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Misca

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Rezensionen
6 - 9 von 9
Das Labyrinth aus Mahagoni-Holz und die dort versteckten Déjà-Vus
Duftpyramide hin oder her, jene ignoriere ich ja bewusst gerne, um mich meinem eigenen Dufteindruck zu widmen und dieser ist hier vor allem: HOLZ. Viel davon.

Viele, die sich bereits in ihrer Kindheit unterbewusst stark von Düften prägen haben lassen, können sich eventuell sogar an das erinnern, was ich hier wahrnehme.

Es war früher moderner, eventuell auch noch um einiges legaler als heute, die Einrichtung der Innenräume aus dunklen Edelhölzern zu gestalten.

Ich meine diese schönen dunklen Hölzer, die auch nach vielen Jahren noch so toll geduftet haben. Wenn man aus solch alten Schränken oder Schubladen etwas geholt hat, blieb einem dieser Geruch irgendwie in Erinnerung, dieses schöne alte Holz, das sowohl etwas uriges als auch entspannendes verströmte und gleichzeitig auch in den Köpfen damit in Erinnerung blieb, dass man hier etwas spannendes entdecken konnte, da in diesen in die Jahre gekommenen Einrichtungsgegenständen oft alte Schätze vergraben waren.

An diesen Geruch erinnert mich dieser Duft. Sehr holzig, angenehm, dezent staubig, trocken aber gleichzeitig weich und beruhigend.

Beim ersten Aufsprühen fiel mir eines sofort auf: Hier ist sehr viel Duftöl enthalten, man kann die Ölkonzentration sehr deutlich auf der Haut erkennen, also die Behauptung "Extrait de Parfum" ist hier definitiv nicht übertrieben.

Zuerst macht sich für mich eine leichte Andeutung von geröstetem Kaffee bemerkbar, jene weicht aber sehr bald den holzigen Noten.

Der Duft hat anfangs eine stärker an Guaiac erinnernde Natur, welche sich über die Zeit stärker in Richtung pudrig balsamisch verschiebt, aber für mich immer in diesem schönen Zimmer aus dunklem Holz bleibt. Süße hält sich an mir (zum Glück) gekonnt zurück, was ich anhand der angegebenen Honig-, Tonka- und Heliotrop-Noten als angenehm positive Überraschung empfinde.

Ach ja, die Déjà Vus! Während dem Testen erinnert mich dieser Duft immer wieder an mir bereits vertraute Parfums.

Mein erster Gedanke war "Kafka on the Shore, aber nur die Bibliothek aus Holz mit weniger Büchern", dann fiel mir auf, dass die Guaiac Note in der Kopfnote mich ebenfalls an "Corpalium von Marlou aber mit weniger erdigen und hell-pudrigen Elementen" denken lässt. Zwischendurch denke ich auch an "Psy_Cou von Nomenclature, aber weniger raumfüllend dank weniger Synthetik" und ohne das als Beleidigung zu meinen, auch an die Holzabteilung im Baumarkt (welche ich persönlich ja liebe!)

Ob das allen für einen tollen Duft reichen würde, sei jetzt dahingestellt, manchen wäre diese reine Holzthematik, die ich hier wahrnehme, eventuell zu langweilig. Mir persönlich gefällt das sehr gut und ich kann mir gut vorstellen, dass die Holzwürmchen unter uns hiervon durchaus begeistert sein könnten.

Sillage ist moderat und angenehm, nicht aufdringlich, eher hautnah, während die Haltbarkeit sehr gut ist und der Duft über den ganzen Tag wahrnehmbar bleibt.

Abschließend kann ich hier sagen, für mich ist in diesem Holz nicht der Wurm drin. Das behalte ich gerne bei und an mir. :)



18 Antworten
Als durch einen Zufall das Gedicht eines Astrophysikers über eine Schneeflocke auf mir landete
Gleich mal vorweg, ich bin ein großer Fan von Duft-Interpretationen von Wasser in jeder physikalisch möglichen Form (Meer, Regen, Petrichor, Eis, Schnee, Meeresbrise, and so on and so on) und so war es keine Überraschung, dass ich schnell neugierig wurde, nachdem ich durch Glück von diesem mir bisher unbekannten Duft erfahren habe.

Entdeckt habe ich meinen Flocon in einer Instagram Story, in der erwähnt wurde, dass es bei Schneefall nur einen Scent of the Day geben könnte, namens "Flocon de Johann K" (vielen Dank hierfür an icarus.mid.air). Mein erster Schritt war natürlich ein Blick auf parfumo.de , um herauszufinden, was die Community denn davon hält, wie er riecht. Dann oh Schreck: Dieser Duft ist hier nicht gelistet. Google muss helfen. Und es half erst nach längerer Suche, als ich auf eine Rezension über den Duft auf cafleurebon gestoßen bin.

Die Geschichte hinter diesem Parfum fand ich einfach wunderbar. Die Beschreibung des Dufts auch. Und das Design. Sollte ich riskieren, einfach blind einen Duft von einer mir bis daher unbekannten Parfümeurin zu bestellen? Ja, das sollte ich. Und ich tat es auch. Habe es nie bereut.

