
IrisNobile
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Im Herzen Berlins ...... der 20er Jahre .....
Und genau dorthin geht meine Fantasie bei Verité ..... - Schließlich wurde dort die kleine Duftmanufaktur Lehmann gegründet - .... wie man nachlesen kann, vom Parfum affinen Großvater der Familie Lehmann im Jahre 1926 -, nachdem er sich schon in jungen Jahren Reisen nach Südfrankreich leisten konnte und aus dem Spaß heraus, dort in den großen Fabriken mitarbeitete, das Know-how des Parfümeur-Handwerks erlernte und nach Berlin mitnahm.
In dieser Zeit der eigenen Parfumherstellung erfand später sein Sohn Harry Lehmann, der Vater des heutigen Besitzers, den Verkauf von Parfum nach Gewicht. Lediglich im Glasflakon, um - schon damals - unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden.
Und der Duft beginnt in der Tat, als könne er aus dieser Zeit stammen (wann auch immer Verité kreiert wurde), als diese Gattung von Parfums der orientalischen Richtung in Mode war - ... nach der berauschenden Manier von Shalimar u.ä. (nicht ohne der ‚Grande Dame’ und ihren Mitschwestern gebührenden Respekt zu zollen).
Der erste Sprüher von Verité löst eine verzückte Überraschung aus! .... wow! - ungewöhnlich, intensiv, damenhaft, mit altmodischer Attitüde, - ... nach ein wenig Geduld - faszinierend, warm, sinnlich - und richtig schön! Ein kleiner orientalischer Kracher mit Nostalgiecharakter - aber hallo!!
..... als Benutzerin dieser betörenden Kreation stelle ich mir eine der mondänen damaligen Damen der "feinen Gesellschaft" Berlins, z.B. Charlottenburgs, in einem Alter um die Mitte 30 vor -
Sie überschminkt noch schnell einmal ihre Lippen, kneift sich heftig und eilig in die Wangen, die sich daraufhin ziemlich echauffieren und eine gesunde, anziehende Röte hervorbringen.
Nun noch rasch ein paar Tropfen des Parfums auf Haaransatz, Nacken und Puls -, das ihr die gewünschte leicht verruchte Aura geben soll -, die Ausstrahlung einer Femme Fatale ...., genauso will sie heute Abend duften! Dann wirft sie die lange, doppelreihige Perlenkette lässig über´s Dekolleté, hakt die wunderschönen Art Déco Ohrringe ein, die farblich zu ihren Augen passen, bevor sie in den Mantel schlüpft, weil es in Berlin an diesem Abend, im frühen Herbst 1927, schon empfindlich kühl geworden ist. - Der Chauffeur wartet schon -
Es geht ins Wintergarten-Varieté -, .... man trifft sich - ..., zum Tanz nach den Klängen von Swing und Charleston, trinkt Absinth, plauscht, läßt sich unterhalten - ... es gibt keine Ressentiments, keine Sorgen, keine Hemmungen - bei der ‚besseren Gesellschaft‘ .... im Herzen Berlins der späten 20er .........
Der Duft hält sich wahrlich nicht zurück, er präsentiert seine sinnliche Ausstrahlung sehr deutlich, mit einer feinen Extravaganz, ohne aufdringlich zu werden.
Es ist ein warmer Edelorientale -, mysteriös, erwachsen, intensiv .... -, gedacht für eine gestandene, um das Leben wissende Frau.
Es gibt leider keine Duftpyramide, mit der man den Duft besser nachvollziehen könnte. Bei der Angabe "orientalisch-würzig" allerdings, glaube ich relativ deutlich eine Zimtnote heraus zu riechen, die sich zwischen zitrisch Fruchtigem und vanillegeküssten Blüten tummelt. Ebenso unbedingt mitspielen könnten noch andere Gewürze, u.a. eine Ahnung von Nelke, die ich so en passant nicht bestimmen kann.
Holzige und Amber-Noten runden den Duft m.E.n. warm und balsamisch ab.
Ich bin in jedem Fall äußerst angetan und hätte diese komplexe Qualität nie für diesen fairen Preis erwartet -, ...- vergleicht man es mit anderen Kleinst-Manufakturen, in denen tw. eher Raumduftassoziationen entstehen ;)
Absolut eine Testempfehlung für diejenigen, die diese Art orientalischer Düfte mehr und mehr für sich entdecken. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich, die Sillage ebenso.
Ich war in der Vergangenheit mal für ein paar Jahre, sozusagen temporäre ‚Berlinerin‘ - und .... „hab noch einen Koffer in Berlin" ..... - ich seh’ mich irgendwann bestimmt noch einmal um -, ... bei Lehmanns :))
In dieser Zeit der eigenen Parfumherstellung erfand später sein Sohn Harry Lehmann, der Vater des heutigen Besitzers, den Verkauf von Parfum nach Gewicht. Lediglich im Glasflakon, um - schon damals - unnötigen Verpackungsmüll zu vermeiden.
