Abneigungen - gibt es die w i r k l i c h ?
Was ist das nur, dass man manche Gerüche - oder Dinge, Nahrungsmittel, Getränke - die man sonst liebt, in Parfüms oft gar nicht leiden kann?!
Zuerst fiel mir das bei
Twilly d'Hermès Eau de Parfum auf. Damit kam letztes Jahr mal eine nette Verkäuferin hinter mir her getrabt (weil es neu war, vermutlich). Ich so, ah, Ingwer, geil. - - Ergebnis: Eine Vorahnung der letztendlichen Erkenntnis „Nicht alles, was man liebt, anderenorts gern riecht oder auch gerne schmeckt, will man auch im Parfüm drin haben!“
Inzwischen konnte ich beobachten, dass das bei mir eindeutig Chili bzw. Paprika und Ingwer in der Kategorie „Essen&Trinken“ sind (wobei ich n i c h t meine, dass ich zwar den Geschmack mag, aber nit den Duft, sondern tatsächlich, dass ich den jeweiligen Geruch durchaus toll finde).
In der Kategorie „Sachen“ ists Balkanstorchschnabel. Da reicht es, nur dran zu d e n k e n: Wenn ich mir das Laub dieses praktischen Bodendeckers einfach so vorstelle, voll ok. Allerdings schüttelt`s mich, wenn ich ihn mir als Parfüm vorstelle XD XD .
Andersrum gings mir zB mit Dill. Ich hasse das Zeug. Eigentlich. Aber diese schöne Erfrischungsnote des Dill-Hauches in
Thank U, Next Eau de Parfum begeistert mich immer wieder. Was anderes: - Lavendel. Ich wollte das Zeug nichtmal im Garten haben, so eklig fand ich den Geruch „draußen“ in freier Wildbahn, aber in
Purple Suede liebe ichs so sehr, dass ich mich jetzt an der ganzen Pflanze auch draußen freuen kann.
Merkwürdig finde ich eines - Musik, die ich nicht leiden kann, kann ich überall nicht leiden. Und so weiter … aber beim Riechen scheint`s - neben dem Umstand, dass man einen schönen Geruch in einem Pafümduft auch verhunzen kann - tatsächlich auch auf den Kontext anzukommen ^^. Na jedenfalls: Zu allen Duftnoten außer den drei genannten, bei denen mir einst war, als könne ich sie echt nicht leiden, kenne ich inzwischen mindesten einen Duft, den ich liebe, obwohl oder WEIL die jeweilige einst ungeliebte Note da drin ist.


Muskatellersalbei, den ich im Garten liebe aber wohlweislich weit weg vom Sitzplatz gepflanzt habe weil er so deutlich nach Urin riecht (nehmen wohl nicht alle so wahr) geht in Parfum super, da hat er noch nie nach Pipi gerochen.
Weißdorn ist ein toller Baum für die Insekten und blüht wunderschön - aber mein Freund riecht Exkremente (ich nicht, auch so ein Fall unterschiedlicher Wahrnehmung), deshalb pflanze ich keinen obwohl ich gerne einen hätte. In Parfum kein Problem, nix Kacka, auch der Freund riecht da nichts derartiges (mehrfach getestet).
Mein Fazit in Sachen "Natur vs. Parfum" ist, dass wirklich authentische Düfte sehr, sehr selten sind.
Und Kaffee, Nüsse usw. möchte ich eigentlich ohnehin nicht in Parfum haben, von daher kann die Erwähnung in der Duftpyramide mich durchaus abschrecken, ich bin einfach nicht der Typ für "essbare" Düfte.
Ingwer habe ich bisher auch noch in keinem Duft wirklich authentisch angetroffen, keine Spur von Schärfe und Frische..
Bei Lavendel hab ich noch nie Pipi gerochen (halt auch wieder 'ne Frage der Wahrnehmung - ich bin ja eh überzeugt dass wir alle so unsere "blinden Flecken" haben, und zwar eben nicht nur bei Molecule 01 und Konsorten). Und ich hatte schon etliche Sorten im Garten... Lavendel mag ich aber sowieso am liebsten in der krautig-grünen Wiedergabe (wie z.B. in Jicky EdP) und eher nicht so gerne sobald es süßlich wird.
Mit Getreidenoten ist es umgekehrt. Ich liebe den Duft in der Natur, im Parfum empfinde ich sie als muffig und unangenehm süß.
Mandel, Milch und Vanille mag ich hingegen in allen Variationen - sowohl essbar als auch als Duft.
meh. Andersherum ist mir das fast nie passiert.