Rosalie234
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... כאשר ענן אפל צמח במרכז הירדן
"Als eine dunkle Wolke inmitten des Jordans entsprang ..."
O sink' hernieder
aseptisch olibanum:
Bring uns zu'
deim Wallfahrtsort /
Lös unsre' Welt
eiligst von mir los.
O falt' deine Körner
feines piperaceae:
Unverhoft geschlüpft'
ewig brenn'des /
Liebeheiligstes Leben
--------------------------------------------------------
Gethsemane: Ein Garten am Fuße eines Ölberges, indem Jesus seine letzte Nacht verbracht habe.
Zu Beginn erinnert mich dieser Garten stark an eine örtliche Klinik.
Sterile Latexhandschuhe, Desinfektion, metallisches Werkzeug.
Jedoch kehrt hier keine patientenfreundliche Routine ein: Hier wird eine großzügige Menge an balsamgezüchteten Pfefferkörnern zermahlt und anschließend mit Hilfe eines Gottesdienstes zur eisernen Asche verwandelt.
Höchstwahrscheinlich fand genau heute keine Tagung der Biber statt. Sie wirkten wie ausgeladen! Wohl eher gab es eine ungemein große Lieferung an salzgetrockneten Kräutern, die jegliche Süße in die Flucht zwingten und somit eine mühelose Aufbewahrung im eigens geschweißten Metallschränkchen ermöglichten.
Aber je länger ich diese Wolke auf meiner Haut verstreichen ließ, wurde mir klar, dass ich hier die vergangene Zukunft begrüßte.
Take Me to Church und gewiss, der Parfümeur hatte hier die selben Laborhandschuhe überzogen gehabt. Würze, Weihrauch, Balsam, eisernes Kraut ... nur in viel sanfter! und tatsächlich schöner!
Mit den tiefgehenden Zügen der abgeklungenen Zeit wird der Ursprung sanfter, aber immer erinnernder. Dennoch zeigt sich diese pyrogene Energie ohne jeglicher Erfurcht.
O flieg' hinfort
ewige Liturgie:
In irdischer Abkehr'
gnadenlos /
Eiserne Reminiszenz
würdig segensvoll.
O sink' hernieder
aseptisch olibanum:
Bring uns zu'
deim Wallfahrtsort /
Lös unsre' Welt
eiligst von mir los.
O falt' deine Körner
feines piperaceae:
Unverhoft geschlüpft'
ewig brenn'des /
Liebeheiligstes Leben
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Gethsemane: Ein Garten am Fuße eines Ölberges, indem Jesus seine letzte Nacht verbracht habe.
Zu Beginn erinnert mich dieser Garten stark an eine örtliche Klinik.
Sterile Latexhandschuhe, Desinfektion, metallisches Werkzeug.
Jedoch kehrt hier keine patientenfreundliche Routine ein: Hier wird eine großzügige Menge an balsamgezüchteten Pfefferkörnern zermahlt und anschließend mit Hilfe eines Gottesdienstes zur eisernen Asche verwandelt.
Höchstwahrscheinlich fand genau heute keine Tagung der Biber statt. Sie wirkten wie ausgeladen! Wohl eher gab es eine ungemein große Lieferung an salzgetrockneten Kräutern, die jegliche Süße in die Flucht zwingten und somit eine mühelose Aufbewahrung im eigens geschweißten Metallschränkchen ermöglichten.
Aber je länger ich diese Wolke auf meiner Haut verstreichen ließ, wurde mir klar, dass ich hier die vergangene Zukunft begrüßte.
Take Me to Church und gewiss, der Parfümeur hatte hier die selben Laborhandschuhe überzogen gehabt. Würze, Weihrauch, Balsam, eisernes Kraut ... nur in viel sanfter! und tatsächlich schöner!Mit den tiefgehenden Zügen der abgeklungenen Zeit wird der Ursprung sanfter, aber immer erinnernder. Dennoch zeigt sich diese pyrogene Energie ohne jeglicher Erfurcht.
O flieg' hinfort
ewige Liturgie:
In irdischer Abkehr'
gnadenlos /
Eiserne Reminiszenz
würdig segensvoll.
12 Antworten
Tränenlicht
Nach einig' Zeit waren Monate, Wochen und Tage vergangen. Veränderungen haben sich angebahnt und haben nur ihren Moment gefunden. Wer ist, wer war, wer wird hier nun in Anmut hingerissen?
