HasiHasis Parfumrezensionen

1 - 5 von 129
Hasi vor 3 Monaten
10
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Am Meer
Die Wogen der Flut schleppen Schaumkronen aus Spitze an.

Die Lagune ist wie ein durchsichtiger Löffel türkisfarbenen Akryls, umhüllt von einer Aureole aus Sand.

Ich betrachte den von der Brise drapierten Ozeantüll

und renne los, dem weißen Spitzensaum entgegen, der den Strand glättet

und mir die Füße in Ketten legt,

lasse mich in den Sand fallen und bleibe glücklich ermattet liegen,

geküsst von Meer und Sonne,

gestreichelt von der Brise, die den floralen Duft der Insel mitbringt.

*********************

Urlaubsfeeling pur, nicht nur für die Herren!
Und sehr, sehr schade, dass dieser tolle und unbekannte Duft eingestellt wurde!
Mein Dank geht an Hermessenz, die mir trotzdem noch so eine großzügige Abfüllung spendiert hat!
23 Antworten

Hasi vor 4 Monaten
8
Duft
6
Haltbarkeit
6
Sillage
9
Flakon

Dünenschatz
Die Sonnenblume schämte sich, die namenlose Blume als ihre Verwandte anzuerkennen.
Da ging die Sonne auf, lächelte der Verachteten freundlich zu und fragte:
"Wie geht es dir, mein Liebling?"
(Rabindranath Tagore)

Oft haben die kleinsten, unscheinbarsten Blüten den stärksten Duft und den süßesten Nektar. Irgendwie müssen sie ja auf sich aufmerksam machen. Wobei Pyrola - auch Dünen-Wintergrün (Pyrola rotundifolia subsp. maritima) - beim Blümchensex eher auf Insekten wie hauptsächlich Fliegen steht.
Ihr Aussehen ähnelt dem des Maiglöckchens.

Pyrola hat einen eigenwilligen Duft, zitrisch-süßlich und grün-würzig, mit einem süßlich weichen Herz und einem seifigen Schleier. Mich erinnert der Duft etwas an die Kräuter-Limonade Almdudler.
Die Sillage ist dezent, aber bemerkbar. Wobei der Duft draußen an der frischen Luft und bei kühlerem Wetter viel besser zur Geltung kommt.
Auf jeden Fall unisex und durchaus tragbar.

Mein Dank für die großzügige Probe geht an Baeumchen :)
24 Antworten

Hasi vor 9 Monaten
8
Duft
10
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Der Atem der Charybdis
Die breite Öffnung des Globuli Cap von Seejungfrau (lieben Dank an dieser Stelle!) gibt mir die Möglichkeit, schon beim Öffnen des Schnappverschlusses einen Eindruck der grünen Flüssigkeit zu bekommen: verpinkeltes Hafenbecken. Faulige Fischabfälle.
Das ist wirklich schlimm.

Auf der Haut
Mein erster Gedanke: Der kleinen Seejungfrau hätte jemand sagen müssen, dass sie auch ne Mumu bekommt, wenn sie sich Beine wünscht.
Mein zweiter Gedanke: Ich weiß gar nicht, ob fischig allein der richtige Ausdruck ist, da muss salzig-algig dazu, wie eine geöffnete Auster, die ihr Leben vom Meerwasser durchspült wurde. Dann las ich, dass unglaubliche 240 l Meerwasser eine einzige Auster an jedem Tag durchspülen, und dass nichts mehr nach salzigem Ozean riecht und schmeckt, als die Königin der Muscheln.

Mir fällt die Sage von Skylla und Charybdis ein. Charybdis saugt 3 x am Tag das Meerwasser ein uns stößt es danach brüllend wieder aus. Sie ist also die Monster-Auster der antiken griechischen Sagenwelt. Was da alles so am Tag durchgeht... kein Wunder, dass Charybdis Mundgeruch hat und schwitzt vor lauter Arbeit.

Schwitzen tut sie, weil Kreuzkümmel (Cumin) und Koriander schon von Beginn an mit dabei sind. Warme und kalte Noten vereint, auch eine Besonderheit des Dufts. Hab ich vorher auch noch nie so gerochen. Ich muss an Cans wunderschönen Kommi denken, die kaltblütige Nixe, die den warmen Körper umschlingt und mitnimmt in die Tiefe. Das macht Sinn.

Koriander, dessen Geruch nicht nur an Anis- bzw. Dill erinnert, sondern auch den Ausdünstungen verschiedener Wanzenarten gleicht. Der Name Koriander bedeutet übersetzt Wanzendill. Wer schon mal eine Stinkwanze auf der Hand hatte, die zur Abwehr "gepupst" hat, weiß was ich meine.

Cumin, dessen Duft als holzig, würzig, warm, anisartig beschrieben wird, aber sehr oft auch als schweißig wahrgenommen wird, und mich persönlich immer an schwitzige, warme Achseln denken lässt. Warm-würzig, menschelnd-fleischlich, und gleichzeitig trocken-bitter. Im Fall vom See-Engel nur verhalten schwitzig.