Und der Duft beginnt in der Tat, als könne er aus dieser Zeit stammen (wann auch immer Verité kreiert wurde), als diese Gattung von Parfums der orientalischen Richtung in Mode war - ... nach der berauschenden Manier von Shalimar u.ä. (nicht ohne der ‚Grande Dame’ und ihren Mitschwestern gebührenden Respekt zu zollen).
Der erste Sprüher von Verité löst eine verzückte Überraschung aus! .... wow! - ungewöhnlich, intensiv, damenhaft, mit altmodischer Attitüde, - ... nach ein wenig Geduld - faszinierend, warm, sinnlich - und richtig schön! Ein kleiner orientalischer Kracher mit Nostalgiecharakter - aber hallo!!
..... als Benutzerin dieser betörenden Kreation stelle ich mir eine der mondänen damaligen Damen der "feinen Gesellschaft" Berlins, z.B. Charlottenburgs, in einem Alter um die Mitte 30 vor -
Sie überschminkt noch schnell einmal ihre Lippen, kneift sich heftig und eilig in die Wangen, die sich daraufhin ziemlich echauffieren und eine gesunde, anziehende Röte hervorbringen.
Nun noch rasch ein paar Tropfen des Parfums auf Haaransatz, Nacken und Puls -, das ihr die gewünschte leicht verruchte Aura geben soll -, die Ausstrahlung einer Femme Fatale ...., genauso will sie heute Abend duften! Dann wirft sie die lange, doppelreihige Perlenkette lässig über´s Dekolleté, hakt die wunderschönen Art Déco Ohrringe ein, die farblich zu ihren Augen passen, bevor sie in den Mantel schlüpft, weil es in Berlin an diesem Abend, im frühen Herbst 1927, schon empfindlich kühl geworden ist. - Der Chauffeur wartet schon -
Es geht ins Wintergarten-Varieté -, .... man trifft sich - ..., zum Tanz nach den Klängen von Swing und Charleston, trinkt Absinth, plauscht, läßt sich unterhalten - ... es gibt keine Ressentiments, keine Sorgen, keine Hemmungen - bei der ‚besseren Gesellschaft‘ .... im Herzen Berlins der späten 20er .........
Der Duft hält sich wahrlich nicht zurück, er präsentiert seine sinnliche Ausstrahlung sehr deutlich, mit einer feinen Extravaganz, ohne aufdringlich zu werden.
Es ist ein warmer Edelorientale -, mysteriös, erwachsen, intensiv .... -, gedacht für eine gestandene, um das Leben wissende Frau.
Es gibt leider keine Duftpyramide, mit der man den Duft besser nachvollziehen könnte. Bei der Angabe "orientalisch-würzig" allerdings, glaube ich relativ deutlich eine Zimtnote heraus zu riechen, die sich zwischen zitrisch Fruchtigem und vanillegeküssten Blüten tummelt. Ebenso unbedingt mitspielen könnten noch andere Gewürze, u.a. eine Ahnung von Nelke, die ich so en passant nicht bestimmen kann.
Holzige und Amber-Noten runden den Duft m.E.n. warm und balsamisch ab.
Ich bin in jedem Fall äußerst angetan und hätte diese komplexe Qualität nie für diesen fairen Preis erwartet -, ...- vergleicht man es mit anderen Kleinst-Manufakturen, in denen tw. eher Raumduftassoziationen entstehen ;)
Absolut eine Testempfehlung für diejenigen, die diese Art orientalischer Düfte mehr und mehr für sich entdecken. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich, die Sillage ebenso.
Ich war in der Vergangenheit mal für ein paar Jahre, sozusagen temporäre ‚Berlinerin‘ - und .... „hab noch einen Koffer in Berlin" ..... - ich seh’ mich irgendwann bestimmt noch einmal um -, ... bei Lehmanns :))
12 Antworten
Il était une fois .......... - in Südfrankreich .....
es gab damals über gute Bekannte meiner Familie die Möglichkeit, ab und zu in den Semesterferien im späten Hochsommer in deren Feriendomizil einen tollen Urlaub zu verbringen; hoch über Golfe-Juan und mit zwei, drei Freunden.
Die schmale Straße zu diesem Anwesen zog sich eine Weile nach oben, in die Hügel über´m Meer, und vom Grundstück aus überwältigte uns ein traumhafter Blick bis zur Bucht von Antibes.