---------------------
Das war für mich ein Todestag,
Da du mich hast verlassen,
's ist lange her – schon treibt der Wind
Das Herbstlaub durch die Gassen.
Schon glimmt an deinem Herd so traut
Das stille Winterfeuer,
Doch über meiner Seele liegt
Noch heut' der schwarze Schleier.
Und in verwaisten Nächten oft
Durchrieselt mich ein Schauer, -
Das Trauerjahr ist längst zu End',
Wann endet wohl die Trauer?
(Aus: Stille Trauer - Karl Stieler, 1842-1885)
---------------------
Laurent Smal zeigt sich hier wieder mit einer meisterlichen Komposition edelster Rohstoffe. So viel, dass Eindrücke und Erwartungen gedämpft werden. Loyalität in die Vergangenheit hat zwei Gesichter: Meine Fingerabdrücke bleiben, Ideen reifen / Meine Ideen wandeln und mein Rücken kehrt nach hinten.
Mein vergangener Test des
Opulence und darauffolgend
Opulence III hinterlässt mich zwiegespalten.
* Opulence I: Warm dunklener Styrax, edler Rauch, hochwertige Hölzer. Sanft, angenehm und erwachsen. Er weiß was er tut.
* Opulence III: Süße likörige Harztropfen, süß gold'ne Amberperlen, süße Weihräucher. Schweiß gebadet, aufgedreht und kindisch: Süß, süßer, rauch. Aus.
[Mit großem Dank an F. und S. - fühlt euch umarmt für die Testmöglichkeit]
(...) Mir erscheint so, als hätte die dritte Version die über dreifache Menge an Zutaten genommen und zu einem einsilbigem Feuerwerk verwandelt. Hier ist so viel los, dass es wiederum simpel und einfärbig wird. Die Opulenz (alias "Macht" u.o. "Reichtum") kehrt hier mit Buntstiften zurück und hinterlässt keinen edlen Eindruck.
(...) Mir erscheint so, als würde die dritte Version im Gegensatz zur ersten Version keinerlei Fußspuren des Vorgängers erwähnen wollen. Alles wird verdeckt und kostspielig auf den Boden geworfen.
Den ersten Moment über rollt ein liquorisierend überzuckerter Amber über die Füße. Dicht gefolgt von Quintessenzkörnern die einem zum Taumeln einladen, während viskose Fässer die Hände sirupösen. Safran, edler Strauch, bis du der Übeltäter, oder hast du noch weitere Komplizen im Gepäck?
(...) Im weiteren Verlauf wird es ruhiger. Man hat die Zeit bekommen die man braucht: Hände waschen und den süßen Zuckerschleim vom Mund wischen.
Nach ewiger Stund' erwachen tropische Hölzer und der blasse Weihrauch, die final eine Wandlung in die Szene setzen. Und so schnell schließen sich die rot g'wobenen Vorhänge.
Oh Gott ich bin voll Traurigkeit . . .
Ich liege drum am Wegrand übermattet -
Über mir die finstr'e kalte Nacht -
Und zähl schon zu den Toten längst bestattet -
---------------------
Das war für mich ein Todestag,
Da du mich hast verlassen,
's ist lange her – schon treibt der Wind
Das Herbstlaub durch die Gassen.
Schon glimmt an deinem Herd so traut
Das stille Winterfeuer,
Doch über meiner Seele liegt
Noch heut' der schwarze Schleier.
Und in verwaisten Nächten oft
Durchrieselt mich ein Schauer, -
Das Trauerjahr ist längst zu End',
Wann endet wohl die Trauer?
(Aus: Stille Trauer - Karl Stieler, 1842-1885)
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Laurent Smal zeigt sich hier wieder mit einer meisterlichen Komposition edelster Rohstoffe. So viel, dass Eindrücke und Erwartungen gedämpft werden. Loyalität in die Vergangenheit hat zwei Gesichter: Meine Fingerabdrücke bleiben, Ideen reifen / Meine Ideen wandeln und mein Rücken kehrt nach hinten.
Mein vergangener Test des
Opulence und darauffolgend
Opulence III hinterlässt mich zwiegespalten. * Opulence I: Warm dunklener Styrax, edler Rauch, hochwertige Hölzer. Sanft, angenehm und erwachsen. Er weiß was er tut.
* Opulence III: Süße likörige Harztropfen, süß gold'ne Amberperlen, süße Weihräucher. Schweiß gebadet, aufgedreht und kindisch: Süß, süßer, rauch. Aus.
