Gönn dir
Also, ich komm grad‘ schwerlich umhin, zu bemerken: Ein spezielles Lieblingsthema sind diverse Abneigungen gegen „verhasste“ Parfüme. ( Ja, der Plural ist falsch, ich weiß, aber „Parfums“ hätte den Rhythmus vom Satz voll versaut.)
Einige übertoben sich mittels krasser Adjektive und möglichst zorngeladener Formulierungen in mehr als nur einem Thread, wenn es darum geht, auszudrücken, w i e furchtbar man so manches Fremdparfüm findet - oder das eigene an andren Leuten. Dass das verletzend ist für alle, die sich mal einen Duftsprutz zu viel erlauben oder das jeweilige, soeben niedergemachte Duftwässerchen lieben, sei einmal dahin gestellt. (D a s liegt ja nun so derartig klar auf der Hand, dass ich manchmal fast versucht bin, zu unterstellen, dass das Teil dieses ganzen Spannungsabbau-Mechanismus ist… Dieses … dieses seltsamen Spannungsabbau-Mechanismusses, der da jedes Mal in Gang zu kommen scheint, sobald man mal wieder gegen irgendein Parfüm drauf los wettert…) - Worum m i r es statt dessen grad geht, ist, mal eine andere Möglichkeit darzulegen. Also, - anstelle von dieser IhgittPfui-Haltung. Mein ich. -
Ja. - Tja. Liebe Zeit, Ich kenn es ja. Wenn ich an den Gestank denke, den wir mal eine Zeitlang erdulden mussten … der ganze Flur Richtung Kopierraum war jedes Mal minutenlang unbegehbar - aber, Leute. Kommen wir mal zu meiner eben versprochenen „Anderen Möglichkeit“: Ist es nicht denkbar, dass es für alle mal ganz gut wär, wenn die oder der eine zwischendurch einen Wechsel des Denkansatzes probiert?
Also, nur ausprobiert? - Wie sich das anfühlt, wenn man mal s o rangeht ^^? Und eben nicht- - so?
Beispiel: Ich mag Blanche Bete nicht. Ich kann grad noch so riechen, dass es ein „guter“ Duft ist und kein zusammengepanschtes Pömpelzeuchs. Aber das ist auch alles: Es gefällt mir nicht. Punkt.
Diesen Sommer jedoch fiel mir auf, dass ich es an vielen e r k e n n e . Und, oooooh Wunder.: Ich fand gar kein „Ih, welch Unverschämtheit, diese abscheuliche Wolke vor müüür her zu tragen“ in mir. Fast hielt ich’s selber für seltsam, dass dieser Impuls in mir fehlte - Hah ! Mein Unterbewusstsein war von ganz allein „anders rangegangen“, hatte von sich aus die andere Möglichkeit ausprobiert.
Statt eines „IiiiiH“ war da einfach ein „Oh wie schön, das kenn ich“. - Beim nächsten Mal reagierte mein Unterbewusstsein sogar noch krasser. Ich erlebte, ich lüg nicht, Leute, es war so, ich erlebte doch echt, wie sich ein eindeutiges: “Mensch, wie glücklich die aussieht, das gönn ich der aber … und das Blanche Bete passt zu der irgendwie voll … gefallen mir gut, die zwei, obwohl ich den Duft nicht so mag…“ in mir formte.
Wow! Tatsächlich ist mir das in der Folge einige Male passiert. NullachtfuffzehnBillichparfüm? „Wie geil, jemand träg Parfüm“. Unbekanntes Duftwässerchen, offenbar Nische, gar nicht so meins? „Interessant, ein/e Parfümträger/in, sollte‘ s öfter geben“. Etc.! Offenbar hatte da irgendwas in mir einen übelst neuen Ansatz gefunden, damit umzugehen -
Ich verstehe, das ist krass übelst anders, und vielleicht eine Unveschämtheit. Aber soll ich was verraten: Jedes Mal, wenn das passiert, finde ich eine Art - wie soll ich sagen. Wie so eine völlig neue Art „Freude“ in mir - ja…?
Und „Freude“, einst von Schiller bedichtet, von Beethoven besungen, ist ja nun was, was man sich durchaus gönnen soll… Und, noch ein krass neuer Ansatz, vor allem den anderen.
Also: Gönn dir das Gönnen. - Gönn‘s dir, anderen ihr Odeur schlicht zu g ö n n e n. Statt dir gleich beleidigt die Nase zuzuhalten. (Wie gesagt, es sei denn es ist grad zu schlimm, gibts ja auch. ) - Ich weiß, krasser neuer Ansatz, sehr sehr gewagt. Aber, an alle Sammler:innen von Freudenmomenten: Es - macht 1fach auch S p a ß , dieses - Gönnen. XD XD


XyzXyz
Ist wie bei Bohnen:
Die Dosis macht das Gift und der Ton dann die Musik… oder so ähnlich.
Das schöne an der Nische ist doch gerade, dass sie polarisiert. Und wenn ich 20 sprüher Beastmode im Sommer baller, dann ballert vielleicht auch mal ne Reaktion zurück…
Alles in allem bin ich aber bei dir und finde, jeder soll tragen was er meint und wie er meint. Außer Megamare halt.
Und Kritik und gegenseitige Rückmeldungen sind schon wichtig, richtig und oft lustig. Wichtig ist nur, dass es nicht verletztend wird. Ich sag mir immer, ich darf über alles Witze machen, solang ich diese auch über mich selbst machen kann und vorallem nicht aus hass oder üblen Motiven mache.
Wer auffallen will, der fällt halt auch auf. Nur halt nicht immer positiv.
Um mal wieder zum Thema Parfum zu kommen: ich freue mich darüber, gerade bei Männern in den letzten Jahren immer häufiger beim Vorübergehen einen Duft wahrnehmen zu können. :)
Wer hat denn hier irgendetwas von Parfumverbot geschrieben?
Parfum zu verbieten, würde wohl ganz andere Probleme mit sich bringen wie zum Beispiel die Frage einer objektiven Beurteilung dessen, was angenehm riecht und was nicht. Wer darf das denn dann entscheiden? Die Regierung? Eine Kommission? Natürlich absolut unabhängig… 🤡
- Wer sich von der Meinung eines Fremden im Internet, die von der eigenen abweicht, tatsächlich VERLETZT (wirklich?) fühlt, sollte vielleicht einfach den Kopf in den Sand stecken oder gar nicht mehr das Haus oder den eigenen Tellerrand verlassen. Man kann erwachsenen, mündigen Menschen wohl zutrauen, sich im Laufe des Lebens so dickes Fell zuzulegen, um über solchen Nichtigkeiten zu stehen.
"D a s liegt ja nun so derartig klar auf der Hand, dass ich manchmal fast versucht bin, zu unterstellen, dass das Teil dieses ganzen Spannungsabbau-Mechanismus ist…"
- Tut es das? Ich halte das oft für theatralisches Kreisen um die eigenen Befindlichkeiten ähnlich "verletzter religiöser Gefühle". Aber nehmen wir an, es ginge wirklich um Spannungsabbau: Besser über unliebsame Parfums lästern als sich die Köppe einschlagen... ;)
"Interessant" hat Herr Biolek übrigens auch gerne benutzt ;)
🥕 🤣