Der Duft hat eine ozonisch, aldehydisch aquatisch anmutende Leichtigkeit, er wirkt so wunderschön, einzigartig, weich und zerbrechlich wie "die sechseckige Gestalt des Schnees", die 1611 von dem Astrophysiker Johannes Kepler beschrieben wurde, von dem auch der Name des Dufts stammt, "Die Schneeflocke des Johannes K".

Stilistisch ist er irgendwo zwischen "Wandervogel-2787", "A'mmare-Carthusia" und "Nord du Nord-Wiener Blut", jedoch viel weicher als die ersten zwei genannten und etwas süßer als der zuletzt erwähnte Duft.

Ich bin sehr zufrieden mit meinem absoluten Blindkauf (sogar doppelt blind, ganz ohne Unterstützung von Rezensionen auf Parfumo!) und bin seit dieser Interpretation von Isabelle Larignon der Meinung, dass Schneeflocken auch sehr gut in den Frühling oder als Sommerduft passen, zumindest, was diesen schönen Duft betrifft.
22 Antworten
Don't take a sniff from the silver tray
Vor etwa 4 Jahren habe ich, was meinen Kontostand betrifft, "leider" meine Leidenschaft für Krigler Parfums entdeckt, 2 Jahre danach wurde das ganze nochmal gesteigert, nämlich in dem Moment, als ich die Silver Tray Collection entdeckt habe.

2 Jahre habe ich geschafft es sein zu lassen, einen der limited Edition Düfte zu kaufen, und habe dann schlussendlich nachgegeben für einen Schatz namens "Colorado C". Dieses Parfum war das unglaublichste, das ich bisher gerochen habe-ätherisch, grün, süß, moosig mit einer guten Dosis Farn. Dieser zählt seitdem zu meinen absoluten Favourites und ich dachte, es gibt nichts, das es auf diese Weise schafft, einen Traum-Fougère mit der richtigen Überdosis weichem Waldboden zu repräsentieren.

Was genau das hiermit zu tun hat ? Tja. Heute kam meine Probe von Mousse Illuminee aus Spanien an, und ich konnte es nicht glauben, dass es etwas gibt, dass an mein geliebtes Colorado C rankommt.

Mousse Illuminee schafft es, Fougère, grün und ansich herb klingende Inhaltsstoffe so zu vereinen, dass dieser Duft wunderschön sanft und hell bleibt, ohne seine würzigeren Bestandteile in Vergessenheit geraten zu lassen, es schwingen immer im Hintergrund die herberen Kräuter mit und machen diesen Duft unglaublich besonders und spannend.

Aus welchem seiner Bestandteile Mousse Illuminee seine Weichheit und angenehme, dezente Süße bezieht, weiß ich nicht sicher, aber ich tippe auf den Naturstoff, der dem Parfum seinen Namen verleiht-das Moosöl.

Ich habe vor Monaten aus Neugier eine Flasche von reinem Moosöl bestellt, an dem kann man sich einfach nicht sattriechen, genau wie an diesem Duft.

Ich sehe gewisse Parallelen zu Colorado C, das noch zusätzlich Lavendel und vor allem Farn enthält und Mousse Illuminee steht der Qualität in absolut nichts nach .

Tolle Haltbarkeit und Sillage, Wiedererkennungswert und absolute Tragbarkeit bei nicht vorhander Langeweile. Muss man probiert haben, ich finde den Duft wunderschön und habe werde mir definitiv den großen Flakon bestellen!

Preis-/Leistungsverhältnis absolut top, der ist definitiv seinen Preis wert!

....mit verliebten Grüßen aus dem Wald der Träume gebe ich hier meine wärmsten Empfehlungen ab, euch den nicht entgehen zu lassen!
24 Antworten
Labdanum-Puder
Ich finde, die herbe Note verfliegt schnell und endet einer sehr starken, pudrig süßen Labdanum Wolke, erinnert mich teilweise auch etwas an Bienenwachs.

Ich habe den Duft gekauft, nachdem ich von Carnal Cacao begeistert war, ohne ihn vor dem Kauf probiert zu haben.

Anfangs macht die stärker herbe Note den Duft irgendwie spannend, ich habe jedoch den Einfluss des Labdanum unterschätzt, welches zu den Stoffen gehört, die mir meist nicht so gut gefallen.

Ansich kein schlechtes Parfum, mir persönlich ist es in eine zu süße Richtung herb und holzig, es erinnert mich zu stark an Puderduft.

Haltbarkeit ist ansich gut, es wirkt nicht aufdringlich und entwickelt sich auch schön in seine Basisnoten-Form aber scheint mir eher für Herren geeignet zu sein, die Gourmand-Noten gerne mögen, die einen leicht herben Beigeschmack haben.

Wer Labdanum mag, kann hier auf jeden Fall zugreifen, für mich war genau dieser Inhaltsstoff der Grund, den Duft nicht allzusehr auf mir riechen zu wollen.

Es erinnert mich ein wenig an Le Lion von Chanel, bei dem Labdanum mir auch am dominantesten erscheint
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