Nonmadame

Nonmadame

Rezensionen
11 - 15 von 18
Meerjungfrau im Seerosenteich
Ich gebe zu, die meisten JPG Düfte im Frauenkörperflakon harmonieren nicht mit mir. Doch die Ankündigung der "Belle Fleur Terrible" machte mich neugierig. Die anscheinend simple und frische Komposition entsprach genau meinem Geschmack, dazu das Marketing und die Optik der Flasche - ich musste testen!
Freudig öffnete ich die Abfüllungspost und konnte gar nicht schnell genug sprühen. Ich wollte auch eine Meerjungfrau mit Blumenkette sein, ein Sommertraum im grauen Winter.
Uff, ok. Nicht ganz wie gedacht. Statt blauem Lotus nehme ich Seerosen wahr und eine längst vergessene Erinnerung wird wach. Ich bin direkt wieder Kind, stehe im Gartencenter in der Aquaristik Abteilung und bewundere exotische Fische in Aquarien. Der Geruch von Teichpflanzen, Algen und Rindenmulch umgibt mich. Ich höre quasi wieder das Plätschern der Umwälzpumpen... Gut, das ist eine nette Erinnerung, aber möchte ich SO riechen? Wo bleibt der Strand? Ich sollte dem Duft noch Zeit geben.
Nach etwa einer Stunde streckt die Iris ihren Kopf vor, etwas penetrant, doch der Duft bleibt erfrischend Kühl und aquatisch. Ein zarter Hauch Vanille lässt sich auch erahnen. Oder ist es Kokos? Mit viel Fantasie könnte es auch Fischfutter sein. Kopfschmerzen machen sich langsam breit, er ist doch etwas zu wuchtig. 5 Stunden später muss er abgewaschen werden und auch nach der Dusche lässt er sich noch leicht erahnen.

Du schöne Blume, ich wollte dich so gerne mögen. Ich mag dich auch, irgendwie, aber es ist kompliziert. Ich verstehe die Karibikassoziationen, kann mir den Duft super zu wärmeren Jahreszeiten vorstellen, würde mich freuen hier und da einem Wölkchen davon zu begegnen - aber nicht an mir. Vielleicht hätte ich dich mehr gemocht, hätte ich dich erst im Sommer kennengelernt und hättest du mich mehr an Südsee als an Gartencenter erinnert. Schade.
5 Antworten
Kokospuderwölkchen
Gute 2 Jahre schlich ich nun, wenn auch nur virtuell, um diesen Duft herum. Genügend Faktoren sprachen gegen einen Blindkauf (alleine der Flakon, der Hype und die Fangemeinde der namensgebenden Sängerin) und ihn vor Ort zu testen war Pandemie- und nicht zuletzt Lieferungsengpassbedingt nicht möglich. Nun, nach 2 hadernden Jahren entschloss ich mich dann doch für dafür und, oh wunder, er war nirgendwo mehr zu haben. Dank des Souks ist das Wölkchen schlussendlich zu mir geflogen.

Ich war ja nicht ganz unvorbereitet auf die Wolke, bei meiner ersten Begegnung mit ihm saß ich im Hochsommer wehrlos ausgeliefert auf einem klebenden Friseurstuhl und er strömte forsch als synthetische, schwitzige Moschusbombe bei 29°C unentwegt von der Friseurin durch meine Maske in meine Nase. Ich fragte was sie Trägt, es war Cloud. Doch so schwitzig diese Begegnung war, so aufschlussreich war sie. Diesen holzigen Moschusduft kannte und mochte ich, er war fast zu verwechseln mit der Herznote von Burberry "Her" und "Her" liebte ich zu jeder Jahreszeit (abgesehen vom Hochsommer). Ich war überzeugt, dass ich Cloud wahrscheinlich mögen würde. Die restlichen Duftnoten klangen interessant. Ich musste es herausfinden.

Beim ersten Sprühen wurde ich mental direkt zum Dienst im Krankenhaus gerufen; stechendes Desinfektionsmittel, die immer rarer werdenden Nitrilhandschuhe und der junge Assistenzarzt dessen beißendes Moschusaftershave einen Pfad hinter ihm zieht liegen in der Luft. Doch nein, ich habe heute frei. Das wahre Wölkchen kommt langsam zum Vorschein.
Eine Melange aus Kokosmilch und getrockneten Lavendelblüten übertönt die Sterilität und die Wolke wird weicher, süßer und zahmer. Kokos ist bei mir generell hit or miss doch diese Kokosnote ist von der Sorte welche mir die Kopfschmerzen erspart und einfach nur wohlriechend lecker bleibt. Die Süße der Pralinés gesellt sich dazu und schlussendlich wird das holzige Moschus immer lauter und bleibt im Vordergrund. Ich habe mich verliebt.

Für mich ist Cloud der kleine Halbbruder des Burberry Her. Die Ähnlichkeit ist für meine Nase klar zu erkennen wenn auch Cloud wesentlich kühler, weniger abgerundet und kaum fruchtig duftet. Zum Baccarat Vergleich kann ich leider nichts sagen. Cloud hat etwas von frisch gewaschenen, sauberen Laken und die Süße ist hier nicht fruchtig sondern klar gourmandig. Durch die ausstrahlende Kühle kann ich ihn mir, sparsam dosiert, zu jeder Jahreszeit und an jedem Geschlecht vorstellen. Im Winter und Herbst jedoch am ehesten. Mit der Haltbarkeit bin ich auch zufrieden, gerade an Kleidung bleibt er gute 3 Tage wahrnehmbar. Einzig die Sillage könnte stärker sein, meinem Partner ist er erst aus nächster Nähe an mir aufgefallen und das bei 4 Sprühern. Laut ihm ist der Duft sehr Körpernah und könnte auch als Überbleibsel einer Hautcreme erkannt werden. Der Flakon ist nun auch keiner dessen Verwendung mich edel fühlen lässt und den ich mit Stolz aus der Handtasche holen würde. Nun gut, auf die inneren Werte kommt es an und ich gehöre wahrscheinlich auch nicht zu der Altersgruppe die sich von Emoji-anmutenden Plastikwolken angesprochen fühlt.

