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Souscent

Souscent

Rezensionen
1 - 5 von 12
Thema verfehlt. Setzen. Eins mit Sternchen.
"Find your inner calm"- finde deine innere Ruhe, heißt es auf der Webseite von Ormonde Jayne. Xi'an wird dort als meditativer Duft beschreiben, der Gelassenheit und Ruhe bringen soll.
Das hat mich durchaus Neugierig gemacht. Wie soll ich mir einen meditativen Duft vorstellen? Wie den Klang einer Klangschale vielleicht? Monoton, mal leiser, mal lauter, um sich darauf zu fokussieren ohne sich davon ablenken zu lassen, als ein Anker für die Versenkung, um die geschwätzigen Gedanken weiterfließen zu lassen? Oder Duftnoten mit einer beruhigenden Wirkung? Duftnoten, die ein Bild von Ruhe entstehen lassen?
An einem windigen Winternachmittag hielt ich dann meine Duftprobe in den Händen, aber was ich da roch, ist etwa so meditativ wie ein Hypnose-Kurs am Fastnachts-Wochenende, während vor den Fenstern des Seminarraumes die Fanfarenzüge aus Allgäu und Oberschwaben in Aufstellung gehen (nach einer wahren Begebenheit). Einen echten Zen-Meister kann natürlich weder das alemannische Brauchtum noch der Ormonde-Jayne-Pfeffer abhalten, aber so sehr ich auch versuchte mir einen Reim darauf zu machen, Gelassenheit und Ruhe kam keine auf.
Ganz im Gegenteil, der Duft startet würzig mit einer ordentlichen Portion Pfeffer, was auf mich immer eine "brizzelige" Wirkung hat, aufregend, funkelnd, prickelnd. Die Muskatnuss gibt dazu wohlig würzige Wärme. Dann steigt sogleich der Rhabarber mit ein und lässt mich lächeln. Sauer macht schließlich lustig. Wobei ich nicht Rhabarber als solchen wahrnehmen, nur diese fein säuerliche Frucht, die den Pfeffer wunderbar ergänzt.
Schließlich zeigt sich die holzige Tiefe des Dufts, trockene harzige Zeder und cremiges Sandelholz breiten sich aus. Bis am Schluss noch die Moschus-Sandel-Creme lange auf der Haut liegen bleibt.
Für mich lebt der Duft vor allem vom Kontrast der Noten - kühl und warm, scharf und weich, trocken und cremig, das Ganze finde ich tatsächlich ziemlich aufregend. Immer wieder wanderte mein Handrücken zur Nase und immer wieder fand ich neue Aspekte. Ein Duft, der bei mir wirklich Freude erzeugt.
Getragen hab ich ihn schließlich Abends auf ein Konzert, da ich ihn vom Charakter eher als Ausgehduft eingeordnet habe, aber, bei ganz guter Haltbarkeit tritt die Silage nicht hervor, und ein einem Raum voller Menschen geht er ziemlich unter, bleibt doch sehr persönlich. Ich ertappe mich dabei immer wieder inne zu halten und nach dem Duft zu suchen, in meinen Haaren, bei einer Bewegung. Am nächsten Morgen nächster Versuch, diesmal auf der Kleidung und auf der Haut aufgetragen, ein wunderbares, persönliches Wölkchen begleitet mich durch den Tag, ohne andere Personen allzu sehr zu tangieren.
Abends hab ich dann noch die Moschus-Sandel-Reste in meinen Haaren und auf dem Kopfkissen und, siehe da, Ruhe und Gelassenheit stellen sich ein.
Für mich eine klare Empfehlung, ein echter Signature-Kandidat, wenn man es holzig frisch mag. die Noten sind vielschichtig und kontrastreich, dabei sehr gut abgestimmt und verwoben. Nur das mit dem Meditieren klappt bei mir nicht so richtig. Für mich einfach ein sehr besonderer Alltagsduft, etwas, das jeden Tag besonders macht.