[Mit großem Dank an F. und S. - fühlt euch umarmt für die Testmöglichkeit]
(...) Mir erscheint so, als hätte die dritte Version die über dreifache Menge an Zutaten genommen und zu einem einsilbigem Feuerwerk verwandelt. Hier ist so viel los, dass es wiederum simpel und einfärbig wird. Die Opulenz (alias "Macht" u.o. "Reichtum") kehrt hier mit Buntstiften zurück und hinterlässt keinen edlen Eindruck.
(...) Mir erscheint so, als würde die dritte Version im Gegensatz zur ersten Version keinerlei Fußspuren des Vorgängers erwähnen wollen. Alles wird verdeckt und kostspielig auf den Boden geworfen.
Den ersten Moment über rollt ein liquorisierend überzuckerter Amber über die Füße. Dicht gefolgt von Quintessenzkörnern die einem zum Taumeln einladen, während viskose Fässer die Hände sirupösen. Safran, edler Strauch, bis du der Übeltäter, oder hast du noch weitere Komplizen im Gepäck?
(...) Im weiteren Verlauf wird es ruhiger. Man hat die Zeit bekommen die man braucht: Hände waschen und den süßen Zuckerschleim vom Mund wischen.
Nach ewiger Stund' erwachen tropische Hölzer und der blasse Weihrauch, die final eine Wandlung in die Szene setzen. Und so schnell schließen sich die rot g'wobenen Vorhänge.
Oh Gott ich bin voll Traurigkeit . . .
Ich liege drum am Wegrand übermattet -
Über mir die finstr'e kalte Nacht -
Und zähl schon zu den Toten längst bestattet -
13 Antworten
Sonntagslied
Der Klang eines Auftakts, wie in grünen Welten. Die Tonleiter ist verborgen, niemand kennt sie, doch ist sie so bekannt.
Wer möchte uns davon erzählen?
---------------------
Sing ich ein Lied, du bist der Klang,
auf den gestimmt mein ganzes Leben.
Frag nicht was dein in dem Gesang,
wo alles dein,
mein ganzes Sein, das mühsam lang,
um Wohllaut dir zu geben.
Und bin ich reich, du bist mein Gut,
und bin ich still, bist du mein Frieden.
Du bist der Schrein, darinnen ruht
die Seele mein -
Die Seele mein ist gut und ruht
im Himmel schon hienieden.
(aus: Du bist der Klang - Johanna Wolf, 1858-1943)
---------------------
Durch dein grün prominentes Auftreten gelingst du ihnen fein. Der Spätsommer wandelt dein Herz in ein Wiesenzier. Der dichte Strahl der Lichtung ein einzelner Smaragdglanz.
Der breite Fluss auf meiner Haut; edles Königskraut. Doch so breit im Würzegartern wird er auch ruhig. Er zieht sich zurück und hinterlässt spuren. Ein Hain voller Humuspelze gestreut, der Weichgrund inmitten der Erdharzblätter.
Flüster, kleiner Grünlingsjäger. Im hohen Feld bist du dein, aber in der Maienfrucht ein edler Schein.
Es flüstert die kleine Harfe: "Deine Schönheit ist meine Harfe"
So sind die Blüten weich wie dein Nacken; und rund wie deine Wangen. (Max Dauthendey, 1867-1918)
Flieg zart, kleiner Grünling!
Wer möchte uns davon erzählen?
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Sing ich ein Lied, du bist der Klang,
auf den gestimmt mein ganzes Leben.
Frag nicht was dein in dem Gesang,
wo alles dein,
mein ganzes Sein, das mühsam lang,
um Wohllaut dir zu geben.
Und bin ich reich, du bist mein Gut,
und bin ich still, bist du mein Frieden.
Du bist der Schrein, darinnen ruht
die Seele mein -
Die Seele mein ist gut und ruht
im Himmel schon hienieden.
(aus: Du bist der Klang - Johanna Wolf, 1858-1943)
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Durch dein grün prominentes Auftreten gelingst du ihnen fein. Der Spätsommer wandelt dein Herz in ein Wiesenzier. Der dichte Strahl der Lichtung ein einzelner Smaragdglanz.
Der breite Fluss auf meiner Haut; edles Königskraut. Doch so breit im Würzegartern wird er auch ruhig. Er zieht sich zurück und hinterlässt spuren. Ein Hain voller Humuspelze gestreut, der Weichgrund inmitten der Erdharzblätter.
Flüster, kleiner Grünlingsjäger. Im hohen Feld bist du dein, aber in der Maienfrucht ein edler Schein.