Dann ist mir noch was eingefallen zu dem anfänglichen Uringeruch. Vor vielen Jahren ging ich mit einer kleinen Gruppe Arbeitskollegen während der kühlen Jahreszeit 1 x wöchentlich zum Schwimmen in ein Hallenbad. Jede Woche ein anderes im Wechsel. Einmal waren wir in einem kleineren, und da ist mir schon zu Anfang ein ganz unangenehmer Geruch aufgefallen. Je näher man zur Treppe kam, wo das Wasser auch niedriger wurde, desto schlimmer wurde der Geruch. Chlor und Pipi. Chlor hat eigentlich kaum Eigengeruch, erst in Verbindung mit Harnstoff wird es eine Chlorverbindung mit dem typisch beißenden Geruch. Genauso riecht der Anfang von SC. Vor allem aus dem Cap raus.

Auf Haut wandelt sich diese Fisch-Chlor-Algennote rasch in eine medizinische Note, Oud (mit Cypriol habe ich keine Erfahrung), durchwachsen vom ätherischen Duft der Kiefer. Ingwer spielt fruchtig-pikant mit. Ab hier wird der Duft angenehmer, zieht sich aber zurück. Bleibt hier stundenlang als süßlich warm-würziger und trocken-bitterer Haut-an-Haut-Duft, als würde man mit seinem Partner nach ner Runde Matratzentango im Bett liegen, den Kopf in seine Achsel gekuschelt. Der Duft ist sehr körperlich. Hier würde auch die Note Fuchspelz/Pelz Sinn machen. Wobei ich eher an Frettchen denke (meine Schwester hatte jahrelang Frettchen), die einen ganz typischen Geruch haben, mir persönlich manchmal etwas zu animalisch streng, dunkler tierischer Moschus (verschwitzte haarige Achsel) und manchmal auch leicht urinös, da sie sich gegenseitig markieren, aber gleichzeitig auch süßlich-wildartig. Frettchen-Fans schwärmen davon, dass ihre Lieblinge nach Met bzw. wildem Honig duften. Das kommt gut hin, ich erkenne diesen Duft hier in dezenter Form wieder. Und als honigartig-narkotisierend wird auch der Duft der Tuberose beschrieben. Passt alles zusammen. Die Basis erinnert mich übrigens an Rubj von Vera Profumo.
An einem Fuchs habe ich noch nicht gerochen, ich weiß nur, dass Füchse aus den Afterdrüsen mit einem kleinen gelblichen Tropfen markieren, der für Fuchs und Mensch bis zu 6 Wochen riechbar ist. Der intensive, üble Geruch wird durch die Einwirkung von Wasser noch verstärkt.
Vielleicht wurde für SC doch ein Fuchs gemolken.

Zwischendurch dreht Oud immer wieder mal auf, in Verbindung mit dem fruchtigen Ingwer. Dann verliert der Duft für diesen Moment etwas an Wärme, wird trocken-metallisch-fruchtig, um dann wieder an würziger Wärme zu gewinnen. Erst nach vielen Stunden bleibt dann das würzig-warme ganz weg und es bleibt das trocken-metallisch-fruchtige. (mag ich am liebsten, ich kann nicht mit warmen Düften). In der Aura ist nur das fruchtige Oud zu riechen.
Das hält sich jetzt nicht nur stunden- sondern tagelang, vor allem an Kleidung. Der Ärmel meines Shirts und meine Strickjacke riechen heute noch - 5 Tage später - nach trocken-fruchtigem zarten Oud. Richtig toll jetzt sogar. Heute am Arm... die Haut... zum Anbeten! So viele Ebenen, so viel Wandlung in diesem Duft, ist mir eine 8 wert.

Den Namen Sea Censored hat der Duft verdient. Es ist wie bei einem zensierten Film, einem Hardcore-Porno oder Horror-Schocker. Eine Warnung.
Wer die Warnung ignoriert und seine Nase trotzdem reinsteckt mag schockiert sein, wird aber zumindest überrascht und lernt neues kennen.
Auf jeden Fall ist er Charybdis zu nahe gekommen.

https://www.youtube.com/watch?v=Z7aV3Q-bA5M
47 Antworten

Hasi vor 11 Monaten
10
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
10
Flakon

Torf statt Turf
Dreckigster, erdigster (für mich geilster) Patchouli mit trockenstaubiger-mineralischer Note (wie altes Kellergemäuer) und was würzig-herbem sowie zart süßlich-aromatischem im Hintergrund. Ja, die nassen Vogelfedern sind gut nachvollziehbar. Für mich ist es aber ein ganzer nasser Vogel, paniert in Vogelsand.

Vogelsand: Quarzsand und Muschelgrit; wird mit Anisöl versetzt, um den Sand keimfrei zu halten.
Das würde hier sehr gut hinkommen, und mit Anis hab ich es ja wohl die letzte Zeit. Und das meine ich auch zu erkennen.