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Sommerliches Vergnügen
Meine erste Begegnung mit Ffern hab ich schon in meiner Rezension zu Autumn 24 beschrieben. Diesmal haben mich die Zitrusnoten in der Duftpyramide neugierig gemacht. Was gibt es besseres an einem heißen Sommertag als die herbe Frische von Zitrusschalen?
Summer 25 startet mit einer herben Blutorange, sehr deutlich erkennbar. Schon nach wenigen Minuten beginnt sich das cremig-blumige Herz zu entfalten. Traumhaft schönes Champaka umweht mich, wenn auch immer sehr dezent in der Silage. Dezente Würze und die herbe Zitrik lassen den Duft aber nicht zu feminin werden, er bleibt unisex, wenn auch ins Feminine lehnend, aber niemals zu süß. Im Verlauf wird dann immer mehr vom Jasmin bemerkbar, und schließlich auch der Vetiver, der hier nicht erdig, sondern eher frisch und grün wirkt.
Das ganze wirkt wirklich ziemlich hochwertig, auch ziemlich erwachsen. Glaubt man dem Hersteller, enthält der Duft ausschließlich natürliche Duftöle. Kaum überraschend ist die Haltbarkeit nicht so gewaltig. Mich erinnert der Duft ein wenig an die Ecke im Bioladen, wo die Aromaöle und Raumsprays stehen.
Mir gefällt das, Summer 25 darf bleiben.
Erwähnt werden soll nochmal die wunderschöne und liebevolle Aufmachung, mit Duftstein, Tee, Kärtchen und sogar einem eigens produzierten Video.
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Sonnencreme meets Gartenkräuter
Über einen Wanderbrief bekam ich die drei Düfte der Marke Vallense unter die Nase.
Gleich vorweg möchte ich bemerken, dass ich sehr angetan war von der Marke, alle drei Düfte sind für mich sehr nischig und kreativ, also für mich eine "Brand to watch", bin gespannt was da noch raus kommt. Source ist ein Oud-Duft, der sich aber zunehmend in einen hautschmeichelnden, würzigen Honig-Duft verwandelt (auch wenn kein Honig als Note angegeben ist). Und Spirit ist ein grün würziger Frischling.
Nun aber Sun : Er startet mit einer einigermaßen eingängigen Sonnencreme-Duft-DNA, cremige gelbe Blüten geben den Ton an, Frangipani, Ylang-Ylang, dazu mischt sich tropisch-fruchtiges. Schön gemacht, eingängig, sehr cremig. Dazu gesellt sich aber eine würzig-krautig-grüne Seite. Basilikum lese ich, Sellerie rieche ich ehrlich gesagt. Spontan steigen Bilder vor meinem inneren Auge auf von eine Garten in der Toskana, in dem mein Mann und ich vor einigen Jahren Urlaub gemacht hatten. Wir hatten eine riesige Terrasse eines Agritourismos nur für uns, ausgerichtet zum Küchengarten, in dem der Hausherr die Kräuter und Gemüse pflegte, die dann abends zu köstlichen, einfachen Gerichten verarbeitet wurden. In dem Garten blühten aber auch Jasminsträucher und andere betörende Blüten. Tagsüber verbrachten wir am Strand, und abends saßen wir auf unserer Terrasse und genossen die Gerüche dieses Gartens.
Diese Erinnerung, vom Tag am Strand und dem Abend im Garten ruft Sun bei mir hervor. Im Verlauf wird der Duft dann weicher, harmonischer, das herb-krautige mischt sich in die cremigen Blüten, die süßgrasig-ambrierte Basis schwebt noch lange auf der Haut.
Dieser Duft wird nicht bei mir einziehen, aber er hat mir ein schönes Erlebnis wieder näher gebracht. Er erinnert mich an die Wärme der italienischen Sonne und transportiert mich an einen glücklichen Ort. Schön, dass ein Duft das vermag!