Fazit: Solider Duft, gute Performance und für Liebhaber von medizinisch anmutenden Duftnoten ein nettes Schmankerl. Ich denke, wohldosiert eckt er nicht an und riecht sauber mit einem Hauch von süßer Gemütlichkeit.

2 Antworten
Duftiger Zwiespalt
Das Image des Parfums sprach mich in keinster Weise an, der Flacon wirkte prollig und doch entwickelte meine Hand ein Eigenleben und griff im allseitsbekannten, türkisen "D" nach diesem Duft. Und sprühte ihn auf, nur mal so zum Testen, mal sehen was 90% der Mädels in meiner Stadt so toll an ihm finden. Und ich war hin und weg, wie selten zuvor. Konnte das denn sein? Dabei hatte ich doch die Frauen belächelt die so sehr von diesem Parfum schwärmten. Es wanderte in meine Einkaufstasche. Und so verließ ich mit leichtem Scham und fast 50 Euro weniger die Parfümerie.

Die nächsten Monate des Zusammenlebens mit meiner Millionenschweren Dame gestalteten sich recht angenehm und im Winter trug sie sich sehr gut. Soweit so gut. Doch irgendwann wurde sie von anderen Düften überschattet und verschwand in der Parfumkiste.
Gestern passierte es. Ich saß nichtsahnend im Bus neben 2 etwa 13 jährigen Mädchen welche eingedieselt waren bis zum geht nicht mehr. Ich vermutet eine Mischung aus Drogerieplörre, jedoch nach der 30 minütigen Fahrt wurde mir klar; DAS war Lady Million. Und der Duft passte wie Faust auf's Auge zu dem Erscheinungsbild der beiden. Und ganz und gar nicht zu mir. Schade.

Und das war das ende der Lady Million Ära für mich. Scheinbar kann man sich auch innerhalb von wenigen Monaten mit seiner großen Liebe auseinander leben.
3 Antworten
Die schöne Überraschung im grässlichen Flakon
Wie es nunmal so kommt, wenn man durch Douglas schlendert, auf der Suche nach einem neuen Parfum, probiert man so einiges aus. Frustriert und nach etlichen Teststreifen weniger in den Regalen, erspähte ich diesen grässlichen Flakon und dachte mir was soll's, ich teste ihn mal. Mit sehr niedrigen Erwartungen.
Mein erster Gedanke war, ANANAS, hilfe, als hätte ich eine Konservendose aufgemacht. Vorurteile wurden bestätigt. Um so überraschter war ich, hier zu sehen, dass gar keine Ananas enthalten ist.
Und schnell ging's aus dem Laden raus.
Zuhause angekommen, wunderte ich mich, was da so gut roch bis ich mich an mein angesprühtes Handgelenk erinnerte. Überraschenderweise hatte sich der Duft in etwas unglaublich sanftes gewandelt, Kokos gesellte sich unterschwellig zum blumig-fruchtigen Hauptgeruch und ich war hin und weg. Nach etwa 3 Stunden wurde der Geruch noch pudriger und tiefer, mit einer leicht fruchtigen Note. Je länger ich das Parfum an mir roch, desto mehr gefiel es mir. Ich würde sagen, es passt wunderbar zu lauen Sommerabenden und ist ebenso alltagstauglich, sofern das Thermometer die 30° Marke nicht knackt, da es doch etwas schwerer ist. Und trotz der Hasstiraden unter mir, kann ich behaupten, für mich ist es eines der Besten Parfums die ich je bessesen habe! Wobei ich von der rebellischen Blume nicht viel bemerkt habe. Aber generisch ist dieser Duft im vergleich zu anderen Starparfums auf keinen Fall.

Was ich noch sagen muss; Rihanna ist mir unsympathisch. Sehr sogar. Genauso unsympathisch sind mir generell Celebrity Düfte. Und trotzdem besitze ich zuviele davon.
Nun gesellt sich Reb'l Fleur zu dieser Sammlung dazu.
Manchmal muss man den Dingen eben Zeit lassen, um sie lieben zu lernen ;)
2 Antworten
Au revoir, Ma dame!
Für mich ist er nichts. Nicht im Sommer, nicht im Winter und auch nicht dazwischen. Beim ersten Testen musste ich ihn noch sofort abwaschen, bei den nächsten Tests ließ ich mich dann etwas mehr auf ihn ein, aber mehr als ein Schulterzucken löst er bei mir einfach nicht aus.
Der Auftakt ist mir zu synthetisch und kratzig, was wohl daran liegen mag, dass Zitrische Noten für mich eher in Reinigungsmittel gehören ;)
Die Herznote ist an sich ganz hübsch, leicht blumig und etwas seifig und die Herznote ist auch in Ordnung. Aber eben nur in Ordnung. Austauschbar und generisch, was ja an sich nicht schlimm ist, aber mir fehlt hier irgendwie das Besondere.
1 Antwort
11 - 15 von 18