Mit der Zeit wird das Patchouli holzig, mit dezenter süßlich-alkoholischer Note. Torfig hat Floyd gut erkannt, ich hätt's mich fast nicht schreiben trauen (der Kommi war in seinem Grundgerüst schon vor Wochen fertig) weil man torfigem Whiskey immer eine rauchige Note zuschreibt, aber rauchig ist der Duft nicht. Es riecht aber wie ein großes altes Holzfass, in dem jahrelang ein Single Malt heranreifte. Dunkel, holzig, erdig, torfig, alkoholisch, süßlich.

Ob das Süßlich-Holzige durch Sandelholz oder durch Amber beigesteuert wird, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, ich würde aber zu Amber tendieren, da es, wenn man sich den Patchouli wegdenkt, die gleiche Note wie in "Embruns d'Ambre" von Stéphanie de Saint-Aignan ist, den ich beheimate.

Wenn hier Blümchen drin sind, dann würde ich auf Jasmin tippen. Für Jasmin habe ich einen eingebauten Geigerzähler und meine, einen Hauch zu erkennen, aber vielleicht ist auch überhaupt kein Blümchen drin. Ist ja alles subjektive Interpretation und was weiß ich schon.

Wie auch immer, mit Karma von Lush (Platz 2) zusammen ist das mein Lieblingspatchouli (Platz 1) geworden. Ich kann mich gar nicht satt dran riechen. Birdie bleibt über viele Stunden und macht auch keine großartige Veränderung durch, was mir entgegenkommt. Lediglich die Protagonisten schieben sich immer wieder gegenseitig in den Vordergrund. Mal ist es mehr Patchouli, mal mehr das Süßlich-Holzig-Alkoholische, dann wieder eher das Trocken-Mineralische.

Gschpusi hat mir eine großzügige Abfüllung spendiert (ich danke Dir von Herzen!), mit der werde ich noch ein wenig auskommen (bis der Flakon einzieht), weil man wirklich nur wenig braucht. 2 feine Sprüher sind ausreichend und ich rieche mich selbst den ganzen Tag! Die Plastik-Pens sprühen zu stark, da reicht ein einziger Hit. Ich hab ihn in einen Glas-Sprayer umgefüllt, der feiner nebelt.

Birdie ist schon ungewöhnlich! Ich glaub', die meisten Nasen zucken erschrocken zurück, aber ich lieb' den! Ich trage ihn auch in der Arbeit, wobei eher das Outfit als die Location entscheidend sind. Dunkle Farben und ein krasseres Outfit passen zum Duft vielleicht besser als ein rosa Blümchenkleid, Kittelschürze oder Frankonia-Faltenrock (Insider ;) ), aber zum schnittigen Anzug kann ich ihn mir beim männlichen Geschlecht zu jeder Tageszeit und zu jeder Gelegenheit super vorstellen.

32 Antworten

Hasi vor 11 Monaten
10
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
7
Flakon

Holy Shit
Gerade noch lag ich mit Andy am Strand bzw. im Nobel-Schwimmbad in Strandnähe (Phtaloblue: Chlor-Note in wunderschön blau-fluffig) und wollte dort nie-nie wieder weg, so möchte ich jetzt auf ewig mit Donnie in einer Bar verbringen und mich an Absinth bzw. Absinthe IX laben!

Ich weiß nicht, was das zur Zeit mit mir ist, aber ich war in den letzten Jahren noch nie so promiskuitiv mit Düften wie in den letzten Wochen. Bin ich plötzlich so tolerant und großzügig Düften gegenüber geworden, oder kommen jetzt einfach nur die richtigen in geballter Ladung unter meine Nase? Wöchentlich ist mindestens ein 10er dabei, den ich unbedingt haben und nie mehr missen möchte.

Absinthe IX ist in der Kopfnote purer Absinth. Würzig-herber, süßlich-aromatischer Anis-Likör.
Und wird dann ins Herz hinein so wunderbar einzigartig grünwürzig-CREMIG, dass es mich fast um den Verstand bringt! Lakritz und (Stern)Anis sind sich vom Duft her zwar ähnlich, dennoch gut zu differenzieren. Ich kann Lakritz eigentlich überhaupt nicht ab, auch in Düften hat es mir bisher nie gefallen, hier passt es jedoch in Verbindung mit Anis & Co. .
Mit der Zeit wird Absinthe IX etwas dunkler und pudrig-cremig. Nun kommt auch Palo Santo, das heilige Holz durch, und gibt eine sanfte, süßliche Holznote bei. (ähnlich wie Räucherstäbchen, nur viel edler, sanfter und cremig-pudrig, nicht so rauchig).
Mit Palo Santo zusammen betritt Tolu die Bühne und balsamiert alles.
Absinthe wird zur Basis hin zunehmend dunkler, süßlich-holzig und pudriger, einziger Wermutstropfen - denn der ist ja auch gelistet - das Pudrige saugt das Cremige auf und das Holzige wird mir persönlich etwas zu trocken-staubig. Im Hintergrund bleibt jedoch etwas Balsamisches.
In dieser Phase würde Absinthe IX "nur" noch eine 9 bekommen, aber da der Anfang schön, und die Basis noch schöner ist, bleibt es bei 10.
Die magischen Eigenschaften, die dem Getränk nachgesagt werden, hat für mich dieser Duft mit seinen komplexen und raffinierten Aromen.

35 Antworten

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