Haltbarkeit und Silage sind ganz beachtlich, der Preispunkt von €225 für 100 ml ist jetzt nicht sonderlich bescheiden.
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Ist das die perfekte Vanille?
Meine Parfumo-Reise begann im Sommer 2022, als ich nach zwei Jahren endlich wieder ganz ohne Maske arbeiten konnte, und mir eigentlich nur ein neues Parfum zur Feier dessen gönnen wollte. Nach Vanille sollte es duften und ganzjährig brauchbar sein. 2,5 Jahre, 50 Flakons, etwa 100 Abfüllungen und über 1000 getestete Parfums später ist die Suche nach der perfekten Vanille immer noch nicht zu einem endgültigen Ergebnis gekommen, wohl auch weil ich mich von Feigen-, Tee-, Amber-, Zitrus-, Sandelholz-, Reis-, und Creme-Düften ablenken habe lassen. Aber als ich heute Melipona aufgesprüht habe durchfuhr mich dieses Parfumo-Gefühl, dass ihr sicher alle kennt - diese Mischung aus "Was ist das, das brauch ich, das will ich!!" und "Shit, das wird teuer, und das vor Weihnachten!"
Also was haben wir hier: Vanille mit Vanillezucker, also würzige, dunkle Vanille, mit Dr.Ötker-Vanille überzuckert. Leicht ambriert, mit etwas Holz angereichert, das erzeugt eine schöne, runde Tiefe. Ich nehme noch undefinierbare florale Noten wahr, die mit meiner Wahrnehmung spielen. Synthetik ist laut Noten definitiv drin, aber nicht von der aufdringlichen Sorte, sondern eben um eine gewisse Haltbarkeit und Silage zu ermöglichen. Das Ergebnis ist eine Vanille, die man immer und überall tragen kann, zur Arbeit, zu Hause, zum Ausgehen, bei warmen Wetter, bei kaltem Wetter. Die Chanel-Handtasche der Parfums sozusagen.
Bisher dachte ich immer, dass ein reiner Vanilleduft eigentlich dann doch eher langweilig ist und im Grunde erst interessant wird, wenn man ihn mit ihm spielt und ihn layert. Melipona hat mich jetzt eines besseren belehrt. Vanille, und gut ist.
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Wo Milch und Honig fließen...
Vor Weihnachten durfte ich an einem Überraschungs-WB teilnehmen mit der Bedingung Duft gegen Rezension, und ich Glückliche kam so an die Marke Nectar Olfaktiv, die dieses Jahr vier Honigdüfte herausgebracht hat. Da ich im Sommer meine Vorliebe für diese Note entdeckt habe eine überaus günstige Fügung.

Suprême Nectar startet mit einer potenten Creme-Wolke aus Honig und Mandel, so betörend wie schmeichlerisch. Dabei entwickelt er sich aber weniger in die Gourmand-Richtung sondern vielmehr in Richtung Luxus-Bodycreme. Ich denke an eine verwöhnende Wellness-Behandlung mit Honig-Peeling und Mandelöl in einem Spa.
Die Silage nimmt nach dem Start rasch ab, so dass der Duft für mich eher als gemütlicher Duft wirkt, den ich zu Hause oder ohne Publikum, nur für mich alleine trage, allenfalls für schöne Stunden zu zweit. Dabei ist der Duft so zärtlich und einhüllend, dass man eigentlich unbedingt jemanden mit auf die Reise nehmen möchte.
Später wird der Duft dann dunkler, holziger, Sandel, Moschus und Vanille geben eine beruhigende Tiefe. Die Haltbarkeit ist jetzt nicht überragend, Silage wünscht man sich auch mehr, aber egal, davon will ich mehr!
Alles in allem eine wirklich schöne Dufterfahrung, für mich ein Saubere-Haut-Duft für den Winter, der einem ein weiches, wohliges Gefühl von Entspannung und Beruhigung gibt.
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