Es flüstert die kleine Harfe: "Deine Schönheit ist meine Harfe"
So sind die Blüten weich wie dein Nacken; und rund wie deine Wangen. (Max Dauthendey, 1867-1918)
Flieg zart, kleiner Grünling!
8 Antworten
Meine "An Anna Blume"
Down to Heart. Ein Duft, dem ein Gedicht schon seit über 100 Jahren angehören sollte. Oder tut es dies schon bereits und wir ahnen noch nichts?
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Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!
Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,
Auf den Händen wanderst Du.
Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,
Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - - - wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute? *
(Aus: An Anna Blume - Kurt Schwitters, um 1919)
---------------------
Häufig empfinde ich florale Wässerchen meist unpassend an mir, aber diese florale Unisex-Offenbarung verbirgt kein Maienlicht; und auch keinen Lenzenglanz am Himmelshorizont.
Die pure und klassisch gehaltene Herzenszartung schmiegt sich mit seinen weißblühenden Tuberosen, Jasminknospen und vereinzelt roten Röschen an die fein gepuderte Haut. Dabei durchflutet der Morgentau die verschlafene Sonne an der verlorenen Lichtung.
Der Moschus fügt eine zart flüchtige Milchigkeit hinzu, was es nochmal interessanter und angenehmer macht.
Aber halt! Was verbirgt solch ein zarter, feinwohler Ruhwandel inmittem des Wüstenjuwels, der Sandgoldstadt Dubai?
Es wird nie zu Pudrig, danke zarte Lilie! Und danke an die eine Person, die diesen Test möglich gemacht hat. Obwohl sich die Wege schon getrennt haben, werde ich dich nie dafür vergessen.
*Und nun, was sagen die Leute?
Du bist von hinten, wie von vorne:
A------N------N------A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich ------- liebe ------- Dir!
[(Aus: An Anna Blume Teil 2 - Kurt Schwitters, um 1919)]
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Oh Du, Geliebte meiner 27 Sinne, ich liebe Dir!
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - wir?
Das gehört beiläufig nicht hierher!
Wer bist Du, ungezähltes Frauenzimmer, Du bist, bist Du?
Die Leute sagen, Du wärest.
Laß sie sagen, sie wissen nicht, wie der Kirchturm steht.
Du trägst den Hut auf Deinen Füßen und wanderst auf die Hände,
Auf den Händen wanderst Du.
Halloh, Deine roten Kleider, in weiße Falten zersägt,
Rot liebe ich Anna Blume, rot liebe ich Dir.
Du, Deiner, Dich Dir, ich Dir, Du mir, - - - - - wir?
Das gehört beiläufig in die kalte Glut!
Anna Blume, rote Anna Blume, wie sagen die Leute? *
(Aus: An Anna Blume - Kurt Schwitters, um 1919)
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Häufig empfinde ich florale Wässerchen meist unpassend an mir, aber diese florale Unisex-Offenbarung verbirgt kein Maienlicht; und auch keinen Lenzenglanz am Himmelshorizont.
Die pure und klassisch gehaltene Herzenszartung schmiegt sich mit seinen weißblühenden Tuberosen, Jasminknospen und vereinzelt roten Röschen an die fein gepuderte Haut. Dabei durchflutet der Morgentau die verschlafene Sonne an der verlorenen Lichtung.
Der Moschus fügt eine zart flüchtige Milchigkeit hinzu, was es nochmal interessanter und angenehmer macht.
Aber halt! Was verbirgt solch ein zarter, feinwohler Ruhwandel inmittem des Wüstenjuwels, der Sandgoldstadt Dubai?
Es wird nie zu Pudrig, danke zarte Lilie! Und danke an die eine Person, die diesen Test möglich gemacht hat. Obwohl sich die Wege schon getrennt haben, werde ich dich nie dafür vergessen.
*Und nun, was sagen die Leute?
Du bist von hinten, wie von vorne:
A------N------N------A.
Rindertalg träufelt STREICHELN über meinen Rücken.
Anna Blume,
Du tropfes Tier,
Ich ------- liebe ------- Dir!
[(Aus: An Anna Blume Teil 2 - Kurt Schwitters, um 1919)]
12 Antworten
Füßelein im Sommerwind
―Schon wird was eng uns umzirkt
heilig in schweigendem Gruß;
schon immortellendurchwirkt
küßt ihr die Wiese den Fuß.―
(aus: Rudolf G. Binding Die Gedichte Gesamtausgabe 1937)
Der Sommer startet langsam und wir sitzen nichtsahnend an der Promenade. Die sanfte Meeresbriese streichelt unser Gesicht und unsere Füße baumeln plätschernd im blau schimmerndem Wasser.