Die Ferientage verbrachten wir mit Müßiggang, gutem Essen und Erkundungen. Wir fuhren in die kleinen nahen Orte. Kauften in Vallauris Irdenes, stöberten in den Parfumtempeln von Grasse, saßen - unseren geliebten Pastis trinkend - in kleinen Bars und Bistros; - zogen herum in den verwinkelten Gassen dieser alten malerischen Örtchen ........pure Lebenslust .........
Ich liebte diese Zeiten auf dem weitläufigen Grundstück mit riesigem Pool, das weit oben über dem Mittelmeer thronte, eine Rundumsicht über Meer und Küste bot, und man nicht einmal extra an die überlaufenen Strände der Cote d´Azur hinunter fahren musste, um badend, faulenzend und sonnenanbetend den Tag zu verbringen.
Gut -, manchmal ging´s dann doch zum Baden ins Meer - dann aber eher bei den Roches Rouges oder in abgelegenen Buchten, wo das Badevergnügen noch wirklich eines war .... :)
Eigentlich wollte ich ja auf das Parfum kommen ............ was hat Ligea damit zu tun .......
Es sind die Erinnerungen, die sich mit der Duftentwicklung des Parfums über die Nase aus den tiefsten Bereichen des Riechzentrums hervortun und Emotionen auslösen .....
"Ich lasse hinter mir das große, kunstvoll geschmiedete alte Tor der Grundstückseinfriedung des Anwesens ins Schloss fallen - .... der frühe Tag, wie sollte es auch anders sein, ist schon gleißend hell, warm und sonnig.
Ich gehe wie jeden Morgen auf der schmalen Straße, die eigentlich die Hauptzufahrtsstraße zu den einzelnen Villen mit ihren Gärten ist - und mir dabei den steten Blick auf das tolle Blau des Meeres bietet - hinunter, um in der winzigen Boulangerie unten in Golfe-Juan frisches Backwerk für unser spätes Frühstück auf der verwunschenen Terrasse des Gästehäuschens zu besorgen.
Rechts und links meines Weges, in den Gärten dieser abschüssigen kleinen Straße, machen sich in verschiedensten Wuchsstadien die intensiv pinkfarbenen Bourgainvilleen in voller Blütenpracht gegenseitig Konkurrenz. - Hier und da verbreiten buschige Lavendelhecken ihren Duft, der der vormittäglichen Luft einen leicht würzigen Hauch verleiht, und ich empfinde das Zusammenspiel dieser Farben faszinierend.
Man baute in vielen der sonnendurchfluteten Gärten in Hanglage kleine Orangenhaine an - vereinzelt gab es auch Zitronenbäume -, die auch schon am Morgen intensiv duften und sich mit dem Lavendel auf´s schönste verbinden.
Je näher ich der Küstenstraße komme, desto mehr rieche ich auch das Meer -, dessen frischer aquatischer Geruch sich angenehm in die anderen üppigen olfaktorischen Wahrnehmungen einfügt.
Die Luft duftet an diesem Morgen süßlich-würzig, zart von feiner Frucht durchzogen ........... es entsteht mediterrane Leichtigkeit .......
Mittlerweile habe ich die nette kleine Boulangerie erreicht, nehme unsere obligatorischen Schokocroissants und - natürlich - eines der superlangen Baguettes mit und mache mich schleunigst wieder auf den Rückweg die Straße hinauf! .... Dabei begleiten mich diese Düfte noch einmal nach oben, und ich freue mich auf den schon fertigen Kaffee mit den Freunden auf der verwunschenen Terrasse .........."
Ligea macht diese Bilder wieder lebendig :) - an Sommer über den Orangengärten der Cote d´Azur .......
Ich empfinde, dass Gewürznelke und Lavendel in der Komposition eine interessante Würze in den Duft bringen, die ein eigenes sehr schönes Timbre vermittelt, und dass Patchouli etwas pudrig-erdiges beiträgt.
Man sollte dem Duft etwas Zeit geben, denn er beginnt recht intensiv. - Vanille und Moschus in der Basis runden später warm und weiblich ab.
Und wie schon gesagt -, für meinen Geschmack eher weiblich :) - Aber nichts muss!!
Sillage und Haltbarkeit liegen im mittleren Bereich.
Es gibt schon etwas Süße, aber keine aufdringliche. Und obwohl sich hier lt. Pyramide kein Bestandteil besonders hervortut, ist es für mich eher ein lavendelbetonter Duft.
Eigentlich ein sehr schöner Ganzjahresduft -, feinwürzig, mit frucht-pudriger Note ........ und erinnerungslastig ;))
Die schmale Straße zu diesem Anwesen zog sich eine Weile nach oben, in die Hügel über´m Meer, und vom Grundstück aus überwältigte uns ein traumhafter Blick bis zur Bucht von Antibes.
