf der Haut ist es schon ein relativ schwerer, verführerischer Orientale.
Ich finde er passt auch perfekt zu diesen Kaftanen und Roben die man auf der Website von Natori anschauen kann (das ist anscheinend eine Wäschefirma). Ein wenig altmodisch, nicht ganz angekommen in dieser Zeit, aber trotzdem irgendwie ganz hübsch, nach meinem Empfinden.

Natori hat mich überrascht, denn obwohl ich weder Aldehyde, noch Rosen, noch Patchouli übermäßig mag, macht das Zusammenspiel hier einen ganz gefälligen Duft aus. Normal bin ich auch jemand bei dem Patchouli oft so dermaßen stark rauskommt, das man meinen könnte ich komme direkt aus der Gruft.
Hier ist das zum Glück aber nicht so ;-)

Fazit: Wer was zum Einkuscheln und Sinnen in Erinnerungen braucht liegt mit Natori richtig.
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Beryll vor 9 Jahren 3
7
Duft
um Mitternacht im Zitronenland
Pour Toi macht einen interessanten Verlauf durch.

Im ersten Augenblick nehme ich stark die Beerennote wahr und dann kommt die Zitrone mit aller Macht. Es riecht sehr fruchtig, süß, und prickelnd. Erinnert mich zunächst an diese unsäglichen Zitronenlutschbonbons in Form einer Zitrone, die es in meiner Kindheit im großen Glas zu kaufen gab und von denen man immer eine ganz wundgelutschte Zunge bekam. (Natürlich nur, wenn man zu viel davon genascht hat).
Diese Note bleibt zunächst auch etwas erhalten, nach und nach kommt dann eine Pudernote dazu. Wo die herrührt kann ich schlecht herausriechen, für mich sind die Blüten der Herznote nicht einzeln präsent. Der Duft erinnert jetzt an ein Pflegeprodukt, eine teure Körpercreme z.B.

Was so prickelnd gestartet hat wird nach einiger Zeit immer dunkler.
Es kommt mir vor als würde die Nacht sich über die Frau die "Pour Toi" trägt senken. Eben noch im geblümten Sommerkleid mit offenen Haaren holt sie nun ihr edles Abendkleid aus dem Schrank, steckt sich die Haare hoch, trägt roten Lippenstift auf und verliert sich in den Weiten der Stadt.

In dieser Phase des Duftverlaufs nehme ich vordergründig holzige Noten wahr, gepaart mit der puderartigen Cremigkeit. Doch die Zitrone lauert im Hintergrund, erinnert ab und zu an die Sonne des Nachmittages, lässt die mädchenhafte Aura der Trägerin kurz aufblitzen, um gleich darauf wieder in der Dunkelheit der Nacht zu entschwinden.
Beryll vor 10 Jahren 1 1
3
Duft
2.5
Haltbarkeit
2.5
Sillage
5
Flakon
Quickie statt Affäre
Diese Affäre startet wie mein Vorredner schon treffend bemerkte außerordentlich alkoholisch. Die Haut wird richtig kühl, man könnte das Wässerchen bestimmt auch zum desinfizieren verwenden ;-).
Ich rieche dann fast nichts. Hab mich schon gefragt ob meine Nase nicht mehr funktioniert, aber das ist wirklich nur ein Hauch von Parfum der nach einem normalen Sprühstoß auf dem Arm verbleibt.
Ich finde ihn nach der Alkoholnote zunächst eher seifig, moschuslastig. Ganz kurz tritt der Tabak hervor um dann sehr schnell wieder in diesem Mischmasch an weißen Blüten und Moschus zu versumpfen. Ich rieche nichts spezifisch heraus. Es wirkt auf mich ähnlich wie frisch geduscht mit auch ungefähr der gleichen Intensität.
Keinerlei Projektion, geringe Haltbarkeit und dann auch noch völlig geschlechtslos.
Ich habe selten so ein beliebiges Wässerchen gerochen. sowohl für Männlein wie Weiblein anwendbar. Da frage ich mich natürlich warum es noch ein Love Affaire pour femme gibt, das auch noch fast die gleichen Noten hat. Muss dazu aber sagen das ich das nicht getestet habe und deswegen nicht sagen kann ob es ähnlich riecht.
Fazit:
schwammig, schwach, (schwanzlos);-)
1 Antwort
Beryll vor 10 Jahren 7
8
Duft
Stern am Oud-Himmel
Alle Düfte von Nejma sollen sich ähnlich sein, da sie sich auf die sieben Töchter von Nejma beziehen.
Ich konnte bis jetzt den sechsten Duft und den Vierten testen. Und ich finde sie beide hinsichtlich ihres geschmeidigen Einbindens von Oud ähnlich.
Normalerweise mache ich nämlich einen großen Bogen um diese Substanz.
Doch hier verschmilzt es wunderbar mit den restlichen Duftbestandteilen.

Zu Anfang gibt es tatsächlich ein gewisse Frische und Fruchtigkeit, die bei mir hauptsächlich durch den Pfirsich bestimmt wird. Doch die orientalische Herkunft lässt sich nicht verbergen, unter dem Schleier der Kopfnote lüftet sich schnell eine cremige, leicht würzige Note. Besonders das Sandelholz meine ich herauszuriechen.

Anders als meine Vorrednerin empfinde ich das Oud als nicht sonderlich dominant und der Duft wird auch eher cremig, als seifig an mir.

Besonders im Winter eignen sich die Nejma Düfte gut als Seelentröster, die einen in eine ferne, fremde Welt entführen.
Wo nachts Rauchfäden von feinem Räucherwerk in der Himmel steigen. Die sieben Töchter des Wesirs, gehüllt in feine Seidentücher, die Augen tiefschwarz umrandet, die Haut gepflegt mit duftenden Ölen, schreiten wirbelnd zum Tanz.
Und die Menge ist verzaubert von den anmutigen Gestalten, genauso, wie ich es von diesem Duft bin.
Beryll vor 10 Jahren 7
9
Duft
Hautschmeichler
Die Parfums von Jul et Mad sind inspieriert von Begegnungen, Liebesgeschichten, Momenten.
Hier ist es ein kurzer Augenblick, ein wiederbegegneter Blick auf einen Fremden, frühlingsmorgens in St. Germain Paris von einer Cafè-Terasse aus. Dieser Moment inspirierte zu diesem Duft.
Ich finde es faszinierend wenn solche Momente Kreativitätsschübe auslösen. Von mir selber kenne ich das auch. Ein kurzer Augenblick, ein Innehalten im täglichen Trott kann mich den ganzen Tag, oder sogar länger tief beeindrucken und beschäftigen.

Aber nun zum Duft:
Liebe... ja lieblich das passt zu ihm.
Das Parfum startet ganz kurz mit einer frischen, aber auch leicht würzigen Note, nicht spritzig, und nur ganz kurz anhaltend. Dann verschmilzt bei mir alles zu Sonne auf der Haut, Hautlotion, dunkler Gepflegtheit.
Ich hoffe man kann den Geruch den ich zu beschreiben versuche erahnen. Es ist für mich einfach ein Cremeduft bei dem die einzelnen Noten nicht mehr sonderlich ins Gewicht fallen. Patchouli unterlagert alles wunderbar und lässt den Duft nicht zu lieblich werden.
Fazit: blumig, cremiger Hautschmeichler mit Immergeherpotential
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