Doch was kitzelt uns da an unseren kleinen Füßeleinen?
Die emotional durchschossene Achterbahn durchläuft viele Facetten, stoppt zuerst bei einem Korb voller exotischen Früchten, die mit Nelken durchdrungen und von Rosen aufgespießt wurden. Kein Leid, sondern eine Belohnung der kleinen Tiere, die uns Gesellschaft leisten.
Wir erinnern uns. Wir erinnern uns an die Kindheit, die uns geprägt hat. Erdig warme Lakritz-BonBons, sauer verfärbte Zungen und feuchter Schlamm, der unsere Lippen berührt. Sanft hinterlässt der vom Eise umflossene, salzige Meeresrhythmus einen Hauch von Zärtlichkeit, sobald geschmolzenes Holz an die Küste gespült wird.
Hier sind wir unberührt. Hier findet sich kein Kunststoff zwischen den Trümmern wieder - hier ist die Natur von keinem Menschen hinterzogen worden.
Die kleinen Biber haben sich durch das salzerne Wasser gekämpft. Die kleinen Biber knuspern. Die kleinen Biber nargen sich durch die bunt gemischte Wiese. Dieses Unkraut hinterlässt Spuren zwischen den Zähnen, es lässt sich nicht durchdringen. Es bedeckt das brodelnde Wasserchen vollständig und hinterlasst Wehmut voller Freude.
Ich senke meinen Blick zum Himmel, hebe meine Füßerle und lasse mich berieseln. Der Boden ist verschlossen, das Wasser umflossen - doch die Winde bändigen mich.
Schwarze Wolken peitschen, eröffnen eine Lichtung über mich und lassen fallen zarte Vanilleflocken.
°°Die traurige Geschichte
Bewegt zu Thränen dich?
Du fühlst des Mitleids Züge;
Nur, Chloe, nicht für mich!°°
(aus: Daniel Schiebelers Auserlesene Gedichte 1773)
heilig in schweigendem Gruß;
schon immortellendurchwirkt
küßt ihr die Wiese den Fuß.―
(aus: Rudolf G. Binding Die Gedichte Gesamtausgabe 1937)
Der Sommer startet langsam und wir sitzen nichtsahnend an der Promenade. Die sanfte Meeresbriese streichelt unser Gesicht und unsere Füße baumeln plätschernd im blau schimmerndem Wasser.
Doch was kitzelt uns da an unseren kleinen Füßeleinen?
Die emotional durchschossene Achterbahn durchläuft viele Facetten, stoppt zuerst bei einem Korb voller exotischen Früchten, die mit Nelken durchdrungen und von Rosen aufgespießt wurden. Kein Leid, sondern eine Belohnung der kleinen Tiere, die uns Gesellschaft leisten.
Wir erinnern uns. Wir erinnern uns an die Kindheit, die uns geprägt hat. Erdig warme Lakritz-BonBons, sauer verfärbte Zungen und feuchter Schlamm, der unsere Lippen berührt. Sanft hinterlässt der vom Eise umflossene, salzige Meeresrhythmus einen Hauch von Zärtlichkeit, sobald geschmolzenes Holz an die Küste gespült wird.
Hier sind wir unberührt. Hier findet sich kein Kunststoff zwischen den Trümmern wieder - hier ist die Natur von keinem Menschen hinterzogen worden.
Die kleinen Biber haben sich durch das salzerne Wasser gekämpft. Die kleinen Biber knuspern. Die kleinen Biber nargen sich durch die bunt gemischte Wiese. Dieses Unkraut hinterlässt Spuren zwischen den Zähnen, es lässt sich nicht durchdringen. Es bedeckt das brodelnde Wasserchen vollständig und hinterlasst Wehmut voller Freude.
Ich senke meinen Blick zum Himmel, hebe meine Füßerle und lasse mich berieseln. Der Boden ist verschlossen, das Wasser umflossen - doch die Winde bändigen mich.
Schwarze Wolken peitschen, eröffnen eine Lichtung über mich und lassen fallen zarte Vanilleflocken.
°°Die traurige Geschichte
Bewegt zu Thränen dich?
Du fühlst des Mitleids Züge;
Nur, Chloe, nicht für mich!°°
(aus: Daniel Schiebelers Auserlesene Gedichte 1773)
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