Die Ferientage verbrachten wir mit Müßiggang, gutem Essen und Erkundungen. Wir fuhren in die kleinen nahen Orte. Kauften in Vallauris Irdenes, stöberten in den Parfumtempeln von Grasse, saßen - unseren geliebten Pastis trinkend - in kleinen Bars und Bistros; - zogen herum in den verwinkelten Gassen dieser alten malerischen Örtchen ........pure Lebenslust .........
Ich liebte diese Zeiten auf dem weitläufigen Grundstück mit riesigem Pool, das weit oben über dem Mittelmeer thronte, eine Rundumsicht über Meer und Küste bot, und man nicht einmal extra an die überlaufenen Strände der Cote d´Azur hinunter fahren musste, um badend, faulenzend und sonnenanbetend den Tag zu verbringen.
Gut -, manchmal ging´s dann doch zum Baden ins Meer - dann aber eher bei den Roches Rouges oder in abgelegenen Buchten, wo das Badevergnügen noch wirklich eines war .... :)
Eigentlich wollte ich ja auf das Parfum kommen ............ was hat Ligea damit zu tun .......
Es sind die Erinnerungen, die sich mit der Duftentwicklung des Parfums über die Nase aus den tiefsten Bereichen des Riechzentrums hervortun und Emotionen auslösen .....
"Ich lasse hinter mir das große, kunstvoll geschmiedete alte Tor der Grundstückseinfriedung des Anwesens ins Schloss fallen - .... der frühe Tag, wie sollte es auch anders sein, ist schon gleißend hell, warm und sonnig.
Ich gehe wie jeden Morgen auf der schmalen Straße, die eigentlich die Hauptzufahrtsstraße zu den einzelnen Villen mit ihren Gärten ist - und mir dabei den steten Blick auf das tolle Blau des Meeres bietet - hinunter, um in der winzigen Boulangerie unten in Golfe-Juan frisches Backwerk für unser spätes Frühstück auf der verwunschenen Terrasse des Gästehäuschens zu besorgen.
Rechts und links meines Weges, in den Gärten dieser abschüssigen kleinen Straße, machen sich in verschiedensten Wuchsstadien die intensiv pinkfarbenen Bourgainvilleen in voller Blütenpracht gegenseitig Konkurrenz. - Hier und da verbreiten buschige Lavendelhecken ihren Duft, der der vormittäglichen Luft einen leicht würzigen Hauch verleiht, und ich empfinde das Zusammenspiel dieser Farben faszinierend.
Man baute in vielen der sonnendurchfluteten Gärten in Hanglage kleine Orangenhaine an - vereinzelt gab es auch Zitronenbäume -, die auch schon am Morgen intensiv duften und sich mit dem Lavendel auf´s schönste verbinden.
Je näher ich der Küstenstraße komme, desto mehr rieche ich auch das Meer -, dessen frischer aquatischer Geruch sich angenehm in die anderen üppigen olfaktorischen Wahrnehmungen einfügt.
Die Luft duftet an diesem Morgen süßlich-würzig, zart von feiner Frucht durchzogen ........... es entsteht mediterrane Leichtigkeit .......
Mittlerweile habe ich die nette kleine Boulangerie erreicht, nehme unsere obligatorischen Schokocroissants und - natürlich - eines der superlangen Baguettes mit und mache mich schleunigst wieder auf den Rückweg die Straße hinauf! .... Dabei begleiten mich diese Düfte noch einmal nach oben, und ich freue mich auf den schon fertigen Kaffee mit den Freunden auf der verwunschenen Terrasse .........."
Ligea macht diese Bilder wieder lebendig :) - an Sommer über den Orangengärten der Cote d´Azur .......
Ich empfinde, dass Gewürznelke und Lavendel in der Komposition eine interessante Würze in den Duft bringen, die ein eigenes sehr schönes Timbre vermittelt, und dass Patchouli etwas pudrig-erdiges beiträgt.
Man sollte dem Duft etwas Zeit geben, denn er beginnt recht intensiv. - Vanille und Moschus in der Basis runden später warm und weiblich ab.
Und wie schon gesagt -, für meinen Geschmack eher weiblich :) - Aber nichts muss!!
Sillage und Haltbarkeit liegen im mittleren Bereich.
Es gibt schon etwas Süße, aber keine aufdringliche. Und obwohl sich hier lt. Pyramide kein Bestandteil besonders hervortut, ist es für mich eher ein lavendelbetonter Duft.
Eigentlich ein sehr schöner Ganzjahresduft -, feinwürzig, mit frucht-pudriger Note ........ und erinnerungslastig ;))
10 Antworten
Mondlicht im Flakon .....
der weich gerundet und leicht verspielt ist -, daherkommt in gediegenem Dunkelblau - ..., das dunkle Blau einer Mitternacht im Schein des magischen Mondes -.
Er hat mich eigentlich nie wirklich interessiert -, warum kann ich gar nicht sagen -, doch ich wurde irgendwie draufgeschubst und konnte erschnüffeln, wie außergewöhnlich und verführerisch diese nächtliche Droge ist - ...... wie duftendes Mondlicht im Flakon ...... :)
So kühl wie der opake Vollmond des Herbstes, wenn er am Nachthimmel durch die ziehenden Nebel sein diffuses Licht verbreitet -
und doch -.
so warm wie die Liebe, die zur gleichen Zeit unter seinem Licht in allen Winkeln menschlicher Existenz erwacht.
Der Duft -
grundsätzlich also gar nicht mein Begehren und rein zufällig unter meine Nase geraten, hat einen dann doch überraschenden Eindruck hinterlassen - ...
Die anfänglich kühl-distinguierte Haltung des Parfums lässt nach der Liaison mit der warmen Haut jede Zurückhaltung fallen und verbandelt sich mit den sich darbietenden Mitspielern zu einem wahren Gesamtkunstwerk.
Der Einstieg ist hell und kühl, und er suggeriert mir etwas Minziges - irgendeine Wechselwirkung der Ingredienzen wird wohl diesen Eindruck hervorrufen -, um sich dann - relativ schnell - in eine wärmere Empfindung zu wandeln.
Nein, ....keine kuschelige Wärme nach der Manier blumig-süßholziger Orientalen -, eher eine Empfindung von sehr edler kühl-pudriger Aura mit orientalischen Zügen, die hintergründige, leicht würzige Fruchtnoten einbindet. -
Die Rose nehme ich eigentlich kaum wahr.
Ohne in dem Sinne Süße zu vermitteln, geben Ambra und Patch wohl die ultimative Abrundung, die die Duftempfindung unglaublich elegant, flimmernd, faszinierend, kühl und warm im Konsens werden lässt.
Der kühle Minzeakkord webt sich dabei für mein Empfinden permanent aber nicht penetrant durch den ganzen Duftverlauf. Eine mäßige Süße ist nicht der Rede wert.
Dieses Gift sollte nur sparsam angewendet werden -, es hat Suchtpotenzial und - ist ein Gift der Mitternacht, das dich nicht tötet, sondern berauscht und dem du dich freiwillig ergibst - ..... und das, wenn dezent eingesetzt, Höhenflüge erzeugen kann - ...
in welchen Winkeln menschlicher Existenz und welchen Situationen auch immer ......... zur Mitternacht ....... ;))
Er hat mich eigentlich nie wirklich interessiert -, warum kann ich gar nicht sagen -, doch ich wurde irgendwie draufgeschubst und konnte erschnüffeln, wie außergewöhnlich und verführerisch diese nächtliche Droge ist - ...... wie duftendes Mondlicht im Flakon ...... :)
So kühl wie der opake Vollmond des Herbstes, wenn er am Nachthimmel durch die ziehenden Nebel sein diffuses Licht verbreitet -
und doch -.
so warm wie die Liebe, die zur gleichen Zeit unter seinem Licht in allen Winkeln menschlicher Existenz erwacht.
Der Duft -
grundsätzlich also gar nicht mein Begehren und rein zufällig unter meine Nase geraten, hat einen dann doch überraschenden Eindruck hinterlassen - ...
Die anfänglich kühl-distinguierte Haltung des Parfums lässt nach der Liaison mit der warmen Haut jede Zurückhaltung fallen und verbandelt sich mit den sich darbietenden Mitspielern zu einem wahren Gesamtkunstwerk.
Der Einstieg ist hell und kühl, und er suggeriert mir etwas Minziges - irgendeine Wechselwirkung der Ingredienzen wird wohl diesen Eindruck hervorrufen -, um sich dann - relativ schnell - in eine wärmere Empfindung zu wandeln.
Nein, ....keine kuschelige Wärme nach der Manier blumig-süßholziger Orientalen -, eher eine Empfindung von sehr edler kühl-pudriger Aura mit orientalischen Zügen, die hintergründige, leicht würzige Fruchtnoten einbindet. -
Die Rose nehme ich eigentlich kaum wahr.
Ohne in dem Sinne Süße zu vermitteln, geben Ambra und Patch wohl die ultimative Abrundung, die die Duftempfindung unglaublich elegant, flimmernd, faszinierend, kühl und warm im Konsens werden lässt.
Der kühle Minzeakkord webt sich dabei für mein Empfinden permanent aber nicht penetrant durch den ganzen Duftverlauf. Eine mäßige Süße ist nicht der Rede wert.
Dieses Gift sollte nur sparsam angewendet werden -, es hat Suchtpotenzial und - ist ein Gift der Mitternacht, das dich nicht tötet, sondern berauscht und dem du dich freiwillig ergibst - ..... und das, wenn dezent eingesetzt, Höhenflüge erzeugen kann - ...
in welchen Winkeln menschlicher Existenz und welchen Situationen auch immer ......... zur Mitternacht ....... ;))
7 Antworten
der Atem des Herbstes .... oder `Waldspaziergang`......
Im "Geheimversteck" meines Herzens liegt Stash -. Eine überraschende Liebe, die dann erscheint, wenn man nicht damit rechnet oder krampfhaft danach sucht ....
Ein Resultat des Stöberns, hier auf Parfumo. - Danach Blindkauf. -
Das ist der Duft des Herbstes, wenn er sich golden braun und noch warm präsentiert. - Wieder ein Lieblingsduft ? - J a ! Die geheimnisvolle Schönheit der verschiedensten Duftkunstwerke kann nichts anderes zulassen -, als "Duft-Polygamie" ;))
Nun zog es mich also auf unbekanntes Terrain.
Sprüht man das erste Mal, - erstaunt und schockt momentan die sperrig-trockenwürzige Herbe -, hier schaut uns keine einzige Blume an, auch keine liebliche Vanille möchte sich anbiedern.
Daraufhin beginnen die Assoziationen, und ich befinde mich in einem Herbstwald.
Vor mir windet sich ein breiter, naturbelassener Wirtschaftsweg im dichten, leicht düsteren Mischwald. Kumulierende Wolken ziehen sich über die Wipfel der Bäume -, und die noch warme Herbstsonne kämpft darum, das Gebilde zu durchbrechen.
Ich nehme einen Seitenpfad und steige über Moose, Flechten, letztes blühendes Waldgras, dazwischen kleine sprießende Pilzgruppen. Ich balanciere über trockene knarzige, sperrige Äste, die im Weg liegen ....., ein bittersüß-würziger Fruchthauch liegt über all dem.
Die Bäume feiern ihren Karneval, leuchten von grün über ockergelb bis rotbraun, und ihre farbigen Blätter lassen sich vom aufkommenden heftigen Wind durch die Luft tragen, tanzen wild herum, um dann auf den weichen Waldboden zu fallen, wo sie für immer vergehen. Man riecht feuchtwarme, holzige Luft. -
Der kleine Seitenpfad führt mich nach einer Weile wieder auf den Hauptweg des Waldes. Rechts und links des Weges stapeln sich frisch zerkleinerte, abholbereite Holzhaufen, liegen gefällte Baumstämme, ein wunderbar holziger Duft -, und - wie schön, es wird heller und wärmer. Wie eine helle Lampe bricht sich die Sonne doch noch mit der Hilfe des Windes durch die Wolkenformationen und strahlt durch die letzten verbleibenden Wölkchen wie durch einen Pudernebel auf mich herunter.
Die vorherige Melancholie des etwas düsteren herbstlichen Waldes weicht einer zarten warmen, lieblichen Stimmung, die jedoch die wunderbare Würze des Waldes weiterhin in sich trägt und meinen olfaktorischen Genuß perfekt macht. - Ich gehe weiter ..... und atme verzauberte Luft .....
Wen dieses Fabulieren eher kitschig anmutet -, es geht auch so:
Der Duft beginnt würzig, bitterfruchtig - trocken und herb -
ich meine, Grapefruitschalen und Weihrauch bilden hier den bitterfruchtig-rauchigen Akkord, der m.E. mit dem Patch zusammen die später entstehende Pudrigkeit auslöst, die die Duftempfindung angenehm zart werden läßt und sich mit den würzigen Komponenten, die sich in jeder Note der Pyramide tummeln, auf`s schönste verbindet. - Es entsteht ein weicher, warmholzig-würziger, außergewöhnlicher Duft.
Man kann ihn wirklich nicht vergleichen, etwas ähnliches habe ich noch nicht gerochen. Toll zu tragen auch für das männliche Geschlecht, da hier in dem Sinne keine Süße hervortritt.
Die Sillage verhält sich im normalen Rahmen, übertreibt nicht, aber macht sich gut bemerkbar.
Auch die Haltbarkeit enttäuscht nicht. Hier geht es schon um etliche Stunden, in denen man umhüllt und bezaubert ist.
Ein Resultat des Stöberns, hier auf Parfumo. - Danach Blindkauf. -
Das ist der Duft des Herbstes, wenn er sich golden braun und noch warm präsentiert. - Wieder ein Lieblingsduft ? - J a ! Die geheimnisvolle Schönheit der verschiedensten Duftkunstwerke kann nichts anderes zulassen -, als "Duft-Polygamie" ;))
Nun zog es mich also auf unbekanntes Terrain.
Sprüht man das erste Mal, - erstaunt und schockt momentan die sperrig-trockenwürzige Herbe -, hier schaut uns keine einzige Blume an, auch keine liebliche Vanille möchte sich anbiedern.
Daraufhin beginnen die Assoziationen, und ich befinde mich in einem Herbstwald.
Vor mir windet sich ein breiter, naturbelassener Wirtschaftsweg im dichten, leicht düsteren Mischwald. Kumulierende Wolken ziehen sich über die Wipfel der Bäume -, und die noch warme Herbstsonne kämpft darum, das Gebilde zu durchbrechen.
Ich nehme einen Seitenpfad und steige über Moose, Flechten, letztes blühendes Waldgras, dazwischen kleine sprießende Pilzgruppen. Ich balanciere über trockene knarzige, sperrige Äste, die im Weg liegen ....., ein bittersüß-würziger Fruchthauch liegt über all dem.
Die Bäume feiern ihren Karneval, leuchten von grün über ockergelb bis rotbraun, und ihre farbigen Blätter lassen sich vom aufkommenden heftigen Wind durch die Luft tragen, tanzen wild herum, um dann auf den weichen Waldboden zu fallen, wo sie für immer vergehen. Man riecht feuchtwarme, holzige Luft. -
Der kleine Seitenpfad führt mich nach einer Weile wieder auf den Hauptweg des Waldes. Rechts und links des Weges stapeln sich frisch zerkleinerte, abholbereite Holzhaufen, liegen gefällte Baumstämme, ein wunderbar holziger Duft -, und - wie schön, es wird heller und wärmer. Wie eine helle Lampe bricht sich die Sonne doch noch mit der Hilfe des Windes durch die Wolkenformationen und strahlt durch die letzten verbleibenden Wölkchen wie durch einen Pudernebel auf mich herunter.
Die vorherige Melancholie des etwas düsteren herbstlichen Waldes weicht einer zarten warmen, lieblichen Stimmung, die jedoch die wunderbare Würze des Waldes weiterhin in sich trägt und meinen olfaktorischen Genuß perfekt macht. - Ich gehe weiter ..... und atme verzauberte Luft .....
Wen dieses Fabulieren eher kitschig anmutet -, es geht auch so:
Der Duft beginnt würzig, bitterfruchtig - trocken und herb -
ich meine, Grapefruitschalen und Weihrauch bilden hier den bitterfruchtig-rauchigen Akkord, der m.E. mit dem Patch zusammen die später entstehende Pudrigkeit auslöst, die die Duftempfindung angenehm zart werden läßt und sich mit den würzigen Komponenten, die sich in jeder Note der Pyramide tummeln, auf`s schönste verbindet. - Es entsteht ein weicher, warmholzig-würziger, außergewöhnlicher Duft.
Man kann ihn wirklich nicht vergleichen, etwas ähnliches habe ich noch nicht gerochen. Toll zu tragen auch für das männliche Geschlecht, da hier in dem Sinne keine Süße hervortritt.
Die Sillage verhält sich im normalen Rahmen, übertreibt nicht, aber macht sich gut bemerkbar.
Auch die Haltbarkeit enttäuscht nicht. Hier geht es schon um etliche Stunden, in denen man umhüllt und bezaubert ist.
13 Antworten
nicht nur ein Abendkleid ....... ,
welches ich heute wieder getragen habe - gut, es war helllichter Tag! aber ich mag ihn sehr, diesen Duft; er könnte glatt zum Signatur aufsteigen. Die Stimmen hier tw. gegen ihn allerdings, die Statements, kann ich deswegen kaum nachvollziehen.
Vorab: Ich bin keineswegs eine Verfechterin von süßen Zuckerbömbchen, dazu liebe ich die intensiven Orientalen, Parfums mit rauchiger Aura oder Düfte mit Chyprecharakter viel zu sehr.
Tenue de Soiree aber, das die effektiv mitspielende Süße aus den beiden Komponenten holt, ist kein solches.
Allerdings gibt es eine leichte Süße, die sofort unter die Fittiche von holzig-würzigen Akkorden genommen wird und angenehm bleibt.
Der Duft kam vor nicht allzu langer Zeit als Seiteneinsteiger zu mir. Dieses schöne Kleid lag einer Parfumbestellung bei und - es gibt diese Blitzlichter ja immer wieder - nach dem Auftragen hatte ich sofort das gewisse Etwas in der Nase, das aufmerken läßt und dem man dann auch geduldig die Zeit lassen sollte, sich in seiner Schönheit zu entwickeln. - Und dann hat er es geschafft, mich zu becircen.
Aus den nur drei Bestandteilen, die sich hier m.E. wunderbar vereinigen, gelang eine sehr gut duftende Parfumschönheit - ja, vllt. ohne den Anspruch der absoluten Schönheit, denn in ihrem Anfang gibt es sehr wohl einen kleinen Bruch. - Es ist aber auch nicht immer die absolute Schönheit, die einen verzaubert, sondern doch eher die individuelle Besonderheit, die das vermag.
Der Duft:
Den ersten Eindruck, den kleinen Bruch, macht eine leicht medizinische Note, die man geflissentlich übergehen kann. Dann suggerieren mir die angegebenen Komponenten überraschenderweise sehr viel mehr als man vermutet.
Ich rieche viel helles Holz, beerige Frucht, Blüten und Würze. Eine würzige Note, die ganz am Anfang ein bisschen übertreibt. Durch Iris und Patch in ihrer DNA ergibt sich dann aber eine besondere weichwürzig schöne Gestalt.
Zusammengefasst ist das für mich ein zartholziger Duft mit fruchtig-würzigen Anklängen, viel Irispuder und - sehr sehr schön.
Und die verteufelte Süße?
Sie ist natürlich vorhanden, zumal Iris und erdig süßes Patchouli zusammen auftreten. Doch sie ist dermaßen gut in die entstehende Duftwirkung eingebunden, dass sie nicht unangenehm wird und mit ihrem entsprechenden Anteil an diesem Duft zu seiner olfaktorischen Schönheit sehr stimmig beiträgt.
Da gibt es wahrlich klebrigere Wässerchen!
Für mich ein sehr schönes Abendkleid, tragbar auch am Tage. Die Sillage ist gut wahrzunehmen aber nicht aufdringlich, die Haltbarkeit überdurchschnittlich.
Nachdem dieser Duft mich von der Seite anmachte, bin ich ihm mittlerweile auf den Leim gegangen und gebe ihm jetzt des öfteren die Chance, mich zu verführen.
Vorab: Ich bin keineswegs eine Verfechterin von süßen Zuckerbömbchen, dazu liebe ich die intensiven Orientalen, Parfums mit rauchiger Aura oder Düfte mit Chyprecharakter viel zu sehr.
Tenue de Soiree aber, das die effektiv mitspielende Süße aus den beiden Komponenten holt, ist kein solches.
Allerdings gibt es eine leichte Süße, die sofort unter die Fittiche von holzig-würzigen Akkorden genommen wird und angenehm bleibt.
Der Duft kam vor nicht allzu langer Zeit als Seiteneinsteiger zu mir. Dieses schöne Kleid lag einer Parfumbestellung bei und - es gibt diese Blitzlichter ja immer wieder - nach dem Auftragen hatte ich sofort das gewisse Etwas in der Nase, das aufmerken läßt und dem man dann auch geduldig die Zeit lassen sollte, sich in seiner Schönheit zu entwickeln. - Und dann hat er es geschafft, mich zu becircen.
Aus den nur drei Bestandteilen, die sich hier m.E. wunderbar vereinigen, gelang eine sehr gut duftende Parfumschönheit - ja, vllt. ohne den Anspruch der absoluten Schönheit, denn in ihrem Anfang gibt es sehr wohl einen kleinen Bruch. - Es ist aber auch nicht immer die absolute Schönheit, die einen verzaubert, sondern doch eher die individuelle Besonderheit, die das vermag.
Der Duft:
Den ersten Eindruck, den kleinen Bruch, macht eine leicht medizinische Note, die man geflissentlich übergehen kann. Dann suggerieren mir die angegebenen Komponenten überraschenderweise sehr viel mehr als man vermutet.
Ich rieche viel helles Holz, beerige Frucht, Blüten und Würze. Eine würzige Note, die ganz am Anfang ein bisschen übertreibt. Durch Iris und Patch in ihrer DNA ergibt sich dann aber eine besondere weichwürzig schöne Gestalt.
Zusammengefasst ist das für mich ein zartholziger Duft mit fruchtig-würzigen Anklängen, viel Irispuder und - sehr sehr schön.
Und die verteufelte Süße?
Sie ist natürlich vorhanden, zumal Iris und erdig süßes Patchouli zusammen auftreten. Doch sie ist dermaßen gut in die entstehende Duftwirkung eingebunden, dass sie nicht unangenehm wird und mit ihrem entsprechenden Anteil an diesem Duft zu seiner olfaktorischen Schönheit sehr stimmig beiträgt.
Da gibt es wahrlich klebrigere Wässerchen!
Für mich ein sehr schönes Abendkleid, tragbar auch am Tage. Die Sillage ist gut wahrzunehmen aber nicht aufdringlich, die Haltbarkeit überdurchschnittlich.
Nachdem dieser Duft mich von der Seite anmachte, bin ich ihm mittlerweile auf den Leim gegangen und gebe ihm jetzt des öfteren die Chance, mich zu verführen.
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